Die Geschichte der Evang. Kirche in Ständestaat

   und Naziregime

   Zeittafel der wichtigsten Ereignisse dieser Zeit 1

 

 

1918

30./31. Oktober

   

Berufung einer Deutsch-österreichischen Regierung unter Karl Renner

 
       
11. November   Kaiser Karl verzichtet auf Anteil an neuer Regierung  
       
12. November   Ausrufung Republik Deutsch Österreich durch den Präsidenten der Provisorischen Nationalversammlung Dr. Franz Dinghofer (»Deutschösterreich ist Bestandteil der deutschen Republik«)  
       
   
 
1919      

16. Februar

  Wahlen zur verfassungsgebenden Nationalversammlung  
12. März  

Nationalversammlung erklärt: Deutschösterreich ist Teil der Deutschen Republik

 
       
3. April   Habsburgergesetz in Österreich beschlossen  
       

6. September

  Friedensvertrag von St.-Germain-en-Laye durch Nationalversammlung unter feierlichem Protest vor aller Welt angenommen. Zentraler Punkt: Verbot des Anschlusses an Deutschland  
       
   
 
1920      
5. September  

Gründung der "Großdeutschen Volkspartei", deren Programm enthält Absicht zum "Anschluss"

 
       
29. September   Erstes politisches Auftreten Adolf Hitlers in Österreich (Reden u. a. in Wien, Innsbruck, Salzburg)  
       
1. Oktober   Nationalversammlung beschließt Bundesverfassung  
       
22. Oktober   Ende der großen Koalition; Regierung des »Bürgerblocks« (Christlichsoziale, Deutschnationale und andere konservative Kräfte); die Sozialdemokraten in der Opposition  
       
16. Dezember   Österreich wird in Völkerbund aufgenommen  
       
   
 
1921      
4. April   Restaurationsversuch Kaiser Karls in Ungarn scheitert  
       
24. April   Volksabstimmung in Salzburg für Anschluss an das Deutsche Reich, 98% dafür  
       
29. Mai   Volksabstimmung in Salzburg für Anschluss an das Deutsche Reich, überwältigende Mehrheit dafür  
       
29. Juli   Adolf Hitler übernimmt die Führung der NSDAP im Deutschen Reich  
       
13. Oktober   Venediger Protokoll zur Lösung der Burgenlandfrage  
       
24. Oktober   Neuerlicher Restaurationsversuch Kaiser Karls in Ungarn scheitert abermals  
       
30.November   Österreichische "Landnahme" des Burgenlandes  
       
   
 
1922      
1. Januar   Wien wird von Niederösterreich abgetrennt und wird eigenes Bundesland  
       
4. Oktober  

Unterzeichnung der Genfer Protokolle: Völkerbundanleihe (deren Umsetzung bedeutet radikale Sparmaßnahmen wie Beamtenabbau, Kontrolle der Notenpresse) und internationale Garantie der Souveränität Österreichs

 
       
31. Oktober   Mussolinis Marsch auf Rom; wird mit der Regierungsbildung beauftragt.

Italien wird faschistische Diktatur

 
       
   
 
1923
10. März  

Revolverattentat auf den jüdischen Schriftsteller Dr. Hugo Bettauer durch den Nationalsozialisten Otto Rostock. Bettauer stirbt an den Folgen des Attentates am 26. März. Er war 1890 in die evang. Kirche eingetreten. Der Prozess gegen den Attentäter geriet zur Farce.

Bettauers berühmtestes Buch »Die Stadt ohne Juden« beschreibt eine fiktive Situation in Wien nach dem ersten Weltkrieg. Das Gesetz der Judenvertreibung wird erlassen und von der Bevölkerung begeistert aufgenommen.

Der Zukunft vorausahnend entwickelt Bettauer 1926 das Szenario einer "judenfreien Stadt", in der wirtschaftliches und kulturelles Leben zusammenbrechen und die österreichische Gesellschaft langsam aber sicher verblödet

 
       
12. April   Die so genannte "Schlacht" auf dem Exelberg (am westlichen Stadtrand von Wien, 516m hoch, nahe Weidling am Bach) zwischen Nationalsozialisten und Mitgliedern des "Republikanischen Schutzbundes". Weitere Zusammenstöße am 4. Mai und 30. September  
       
12. April   Innenministerium bewilligt Gründung des "Republikanischen Schutzbundes"  
       
21. September   Städtisches Wohnbauprogramm für Wien beschlossen  
       
   
 
1924      
1. Juni   Attentat auf Bundeskanzler Prälat Ignaz Seipel  
       
12. Dezember   Einführung Schillingwährung (1 Schilling=10.000 Inflationskronen, 1 Friedenskrone=1,44 Schilling)  
       
   
 
1925   Abschluss des Abbaus von Beamten (seit 26. November 1922), 84.362 Beamte weniger, davon rund 47.000 Eisenbahner  
       
17./18. August  

Antisemitische und regierungsfeindliche Demonstrationen wegen des in Wien tagenden

14. Internationalen Zionistenkongresses

 
       
   
 
1926      
4. Mai   Gründung des Nationalsozialistischen Deutschen Arbeitervereins (Hitlerbewegung) in Wien; Unterstellung unter Adolf Hitler  
       
9. Juni   Ende der Finanzkontrolle durch Völkerbund über Österreichs Finanzwesen  
       
3. November   Die Sozialdemokratische Partei verabschiedet Parteiprogramm in Linz  
       
29. November   Neues Parteiprogramm der Christlich-Sozialen Partei, ebenfalls in Linz beschlossen  
       
   
 
1927      
30. Januar   Zusammenstoß zwischen Frontkämpfern und Schutzbündlern in Schattendorf/Burgenland  
       
5. Juli   Beginn des "Schattendorfer Prozesses" gegen drei Frontkämpfer: Freispruch am 14. Juli  
       
15. und 16. Juli   Streik, Unruhen, Demonstrationen wegen "Schattendorf-Urteil" (Brand des Justizpalastes)  
       
26. November   Attentat auf Bürgermeister Karl Seitz, Wien. Gemeinsame Führung aller Heimwehren gegründet  
       
   
 
1928      
13. Januar   Freisprüche im Prozess gegen Demonstranten vom Juli 1927  
       
5. Dezember   Wilhelm Miklas wird als Nachfolger von Michael Hainisch neuer Bundespräsident  
       
18. Dezember   Seipel erklärt, in den Heimwehren Bundesgenossen der "Bürgerlichen Parteien" zu sehen  
       
   
 
1929      
27. Januar   Der Christlich-soziale Politiker  Leopold Kunschak warnt vor Entwicklung bei Heimwehren  
       
24. Oktober   Börsenkrach in New York  
       
27. Oktober  

Großkundgebung der Heimwehr am Wiener Heldenplatz

 
       
7. Dezember   Novellierung der Bundesverfassung, stärkere Ausrichtung auf präsidiales System  
       
   
 
1930      
17. Januar   Gründung der "Bauernwehren"  
       
Im Monat Mai   284.543 staatlich registrierte Arbeitslose  
       
18. Mai   "Korneuburger Eid" der Heimwehren: "Staat ist Verkörperung des Volksganzen", Absage an den westlich demokratischen Parlamentarismus, Plädoyer für einen Führerstaat, ständische statt demokratische Prinzipien  
       
9. November   Letzte freie Nationalratswahlen der 1. Republik: Sozialdemokraten stärkste Partei  
       
Im Monat Dezember   Kurt von Schuschnigg gründet die "Ostmärkischen Sturmscharen", eine Wehrorganisation der Christlichsozialen Partei  
       
   
 
1931      
19. März   Unterzeichnung des deutsch-österreichischen Vertrages über Zollunion: dagegen hagelt es Proteste von Frankreich, Italien und Tschechoslowakei; im September werden diese Pläne endgültig aufgegeben  
       
Im Monat Mai   Creditanstalt-Bankverein steht vor Zusammenbruch. Eine Rekonstruktion erfolgt im Juli  
       
12. September   Putschversuch des steirischen Heimwehrführers Dr. Walter Pfrimer. Wird im Dezember von Anklage des Hochverrates freigesprochen  
       
31. Dezember   302.000 unterstützte und weitere 98.000 "ausgesteuerte" Arbeitslose in Österreich  
       
   
 
1932      
Im Monat März   Zahl der Arbeitslosen auf 362.000 unterstützte und etwa 150.999 "ausgesteuerte" gestiegen  
       
24. April   Landtagswahlen in Wien, NÖ, Salzburg bringen deutliche Gewinne für Nationalsozialisten  
       
17. Mai   Erster Nationalsozialistischer Bürgermeister in Österreich (Friesach, Kärnten)  
       
20. Mai   Dr. Engelbert Dollfuß wird als früherer Landwirtschaftsminister Bundeskanzler und Chef einer Koalitionsregierung aus Christlichsozialen, Landbund, Heimwehr)  
       
15. Juli   Unterzeichnung des "Lausanner Protokolls" betreffend eine neue Völkerbundanleihe für die österreichischen Staatsfinanzen; erneutes Anschlussverbot wie im Genfer Protokoll 1922  
       

9. September bis

2. Oktober

  Gautage der NSDAP in ganz Österreich: Joseph Goebbels und Ernst Röhm als Sprecher, in der Folge Ausschreitungen und Zusammenstöße  
       
20. September   Univ. Prof. Dr. Theodor Innitzer wird Wiener Erzbischof. (Gustav Kardinal Piffl +am 21. April)  
       
1. Oktober  

Regierung Dollfuß wendet erstmalig das Kriegswirtschaftliche Ermächtigungsgesetz von 1917 an

(Einschränkung der Pressefreiheit, Verbot von Aufmärschen und Versammlungen)

 
       
Wintermonate 1932/33   Weltwirtschaftskrise erreicht ihren Höhepunkt  
       
   
 
1933      
15. Februar   Mit 402.000 "unterstützten" und 200.000 "ausgesteuerten" Arbeitslosen in Österreich höchster Stand erreicht  
       
4. März   Rücktritt aller 3 Präsidenten des Nationalrates (so genannte "Selbstausschaltung")  
       
7. März   Bundesregierung bezeichnet sich als weiter im Amt im Gegensatz zum Nationalrat  
       
31. März   Verbot des Republikanischen Schutzbundes (bleibt aber illegal bestehen)  
       
23. April   Nationalsozialistische Wahlsiege bei Gemeinderatswahlen in Innsbruck: NSDAP mit 41,1 % der abgegebenen Stimmen stärkste Partei  
       
1. Mai   Verhinderung des Mai-Aufmarsches der Sozialdemokraten  
       
10. Mai   Vorläufiges Verbot aller Landtags- und Gemeinderatswahlen durch Bundesregierung  
       
15. Mai   Bündnis zwischen Großdeutschen und Nationalsozialisten  
       
20.Mai   Gründung der "Vaterländischen Front" als "überparteiliche Zusammenfassung aller regierungstreuen Österreicher"  
       
26. Mai   Verbot der Kommunistischen Partei Österreichs  
       
27. Mai   "Tausend-Mark-Sperre" von Deutschland verhängt (Deutsche Staatsbürger müssen vor der Reise nach Österreich RM 1.000,- erlegen; große Schädigung des Fremdenverkehrs)  
       
29. Mai   Straßenschlacht in Innsbruck zwischen Heimwehr und nationalsozialistischen Studenten. Das Bundesheer muss eingesetzt werden; Bilanz: 43 Verletzte und zahlreiche Verhaftungen.

Beginn der nationalsozialistischen Terrorakte in Österreich

 
       

5. Juni

 

  Unterzeichnung des Konkordats in Rom durch Dollfuß und Schuschnigg  
       
12. Juni   Serie von nationalsozialistischen Sprengstoffangriffen in ganz Österreich. An achtzehn Tagen im Juni gibt es nationalsozialistische Übergriffe verschiedener Art. Bomben- und Böllerexplosionen, Brandstiftungen usw.  
       
8. bis 12. September   "Allgemeiner Deutscher Katholikentag" in Wien ohne deutsche Beteiligung  
       
23. September   Verordnung über die Errichtung von Anhaltelagern zur Internierung politischer Häftlinge u. a. in Wöllersdorf  
       
27. September   Heimwehr tritt geschlossen in "Vaterländische Front" ein  
       
16. Oktober   Parteitag der Sozialdemokraten beschließt Streichung des "Anschluss-Artikels" aus ihrem  Parteiprogramm  
       
19. Oktober   Verbot der NSDAP  
       
10. November   Einführung der Todesstrafe  
       

 

Dr. Karl Renner

 

Dr. Franz Dinghofer, deutschnationaler

Politiker und Gründer

der "Großdeutschen Volkspartei"

 

Die neue Regierung

 

Das Gesetz über die

neue Staats- und Regierungsform

 

Umfassende Kontrolle 

der Staatsfinanzen durch Völkerbund

 

Ein prophetischer Roman

 

Prälat Dr. Ignaz Seipel

 

Brand des Justizpalastes

 

Bürgermeister Karl

Seitz mit interessanter

Handbewegung...

 

Bundespräsident

Hainisch

 

Bundespräsident

Miklas

 

Leopold Kunschak

 

Rechtsanwalt Dr. Walter Pfrimer aus Judenburg

 

Dr. Engelbert Dollfuß

 

Schutzbundeinheit

 

Kardinal Piffl

 

Erzbischof Innitzer

bei einer Stimmabgabe

 

Schuschnigg als Redner

beim Katholikentag

 

 

 

Unterseiten:

Probleme der Forschung

Zeittafel   1

Zeittafel 1a

Zeittafel   2