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Danach listet er penibel die
angesprochenen Fälle auf und stellt sie aus seiner Sicht dar:
"Der evang. Pfarrer
von Bad Aussee hat einen bekannten Nationalsozialisten auf
seinem Motorrad nach Bad Aussee geführt. Dieser Nationalsozialist habe
dann in Bad Aussee Waffen verteilt. Der Pfarrer, der fast
ausschließlich mit Nationalsozialisten verkehrt, wurde dann am 25.
Juli nachmittags in Mitterndorf mit dem politischen Führer der
dortigen Nationalsozialisten und dem SA-Führer des Ortes
angetroffen. Er wurde in Haft genommen, aber wieder auf freien Fuß
gesetzt. Ich füge noch bei, dass der Pfarrer M. ein Schweizer
Staatsbürger ist und daher nicht die geringste Legitimation besitzt,
in Österreich Politik zu machen."
"Der evang. Pfarrer
von Gnesau in Kärnten wurde beschuldigt, die Mitglieder seiner
Kirchengemeinde zur Teilnahme an dem Putsche aufgefordert zu
haben. Die Beschuldigung war ungerechtfertigt, der Pfarrer nach
einigen Tagen auf freien Fuß gesetzt."
"Der evang. Pfarrer
in Tresdorf in Kärnten stand im Verdachte, an dem Aufstand
beteiligt gewesen zu sein, weil er am 26. Juli mit einem umgehängten
Jagdgewehr auf der Straße gesehen wurde. Der Pfarrer konnte sich damit
verantworten, dass er an diesem Tage sein Gewehr bei einem bekannten
Forstmann einschießen wollte. Das Verfahren wurde eingestellt.
Einige Tage später wurden
eingeschmuggelte Postsendungen der [nach dem missglückten
Putsch]
nach Jugoslawien
geflüchteten Nationalsozialisten beschlagnahmt. In einem dieser
Briefe war die Mitteilung enthalten, man möge die Post für die
nationalsozialistischen Flüchtlinge an das evang. Pfarrhaus in
Tresdorf senden, von wo die Weiterbeförderung erfolgen werde.
Dieser Fall ist noch ungeklärt."
"Der evang. Pfarrer
in Stainz (Stmk.) hatte als Messner den
Bezirksgruppenleiter der nationalsozialistischen Partei in
Stainz angestellt. Bei Ausbruch des Aufstandes gab er den Auftrag,
die Kirchenglocken zu läuten und eine Hakenkreuzfahne an der
Kirche zu hissen. Der Pfarrer befindet sich in Untersuchungshaft".
"Der evang. Pfarrer
in Innsbruck, Dr. Mahnert, befindet sich unter dem Verdachte
des Hochverrates in Haft. Im Zuge der Untersuchung über die
Ermordung des Polizeistabshauptmannes Hickl wurde nämlich
festgestellt, dass der Anstifter dieses Mordes, Ing. Fritz Lantschner,
am 25. Juli mit dem Nationalsozialisten Neuner eine wichtige
Besprechung hatte. Neuner fuhr sodann im Auftrage Lantschners
zu Dr. Mahnert, um diesen von dem angeblichen Rücktritt der
Regierung zu verständigen. Diese Verständigung sei erfolgt, damit
der Pfarrer dieses Ereignis bei der Abendpredigt zur
Sprache bringen könne."
"Der evang. Pfarrer
von Wolfsberg in Kärnten stand unter dem Verdachte, nach den
Aufruhrtagen für die Nationalsozialisten Nachrichtendienst
geleistet zu haben. Ein Nachweis dieser Beschuldigung wurde nicht
erbracht."
"In Oberschützen
im Burgenland wurde festgestellt, dass im Hause des dortigen evangelischen
Superintendenten, eines bekannten Nationalsozialisten, ein
reger Verkehr nationalsozialistischer Parteigänger stattgefunden
habe. Der Superintendent wurde nun verhalten, sich täglich
beim Gendarmerieposten zu melden; von schärferen Maßnahmen
wurde mit Rücksicht auf seine hohe kirchliche Stellung abgesehen."
"In Neuhaus im
Burgenland hielt der geistliche Adjutor Ernst Rothacker eine
Predigt, in der er bei aller Vorsicht seine Sympathie für
die 22 verurteilten Aufständischen zum Ausdruck brachten. Rothacker
wurde angewiesen, binnen 10 Tagen das Bundesgebiet zu
verlassen."
"Der evang. Pfarrer
in Thening in OÖ, ein überzeugter Nationalsozialist, hat
nach dem Verbot der nationalsozialistischen Partei
nationalsozialistische Zeitungsaufsätze verfasst."
"In Itzling und in
Anif bei Salzburg musste die Abhaltung evangelischer
Bibelstunden untersagt werden, da diese Zusammenkünfte
demonstrativen Charakter trugen und geeignet waren, die Ruhe zu
stören."
"Diese Fälle sind mir
amtlich bekannt geworden, nicht mehr und nicht weniger!" |