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Anschluss
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Am 12. März 1938
marschieren deutsche Truppen in Österreich ein.
Österreich hat aufgehört zu existieren. |
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Erster Erlass der neuen
Führung der evang. Kirche Österreichs |
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Wenige Tage später, am
17.März 1938, erreicht ein Erlass der neuen Führung der evangelischen Kirche,
unterzeichnet von Oberkirchenrat Dr. Robert Kauer die Superintendenten, Senioratsämter, Pfarrämter und Presbyterien:
"Gott hat an dem deutschen
Volk und unserer Heimat ein großes Wunder getan. Der Führer des Deutschen
Volkes hat es aus schwerer Drangsal befreit, die uns Evangelische an die
schlimmsten Zeiten der Gegenreformation erinnerte. Der unnatürliche, seit
1866 bestehende Zustand der Teilung ist beseitigt, ein tausendjähriger
Zustand wieder hergestellt und der Herzenswunsch des früheren, wie des
jetzigen Geschlechtes erfüllt. Das Deutsche Volk in Österreich lebt wieder
mit seinem Brüdern innerhalb einer gemeinsamen Grenze im Großdeutschen
Reich.
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"Wir danken dem Führer..." |
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In dieser feierlichen Stunde
erklären wir namens der Evangelischen Kirche in Deutschösterreich, deren
Volksverbundenheit sich immer und insbesondere in den letzten Tagen
bewiesen hat:
- Wir danken dem
Führer für seine große Tat.
- Wir geloben ihm
Treue.
- Wir sind bereit, als
Deutsche Evangelische Kirche, mit Leid und Freud unserem Volke
unlösbar
verbunden, an seinem Aufbau tätig mitzuwirken aus der Kraft des
Evangeliums.
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Im Gottesdienst am 20. März
1938 zu verlesen
Retter aus der Not? |
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Diese Erklärung ist im
Gottesdienst am Sonntag, dem 20. März 1938, in allen Evangelischen Kirchen
zu verlesen. Ferner ist auch das Begrüßungstelegramm zu verlesen, das an
den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gerichtet wurde:
,Im Namen der mehr als
330.000 Evangelischen Deutschen in Österreich begrüße ich Sie auf
österreichischem Boden. Nach einer Unterdrückung,, die die schlimmsten
Zeiten der Gegenreformation wieder aufleben ließ, kommen Sie als
Retter
aus 5jähriger schwerer Not aller Deutschen hier ohne Unterschied des
Glaubens. Gott segne Ihren Weg durch dieses Deutsche Land, und Ihre
Heimat!"
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Eid auf den "Führer" |
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Schon im April 1938 wurde
von allen geistlichen Amtsträgern verlangt, einen Eid
mit folgendem Wortlaut abzulegen:
"Ich,
Endesunterzeichneter, leiste hiermit das feierliche Versprechen, ich werde
dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, treu und
gehorsam sein, die Gesetze beachten und meine Amtspflichten gewissenhaft
erfüllen. So wahr mir Gott helfe". |
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Ein Bischof für die
Evangelische Kirche Österreichs |
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Bald darauf noch im Frühjahr
1938 wurde Superintendent Dr. Hans Eder aus
Oberösterreich mit der geistlichen Leitung der
evang. Kirche betraut. Seine Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus war
wie die der meisten Evangelischen wohlwollend und voller Sympathie. Er war
- beinahe muss man sagen: natürlich - Parteimitglied.
Eigentlich durfte er das
aber gar
nicht sein, denn Pfarrer nahm man nicht in die Partei auf. Selbst wenn ein
Pfarrer in der Verbotszeit der NSDAP ein "illegales"
Parteimitglied war, wurde seine Mitgliedschaft im Nazistaat nicht
anerkannt, und er wurde daher auch nicht offiziell in die Partei übernommen. Pfarrer
waren also quasi "verhinderte" Parteigenossen. Das
zeigt bereits gut, wie man Pfarrer im 3. Reich sah...
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Die Einstellung Eders ändert
sich |
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Die positive
Einstellung von Bischof Eder gegenüber dem Nationalsozialismus sollte sich
allerdings bald ändern.
Ein Jahr - von 1938 bis 1939 - hat genügt, um
ihm bewusst zu machen, welchen Weg der Nationalsozialismus gehen wird.
Er
erlebte die Auflösung und Zerschlagung der Jugend- und
Frauenorganisationen, des evang. Religionsunterrichtes,
Repressalien gegen die Innere Mission usw. |
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Trotzdem zunehmender
Antisemitismus in der Kirche |
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So wie Bischof Eder wurde es nach und nach
vielen Evangelischen bewusst, dass die Nazis das Christentum auslöschen
und die Kirchen zerstören wollten. Trotz
zunehmender Ernüchterung gegenüber den Nazis nahm der
Antisemitismus innerhalb der Kirche stark zu.
Ab
1939 wird bei der Bewerbung um eine Vikarstelle der
"Ariernachweis" gefordert.
Im Jahre 1940 wird das
Pfarrergesetz um den "Arierparagraphen" erweitert.
Ab 1941 wird von der Wiener Pfarrerschaft beschlossen,
Davidsternträgern - also getauften Juden - den Besuch
des Gottesdienstes zu verweigern. |
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Mutige Worte |
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Aber es gab Gott sei Dank
auch andere Beispiele. Nicht zuletzt auch Bischof Eder selbst. Er hat nach
einem Jahr, in dem der Nationalsozialismus seine wahres Gesicht zu zeigen
begann, unglaublich mutige Predigten gehalten und hat fortwährend
aufgezeigt, was der Nationalsozialismus Menschen und Kirche antut. |
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Zwei Diakonissinnen
beschämen die eigene Kirche |
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Besonders zu erwähnen ist
hier auch das Wirken der beiden Diakonissinnen Sr. Annalena Petersen
und Sr. Greta Andrén aus Schweden an der "Israelmission"
in Wien. Sie haben bis zur Schließung des Hauses
durch die Gestapo ein kleines Auswanderungsbüro
betrieben, und konnten damit mehr als 3.000 Menschen - Juden
und Christen jüdischer Abstammung - eine Ausreise
ermöglichen. Ab 1941 konnte sie allerdings nur mehr den getauften Juden
Beistand leisten, die den Weg der Vernichtung in
die Konzentrationslager
antreten mussten. Die Arbeit dieser Schwestern in der "Israelmission" ist
bis heute von der evang. Kirche nicht gewürdigt worden. |
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Austrittswelle zwischen 1940
und 1945 |
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In Laufe der Nazizeit setzte
übrigens eine große Austrittswelle aus der Evang.
Kirche ein. Viele Nazis, die während des Ständestaates das
"kleinere Übel" evang. Kirche wählten, kehrten ihr jetzt wieder
den Rücken. Nicht umsonst hatte Schuschnigg diese im
Ständestaat zur evang. Kirche konvertierten Menschen "Trutzprotestanten"
bezeichnet. |
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Wendehälse anno 1938 |
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Wie rückgratlos
diese Menschen ihr Mäntelchen nach dem jeweiligen politischen Wind
hängten und sich flugs neuen Verhältnissen anpassten, zeigt die
Wiedereintrittswelle der seinerzeit Ausgetretenen nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Die oft
zitierten "Wendehälse" von 1989 in Deutschland gab es wohl
schon immer in allen wechselnden politischen Systemen... |
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"Beschleunigtes Verfahren"
für Aufnahme von "deutsch gesinnten Volksgenossen"
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Vorerst allerdings feierte
man das neue System und die Neueintritte. "Deutsche Volksgenossen", die
erklärten, durch ihre Erlebnisse im Ständestaat den Wert der evang.
Kirche kennen- und schätzen gelernt zu haben, wurde nach einem Erlass des
Oberkirchenrates die dreimonatige Wartefrist zur Aufnahme erspart. Bei
anderen Personen wird darauf hingewiesen, genau zu prüfen, was ihre
Motive für den Eintritt seien und seitens des
Oberkirchenrates empfohlen, mit einer eventuellen Aufnahme sehr vorsichtig
zu sein.
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Die "Nürnberger
Rassengesetze" werfen ihre Schatten nach Österreich |
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In einem Rundschreiben an
die evang. Pfarrgemeinden weist der evang. Oberkirchenrat darauf hin, dass
im Moment die Bestimmungen des "Nürnberger Rassengesetzes" bei Aufgeboten
und Eheschließungen formell zwar noch keine Geltung
haben, aber mit deren
Durchführung in nächster Zeit zu rechnen ist.
Es sei weder von
seelsorgerischer noch standesamtlicher Seite her zweckmäßig, eine
Eheschließung durchzuführen, die in der Folge für ungültig erklärt werden
könnte. Es bliebe den Ehewerbern überlassen, eine "Notzivilehe"
einzugehen. |
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Erklärung des
Oberkirchenrates zur Volksabstimmung am 10. April 1935 |
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Für den 10. April
sei das
Volk "aufgerufen, in einer ehrlichen und freien Abstimmung vor aller Welt
zu bekunden, dass die Rückkehr ins Reich und damit die politische
Neugestaltung unserer Heimat dem tiefen Verlangen und Wünschen
des Volkes
entgegenkommt".
Mit diesem Herzenswunsch habe sich die evang. Kirche stets
identifiziert. Das vorbehaltlose "Ja" zum Führer ist für die Evangelischen
selbstverständliche völkische Pflicht. Dieses "Ja" sei aber auch
aufrichtiger Dank an den gnädigen Gott für Rettung aus einer
Unterdrückung, die an die Zeiten der Gegenreformation erinnerte. |
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Erste Wolken am Himmel
des neuen Staates |
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Am 4. April 1936 ergeht ein
Rundschreiben an alle evang. Institutionen, Ämter und Einrichtungen in
Österreich. Darin wird verkündet, dass der kommende Präsident des
Oberkirchenrates A. und H. B., Dr. Robert Kauer, von Reichsamtsleiter
A.
Hoffmann im Stab des Beauftragten des Führers, Gauleiter Bürckel, mit
Verfügung vom 4. April 1938, als Generalbevollmächtigter für alle
evangelischen Vereine, Einrichtungen und Institutionen, Anstalten und
sonstigen Organisationen bestellt wird.
Alle seit dem 12. März 1938
getroffen Veränderungen in der Vereinsstruktur werden für Null und Nichtig
erklärt. Es wird eine genaue Liste aller Vorstände der Vereine
angefordert, außerdem eine genaue Auflistung des jeweiligen
Vereinsvermögens gefordert.
De facto beginnt damit der
Weg zur Auflösung aller Vereine, Einziehung deren Vermögens,
und - sofern
möglich - die Übernahme der Mitglieder durch ähnliche
nationalsozialistische Vereine wie "Deutsche Frauen" oder
"Bund deutscher Mädchen" etc.
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Beflaggungsverordnung |
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An alle Pfarrämter,
Presbyterien, Seniorate und Superintendenturen ergeht am 8. April 1938
eine genaue Anweisung des Oberkirchenrates für die Beflaggung
vom Kirchen, Schulen und kirchlichen Gebäuden. Ohne jeden
weiteren Befehl des Oberkirchenrates haben die Verantwortlichen in
den Pfarrgemeinden an allen Festtagen
des Reiches, der Partei oder des
Volkes, die Flagge des Reiches (Hakenkreuzfahne) an
den Kirchen zu
hissen. Die Verwendung von ehemaligen Landesflaggen sowie der
rot-weiß-roten ehemaligen Bundesflagge ist ausdrücklich verboten.
Auch die Kirchenbundflagge dürfe bis auf weiteres nicht mehr verwendet
werden. |
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Dankgottesdienst |
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Am 11. April ergeht ein
Erlass des Oberkirchenrates, dass am Ostermontag, dem
18.März 1938 ein Dankgottesdienst abzuhalten sei. Das
Ergebnis der Volksabstimmung am 10. April habe der ganzen
Welt gezeigt, was der Wille des Volkes sei. Das Lügensystem der
vergangenen Jahre sei entlarvt, der Weg in die Zukunft sei frei. Es folgt
eine ausführliche Anweisung zum Ablauf und die zu verwendenden Texte. Der
Gottesdienst sei mit dem "Deutschlandlied" und dem
"Horst-Wessel-Lied" abzuschließen. |
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Positive innerkirchliche
Reaktionen zu Abstimmung und Anschluss |
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"Was wir [Burgenländer]
uns bei dem Anschluss an das österreichische Reich
sehnend wünschten ... hat uns Gott mitten hinein in
unsere angstvollen Fragen ... wie ein Wunder durch Sein Rüstzeug,
unseren gesegneten Führer Adolf Hitler, in der Nacht vom 11.
auf den 12. März 1938 geschenkt ... Wir sind
heimgekehrt zur großen deutschen Volksgemeinschaft und sind
nunmehr durch die Proklamation unseres Führers
unzertrennlich mit dem Reiche verbunden ... ich grüße in
herzlicher Verbundenheit des Glaubens und der Liebe mit einem
dankerfüllten und fürbittenden Heil Hitler!" |
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Langatmige Erklärung des OKR
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Am 19. Juni 1938 ergeht ein
langatmiger und wortreicher Erlass des OKR an alle
Superintendenturen, Senioratsämter, Pfarrämter und die schulerhaltenden
Gemeinden einschließlich des Burgenlandes, mit dem Inhalt der
Benachrichtigung von der Auflösung des evang.
Schulwesens mit Vorschlägen und Anweisungen
zur Durchführung.
Dem Erlass ist ein "Aufruf
an die Angehörigen der Evang. Kirche A. und H. B." beigelegt, der
das Nachgeben der Kirche anlässlich der Aufgabe des evang. Schulwesens
rechtfertigen sollte. |
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Aufwertung der evang.-theol.
Fakultät Wien
wird beantrag |
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Dekan Univ.-Prof. D. Dr.
Gustav Entz bringt in einem Schreiben an das Ministerium
für Inneres und kulturelle Angelegenheiten in Wien seine Gründe
für eine Erweiterung und Vergrößerung der evang.-theol. Fakultät zu
Papier.
Er betont darin, dass Wien nicht mehr als
politische Zentrale angesehen werden könne, wohl aber als
Kulturmetropole für den südostdeutschen Raum und für
den Volksdeutschen Raum über die Grenzen hinaus. Darin müsse
auch die evang.-theol. Fakultät diesem Auftrag nachkommen.
Ein großzügiger
Ausbau der bisher sehr kleinen Fakultät sei daher unbedingt notwendig.
Vermehrung von Lehrstühlen, Schaffung neuer Dozenturen, fremdsprachliche Homiletik (slowakische oder ungarische Sprache), Erweiterung der
Vorlesungs- und Studienräume,
Ausbau von Bibliotheken und Seminaren sei wünschenswert. |
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Keine Namen von NS-Helden
für Kirchen und kirchliche Gebäude |
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In recht barschem Ton
wird vom "Führer" das Ansinnen einiger
Pfarrgemeinden abgewiesen, welche in einer Art
"vorauseilendem Gehorsames" Kirchen oder
kirchliche Gebäude nach Vorkämpfern der
nationalsozialistischen Bewegung benennen wollten. Im
Antwortschreiben Hitlers heißt es u. a.: "Es ist ... völlig unangebracht, Namen
von Männern, die ... auf dem Gebiet des politischen Kampfes symbolische
Bedeutung erlangten, mit Einrichtungen und Bestrebungen zu verknüpfen, die
auf ganz anderen Gebieten liegen ... völlig abwegig wäre es
... wenn auf diese Weise miteinander ringende Anschauungen und
Bestrebungen ... verknüpft würden. Ich wünsche deshalb ...
grundsätzlich nicht, dass kirchliche Gebäude nach Kämpfern und Helden der
NS-Bewegung benannt werden ..."
Dies teilte der OKR den
Gemeinden am 12. 9. 1938 mit, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass man sich
seitens des Oberkirchenrates "in voller Übereinstimmung mit
den diesbezüglich ergangenen Anordnungen des Führers"
befinde...
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