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Altarbilder als
politische Vorahnung |
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In der 1928 in
Judenburg gebauten evang. Kirche kann man im Altarbild
bereits den Vorklang der "arischen Kunstauffassung" jener "neuen Zeit"
erkennen. Durch einige Künstler findet dieser Malstil durch
malerische Ausschmückungen auch in manche evangelische Kirchen Eingang.
In
Judenburg war auf dem Wandfresko hinter dem Altar ein blonder,
langhaariger, muskulöser und blauäugiger Christus mit strengem Blick zu
sehen, gekreuzigt vor einem smaragdgrünen Himmel. Zu Füßen des Kreuzes
steht eine Gruppe von Figuren, zu denen einige Familienmitglieder des
Pfarrers Taferner aus Judenburg Modell standen.
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Erich Hönig von Hönigsberg |
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Das Altarbild malte
Erich Hönig - eigentlich Erich Ritter Hönig von Hönigsberg -
(später mit dem Spitznamen "Soldatenhönig"
bezeichnet, weil sein bevorzugtes Genre Soldatenbilder für
Kriegerdenkmäler waren) der
seinen neuen Malstil bei der ersten Ausstellung der "Grazer
Sezession" im Jahre 1924 vorstellte.
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Heraufdämmern des
Austrofaschismus |
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Aus den vielen lobenden
Stimmen der Kritiker zu seinen Werken spricht wohl die Sympathie für den Austrofaschismus und seiner Bildersprache. Ist
es nur Zufall, dass Hönig (aufgrund der
positiven Beurteilung seiner Stilrichtung?) diesen eingeschlagenen Weg
fortsetzt und sich mehr und mehr mit der Bildersprache des Faschismus zu
beschäftigen beginnt?
Als ein makaberer Höhepunkt seines Schaffens ist das
Altarbild in der evang. Kirche in Voitsberg zu nennen, wo hinter der
Kreuzigungsszene eine brennende Synagoge und am Himmel ein
Fragment eines zerborstenen Davidsterns zu sehen ist.
Beschwichtigungshofräte sehen das natürlich "nur als Symbol des Überganges
vom Alten (dem Judentum) zum Neuen (Christentum)..." |
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Lob in der
"Deutsch-österreichischen Nationalzeitung |
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Zu
Hönigs Bildern äußerte sich der damals sehr bekannte Kunstkritiker Dr. Mirko Jelusich in der
Deutsch-Österreichischen Nationalzeitung (!) in einer langen
und ausführlichen detaillierten Besprechung sehr anerkennend. Er sieht in Hönig den
„Protagonisten einer neuen Zeit, deren Wetterleuchten bereits am
Horizont der Kunst zu erahnen sei" |
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Judenburg und
Voitsberg |
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Dr. D. Wolfgang Haase
tritt zurück |
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Der allseits beliebte und
respektierte Präsident des Oberkirchenrates, Dr. D. Wolfgang Haase,
gibt in einem Rundschreiben am 31. März 1925 seinen
Rücktritt bekannt. Er bedaure sehr, dass er nun die bevorstehenden
Generalsynoden A. und H. B. nicht eröffnen
könne. Er leide aber an einer "zunehmenden Nervenschwäche mit starker
Müdigkeit" und fühle sich nicht mehr in der Lage, den neuen Aufgaben
gerecht zu werden. Diese Synode sei ja zur Formulierung einer neuen
Kirchenverfassung geplant und bedeute einen riesigen
Aufgabenkreis, dem er sich nicht mehr gewachsen fühle. |
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Neue
Kirchenverfassung |
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Er habe gehofft, dass die
erste frei gewählte Kirchenleitung ihre Tätigkeit
noch in diesem Jahr aufnehmen könne und eine Umbildung der
gesamten Kirchenverfassung beschließt, um sich den neuen Gegebenheiten
anzupassen Deren Inkrafttreten bedürfe natürlich eines Bundesgesetzes zur
Abänderung des Protestantenpatents. Dies sei
bisher allgemeine Ansicht gewesen. |
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Plötzlicher
Meinungsumschwung |
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Plötzlich aber sei das nicht
mehr die Meinung aller. Etliche Synodalen hätten diese Meinung
unerwartet fallen gelassen und seien mit Nachdruck dafür
eingetreten, dass die nächste Synode sich nur auf die Festlegung neuer Bestimmungen über
Zusammensetzung und Wahl der Generalsynode
selbst zu beschränken habe. Das könne er so nicht mit tragen. Er habe
daher den zuständigen Minister ersucht, ihn mit 31. März d. J. in den
dauernden Ruhestand zu entlassen. Am 19. März sei dies mittels
Erlass genehmigt worden und er scheide mit heutigem Tage aus
dem Amte und der Behörde, der er seit 1907 angehört habe. |
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Segenswünsche an die Lehrer |
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Er dankt ausführlich
verschiedenen Gremien und besonders den Pfarrern, in deren
Gemeinden evangelische Schulen bestehen und ersucht,
allen Lehrern seine besonderen Grüße und Segenswünsche
zu übermitteln. |
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Anschluss der österr. evang.
Kirchen an den deutschen evang. Kirchenbund |
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Am 7. Dezember 1926 wird an
die Presbyterien vom Präsidenten des Evang.
Oberkirchenrates A. und H. B., Capesius, ein
Schreiben übermittelt. Darin berichtet er über die Vereinbarungen zwischen
dem Präsidenten des deutschen evang. Kirchenausschusses und dem
österreichischen Präsidenten des Oberkirchenrates, in welcher
der Anschluss der österreichischen evang. Kirchen an den deutschen
evang. Kirchenbund mitgeteilt wird. |
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Erstmals
Hörerinnen an der evang. Fakultät |
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Am 12. April 1928 werden
erstmals Frauen als ordentliche Hörerinnen zum
Studium an der evang.-theologischen
Fakultät in Wien zugelassen, allerdings nur als Hörerinnen... |
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Erster Hirtenbrief von SI
Heinzelmann |
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Nach Weihnachten versendet
Dr. Johannes Heinzelmann nach Antritt seines Amtes als Wiener
Superintendent einen Hirtenbrief. Er erinnert dankbar an seinen
bedeutenden Vorgänger, SI Dr. Lichtenstettiner und hofft auf baldiges
Inkrafttreten der neuen Kirchenverfassung (sie wird aber noch viele Jahre
auf sich warten lassen). Er mahnt zugleich bei
den Pfarrern eine raschere Erledigung der Akten und pünktliches Übersenden
der Matrikenduplikate ein :-) |
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Ein Referat erregt
Aufsehen |
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Ein Referat von Pfr.
Erich Heinz Schwaab aus Rechnitz wird von Pfr.
Johann Rajter aus Kukmirn am 27. Juli 1931 kommentiert und wirft
interessante Streiflichter auf die damalige Einschätzung des
Nationalsozialismus. Das Referat unter dem Titel:"
Gerechtigkeit dem Nationalsozialismus!" selber ist leider nicht
mehr auffindbar, aber der Schreiber, Pfr. Johann Rajter
zitiert in seiner Antwort oft aus diesem Text. |
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Eine realistische
Winschätzung? |
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Eingangs stellt er fest, das
Referat sei keine aus der Luft gegriffene,
sondern durchaus auf Tatsachen beruhende
Apologie des Nationalsozialismus. Er teilt die positive
Grundeinstellung des Referenten zur NS-Ideologie. |
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"Christliche Betrachtung" |
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Stutzig mache vielleicht
manche, dass Schwaab
sein Referat unter das Leitmotiv "christliche Betrachtung"
stelle. |
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Volksbewegung |
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Angesichts einer Volksbewegung, die den
schärfsten Kampf gegen führende Staatsmänner und Politiker führt,
sei es dringend notwendig, zum N. S. Stellung zu beziehen. Das Problem
türme sich bereits haushoch vor den Pfarren auf.
Wenn bei der letzten
Kandidatenprüfung "pro ministerio" in Wien die "Kommission einem
Kandidaten bedeutet, dass nicht Kirchenverfassung oder
Konkordat, sondern N. S. und Hakenkreuz das lebenswichtige
Problem der Kirche darstelle", mag es einleuchten, dass diese
Volksbewegung ALLE in der Kirche etwas angehe. |
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Aber auch mahnende
Töne |
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Danach geht er auf einige
Punkte im N. S. Parteiprogramm ein, die er wie der Referent mehrheitlich
bejaht. Nur bezüglich der Überlegungen zum Punkt 5 des
N. S. Parteiprogramms: "Freiheit allen
religiösen Bekenntnissen, soweit sie nicht den deutschen Staat und die
deutsche Art gefährden" meldet er
Bedenken an. Er findet es lobenswert wenn Pfr. Schwaab für
die Bewegung eintritt, die das deutsche Volk und den deutschen Staat
retten wolle. "Aber die Methode und die gewählten Mittel des N. S.
bergen die selben Gefahren, in denen wir bereits drinnen stecken, und
daraus uns der N. S. "erretten" will".... |
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Kontroversen um
Kirchenverfassung |
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Die Nachricht des
Evang. Pressverbandes, die österr. Generalsynode A. und H.
B. von 6. bis 12. Dezember 1931 habe eine "Union" zwischen
Lutheranern und Reformierten beschlossen, führt bei verschiedenen Stellen
zu Diskussionen, Auseinandersetzungen und unterschiedlichen
Interpretationen.
Postwendend wird seitens der Synode versichert, dass die neue Konstitution
keine "Union" bedeute, was wiederum eine Aussendung eines
Juristen zur Folge hat, der verschiedene Aspekte beleuchtet und
schlussendlich die augsburgische Konfession für die maßgebende
in
Österreich erklärt. |
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Widerstand gegen ein
drohendes Konkordat |
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Im April 1933 wird von Sen.
D. Eckhard, Prof. Dr. Sapper aus Graz und
August Kirchert aus Wien ein Flugblatt herausgegeben. Es wendet
sich vehement gegen den Abschluss eines Konkordats zwischen dem "Heiligen
Stuhl" und Österreich.
Die Definition Papst Benedikt XV.
eines Konkordates
als Privilegium, das der Papst kraft seiner Vormacht als
"Statthalter Christi" einzelnen Staatsregierungen einräume, sei
in Wahrheit ein schweres Joch, das die römische Kirche dem
Staat aufzuzwingen versuche. Es sei für keinen freiheitlich
gesinnten Österreicher anzunehmen, besonders aber nicht von
evang. Christen, die unter den Folgen des Konkordats von
1855 genug Schmerzliches erlebt hätten. Im Hinblick auf die kommenden
Wahlen müsse die evang. Kirche von jeder Persönlichkeit und jedem
Politiker eine klare Stellungnahme gegenüber dem Konkordat fordern. |
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Engelbert Dollfuß wird Bundeskanzler und Außenminister |
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Am 20. Mai 1932 wird der
frühere Landwirtschaftsminister
Dr. Engelbert Dollfuß österreichischer Bundeskanzler und
Außenminister einer Koalition aus Christlichsozialen,
Heimatblock und dem Landbund (die Vorläuferorganisation der
"Vaterländischen Front").
Nach der
Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland verweigert sich
Dollfuß in engem Einvernehmen mit Benito Mussolini einem
Anschluss an das
nationalsozialistische Deutschland. |
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Kartoffelsuppe aus
Kartoffelschälern... |
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Seine Gattin zeigte
manchmal eine erstaunliche Kälte gegenüber den Problemen der
Bevölkerung. Auf den immer wieder thematisierten Hunger der
Menschen bei Eröffnungen und Einweihungen reagierte sie
völlig unsensibel.
Bei der Einweihung des "Volksheimes" in
Spittal/Drau (am Platz des heutigen Stadtsaales in
der Lutherstraße) am 25. Oktober 1933 reagierte sie auf Zwischenrufe, die Brot
und Lebensmittel verlangten statt Aufmärschen und politischen Heimen mit
dem ärgerlichen Ausruf: "Man kann, wenn man will, selbst aus
Kartoffelschälern eine wunderbare Kartoffelsuppe kochen!" Als jemand
ausrief, dazu müsse man erst einmal Kartoffeln haben, verließ sie wütend
die Veranstaltung und Spittal...
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Gründung der
"Vaterländischen Front |
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Die
Vaterländische Front (VF) wurde am
20. Mai
1933 von
Engelbert Dollfuß
als "überparteiliche" politische Organisation aller
"vaterlandstreuen"
Österreicher und
Österreicherinnen gegründet.
Als einer der Gründungspfeiler kann eine Rede
von Engelbert Dollfuß am
11. September
1933 in
Wien angesehen
werden, in der er die Errichtung eines "sozialen,
christlich-katholischen, deutschen Staates Österreich auf ständischer
Grundlage und starker autoritärer Führung"
als sein ausdrückliches Ziel verkündet hat. |
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Wachsende Überwachung von
Pfarrern und ihren Predigten |
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Die Überwachung von
evangelischen Pfarrern setzt unmittelbar nach der Machtergreifung von
Dollfuß ein,
da er sie im Verdacht hat, mit dem deutschen Reich zu konspirieren. Nach den
Februar-Ereignissen des Jahres 1934 im
Ständestaat (nach einem bewaffneten Aufstand des "Republikanischen
Schutzbundes", wo sich deren Einheiten in Gemeindewohnbauten
wie z. B. dem Reumannhof, Goethehof und Karl-Marx-Hof
verschanzt hatten, ließ er Artillerie auffahren und in die Häuser
schießen.
Durch diese Ereignisse
herausgefordert ließ er kurze Zeit später als alleinigen politischen Willensträger
nur mehr die
"Vaterländische Front" zu. Er regierte in der Folge mit Notverordnungen und führte auf
Grund des einsetzenden nationalsozialistischen Terrors das Standrecht und die
Todesstrafe ein. Dazu mehr auf den folgenden Seiten. |
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Offizielle Zahlen |
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Nach
offiziellen Angaben haben die Kämpfe in ganz Österreich 118
Tote und 486 Verwundete auf Regierungsseite sowie
196 Tote und 319 Verwundete auf der
Gegenseite gefordert. Neun Schutzbündler werden
hingerichtet, mehr als 1.200 Menschen eingekerkert. |
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Aufruf zur Versöhnung |
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SI Dr. Johannes
Heinzelmann ruft noch im Februar in einem Hirtenbrief zur
Versöhnung der verfeindeten Gruppen auf und bittet um
Noblesse im strafrechtlichen Verfahren gegen
sozialdemokratische und nationalsozialistische Aufrührer. Beides wird nicht einmal
kommentiert, geschweige beachtet. |
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Politische Monopolstellung |
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Nach dem Verbot
aller anderen politischen Parteien, an deren Stelle eine
ständische Organisation des Volkes treten sollte, hatte die
"Vaterländische Front" eine politische Monopolstellung inne. Sie
war in eine Zivil- und eine Wehrfront gegliedert. 1934 tritt die "Heimwehr" geschlossen
in die "Vaterländische Front" ein. |
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"Alle Pfarrer heim in die
Front!" |
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Ähnliches verlangt und
erwartet man von allen Beamten, Staatsangestellten, Personen in
öffentlichen Positionen, wie auch von Klerikern und Geistlichen. Auch an die
Pfarrer der evang. Kirche ergeht vom (staatlich gesteuerten)
Oberkirchenrat diese "freundliche Einladung" und "brüderliche
Empfehlung". Die Meinungen von Pfarrern
und Superintendenten sind dazu geteilt. Manche begrüßen diesen Vorschlag
jubelnd, etliche sind vorsichtig distanziert, wenige lehnen dies strikt
ab. Diese lehnen vor allem einen Beitritt deshalb ab, weil nach Selbstdefinition der VF
(Vaterländische Front) diese sich als "christlich" im Sinne von
"katholisch" versteht. |
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Geteilte Meinungen,
Bedenken bleiben |
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Zahlreiche Gespräche von Superintendent Heinzelmann
mit dem Oberkirchenratspräsidenten und dem zuständigem Kultusminister können diese
Vorbehalte nie ganz ausräumen, obwohl diese Stellen immer wieder beteuern, dass
damit "selbstverständlich ALLE christlich
zu nennenden
Religionsbekenntnisse" umfasst seien. |
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