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Wie der Teufel zum
Tintenfleck kam... |
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Zur Entstehung
der Legende, dass Luther auf der Wartburg den
Teufel mit Tinte bekämpft, führte
wohl, dass Luther durch die Übersetzung der biblischen Schriften
ins Deutsche auf seine Art - nämlich schriftlich -
den Teufel bekämpft:
"Wie sie reden vnd darnach dolmetzschen so
verstehen sie es den und merken das man Deutsch mit jn redet."
Es ist übrigens nicht die
erste Bibelübersetzung ins Deutsche, denn eine
solche erscheint bereits 1466 in Straßburg, doch
diese strotzt nur so von Fehlern, Auslassungen, Irrtümern und
Verdrehungen.
An Luthers
Übersetzung ist neu,
dass er als Vorlage nicht wie seine Vorgänger die lateinische
Vulgata des Neuen Testaments, sondern
einen von Erasmus von Rotterdam aus vorliegenden
Handschriften und
aus Zitaten der Kirchenväter rekonstruierten griechischen Urtext und die mit vielen kritischen
Anmerkungen versehene mitgelieferte neue lateinische Übersetzung
verwendet.
Der Humanist
Johann Froben druckt 1516 in Basel das
Papst Leo X. gewidmete
"Novum
Instrumentum omne/ diligenter ab Erasmo Roterdamo recognitum &
emendatum, non solum ad graecam veritatem, verumetiam ad multorum
utrisque linguae codicum ... emendationem & interpretationem,
praecipue, Origines, Chrysostomie, Cyrilli ...*)
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Schöpfen aus der
unverfälschten Quelle |
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In seinen
Vorreden zum Urtext schreibt Erasmus,
dass "jene Heilslehre viel reiner und
lebendiger aus den Quellen selbst geschöpft wird als aus Tümpeln
oder abgeleiteten Bächen" und betont:
"Leidenschaftlich rücke ich von denen ab, die
nicht wollen, dass die heiligen Schriften in die Volkssprache
übertragen und auch von Laien gelesen werden, als ob Christus so
verwickelt gelehrt hätte, dass er kaum von einer Handvoll Theologen
verstanden werden könne, und als ob man die christliche Religion
dadurch schützen könne, dass sie unbekannt bleibt. Es mag angehen,
dass Könige ihre Geheimnisse verheimlichen, aber Christus will mit
Nachdruck, dass seine Geheimnisse unter das Volk gebracht werden.
Ich würde wünschen, dass alle Weiblein das Evangelium lesen, auch
dass sie die Paulinischen Briefe lesen ..."
Oje, armer
Erasmus, du hast wohl bittere Erfahrungen mit der
Weiblichkeit gemacht...
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Ein Bestseller und
mediales Großereignis |
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Luthers
Bibelübersetzung ist jedenfalls ein Bestseller.
Es scheint beinahe so, als hätte man schon lange voller Sehnsucht
auf diese Arbeit gewartet, und so verbreitet sich über
Melanchthon der Text der Übersetzung in Windeseile
an einige Druckereien, die allerdings Seite für Seite als
Holztafelschnitt anfertigen müssen
Die erste
Druckausgabe ist jedoch nicht wie vielfach angenommen die
"Gutenbergbibel". (Diese war ja ein lateinischer Druck
der Vulgata und hatte nichts mit der deutschen
Übersetzung Luthers zu tun).
In den Cranachhöfen
Wittenbergs fertigt Hieronymus Lotther 1522 die
Septemberbibel*) (mit dem Neuen
Testament), von der innerhalb dreier Monate 3.000 Exemplare verkauft
werden.
Bis zum September 1534 erscheinen
nicht weniger als 87 hochdeutsche und 19 niederdeutsche
Ausgaben des Neuen Testamentes.
Im gleichen Jahr
(1522) erscheint aber auch die vom
Ratsherren und Bürgermeister Hans Lufft gedruckte
Komplettausgabe (Altes und Neues Testament und Psalmen)
"Biblia das ist die gantze Heilige Schrifft
Deudsch".
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Kritiker und Gegner
greifen die Bibelübersetzung Luthers an |
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Die gedruckte
und ins deutsche übersetzte Bibel ruft aber
auch Kritiker und Gegner auf den Plan.
Am bekanntesten ist da wohl Hieronymus Emser zu
nennen, ein Humanist und kath. Kontroverstheologe, * 26.3.
1478 in Weidenstetten bei Ulm, † 8.11. 1527 in
Dresden.
Emser
studiert seit 1493 in Tübingen und seit 1497 in
Basel und promoviert 1499 zum magister artium. Vor
1502 empfängt er die Priesterweihe und begleitet 1502/03 als
Sekretär und Kaplan den Kardinallegaten Raimund Peraudi,
der auf seiner Rundreise durch das deutsche Land den
Jubelablass verkündigt und zum Krieg gegen die
Türken aufruft.
1504 hält Emser
an der Universität Erfurt humanistische
Vorlesungen, die auch Martin Luther hört. Anfang 1505
promoviert er in Leipzig zum Bakkalaureus
der Theologie, später auch zum Lizentiaten
der Rechte. Emser wird schließlich 1509
in Dresden Sekretär und Kaplan des Herzogs Georg
von Sachsen und bemüht sich in seinem Auftrag eifrig um die
Heiligsprechung des Bischofs Benno von
Meißen: er reiste in dieser Angelegenheit nach Rom und
veröffentlicht 1512 seine mehr als legendenhafte "Vita
Bennonis". |
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Emser
ist der unermüdlichste unter den älteren literarischen Gegnern
der Reformation. Mit seinem Schreiben an den Verweser des Prager
Erzbistums nach der Leipziger Disputation Luthers mit
Johann Eck (1519) beginnt der literarische Streit.
In leidenschaftlichen
und groben Schriften bekämpfen sich der "Bock zu Leipzig"
(Anspielung auf Emsers Familienwappen) und der
"Stier zu Wittenberg". Als Luther es 1522
aufgibt, mit Emser weiter zu streiten, setzt dieser
den Kampf unentwegt fort: er veröffentlicht Gegenschriften
zu neuen Schriften Luthers, übersetzt
Schriften anderer gegen Luther oder gibt
solche neu heraus, also fast so etwas wie ein
Verlagsstreit unserer Tage. Er polemisiert aber auch gegen
Andreas Bodenstein, genannt Karlstadt und
Huldrych Zwingli. Bekannt wirdi Emser aber
besonders durch seine Übersetzung des "Neuen Testaments".
Herzog Georg ließ Luthers "Neues Testament" in
seinem Land einziehen und Emser
verteidigt diese Maßnahme in einer scharfen Kritik an der
Übersetzung Luthers, auch an seinen Vorreden und
Glossen.
Er versucht außerdem
(allerdings ziemlich erfolglos, da niemand im Einflussbereich der
Reformation seine Schriften sonderlich ernst nimmt) Luther
"1400 ketzerische Irrtümer und Lügen" nachzuweisen. |
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Da diese Vorwürfe eher
ungehört verhallen, geht er im Auftrag des Herzogs nun
daran, durch seine Übersetzung Luthers "Neues
Testament" zu verdrängen: er revidiert Luthers
Übersetzung nach der Vulgata, "dem glaubwürdigen
Text der christlichen Kirche", und benutzt dazu die
mittelalterlichen deutschen Übersetzungen der Bibel. Emsers "Neues
Testament" erscheint 1527 mit einem Vorwort des
Herzogs, auch mit Vorreden und Glossen und Bildern zur
Apokalypse von Lukas Cranach. Diese
Übersetzung findet aber trotz oder gerade wegen der Ablehnung durch
die reformatorischen Anhänger weiteste Verbreitung im katholischen
Volk Sachsens.
Emsers
Nachfolger als Hofkaplan und Rat des
Herzogs Georg von Sachsen wurde übrigens Johannes
Cochläus, einer der schärfsten Gegner Luthers. |
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Die "Narrenliteratur" |
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Damals stöhnt Sebastian Brant
(1457 - 1521), ein streitbarer Publizist des Humanismus an
der Schwelle zur Neuzeit und wichtiger Vertreter
der "Narrenliteratur*):
"Alle land syndt yetz voll Heyliger
geschrifft"... wie schön, kann man da nur sagen :-)
*) Mit
Narrenliteratur werden in der heutigen Forschung literarische Werke bezeichnet,
die sich - ähnlich wie die Ikonographie in mittelalterlichen
Psalterhandschriften von Psalm 52 - inhaltlich mit der Gegenüberstellung eines weisen Königs mit einem weltlichen Gegenpart beschäftigen.
Analog zur
Visualisierung der Weisheit (lat. sapientia) mit der
Narrheit
(lat. stultia) befinden sich in der frühen Narrenliteratur König
Salomo und ein weltlicher Mensch im Zwiegespräch. Während in den Psaltermalerereien der König durch
David verkörpert wird, entspricht die weltliche Figur in der Narrenliteratur ab dem späten 12. Jahrhundert der des Psalms 52 in der Ikonographie: dem Narren in seiner ganzen "Vielfalt" als gottverneinender, ungläubiger Mensch.
Während die
Narrenliteratur seit dem 11. Jahrhundert bezeugt ist, wird schon früh - mit der Veränderung zum Gottlosen - die fingierte Figur des Narren mit dem Namen
Markolf oder Morolf benannt, der als Parodist des weisen Königs auftritt. Die Figur des
Markolf erfreut sich in der deutschen, französischen und englischen Literatur bis ins ausgehende Mittelalter großer Beliebtheit, wogegen der Narr an sich außerhalb der
"Markolftradition" keine größere Rolle in der Literatur spielt. Vereinzelt taucht er in sogenannten
Exempla auf, manchmal wird auch das
Hofnarrenmotiv zum Thema gemacht. Häufiger schon begegnet er in Fastnachtsspielen des 15. Jahrhunderts.
Mit der
Gleichsetzung des Narren mit der Sünde (Tod, Gottesferne) erscheint der Narr erstmals in einem
Bilderbogen (etwa unseren heutigen Comics vergleichbar) aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, in dem er als
Verbildlichung der sieben Laster Spruchbänder in der Hand hält
(man nannte diese Bögen die "Acht-Narren-Bilderbogen")
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"Das Narrenschiff"
Sebastian Brants |
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Schlagartig bekannt - und damit zur wichtigsten Symbolgestalt des ausgehenden Mittelalters - wird die Figur des Narren durch
Sebastian Brants deutschsprachiges Narrenschiff (1. Auflage 1494). Das Werk, das alle möglichen
Dummheiten, Laster und Übeltaten teils satirisch, teils lehrhaft anprangert, kann als
"Bestseller" des 15. und 16. Jahrhunderts bezeichnet werden; mehrere Übersetzungen in zahlreiche europäische Sprachen sowie ins Lateinische bezeugen dies.
Das "Narrenschiff" Brants wurde sehr gern
von verschiedenen Predigern, it. B. von dem bekannten Prediger Johann
Geiler von Kaysersberg benutzt, um vor der
Lasterhaftigkeit und der Gottesferne zu warnen.
Erasmus von Rotterdam begegnet in seinem Werk von 1509
"Moriae Encomium sive Stultiae Laus" (dt. "Lob der Torheit")
dem Narrenphänomen in eher unbefangen-heiterer Weise, das später in den bekannten fastnächtlichen
Schwänken von Hans Sachs und anderen fortsetzt.
Zur Zeit des "Narrenschiffs"
entsteht auch die bekannteste Fassung des Till Eulenspiegel,
wenn der Stoff auch möglicherweise ins späte 14. Jahrhundert, sicher aber bis ins 15. Jahrhundert reicht.
Spätwirkungen Brants und seiner Zeitgenossen lassen sich sogar noch in Schriften des Barockpredigers
Abraham a Sancta Clara nachweisen. So gehen seine berühmten
Predigten "Die Sau mit dem güldenen Halsband" und "Predigt
an die leeren Kirchenbänke" auf Brant zurück, während 1708 ein
"Narrenspiegel" erschien, der eine "Kaysersbergsche Narragonische Schifffahrt"
vorstellt
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Der Narr in der
Reformation |
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Thomas Murner,
der bereits im ersten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts einige Narrenwerke verfasste, führte den Narren in die Reformation ein, indem er
Martin Luther als "gar Gross Lutherisch Narr"
geißelt. Damit wollte er ausdrücken, dass die Anhänger Luthers allesamt dem
Insipiens, (dem ungläubigen Narren aus Psalm 52 entsprechen. |
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Wenig Verständnis für
diese Art von Humor bei den Protestanten |
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Die Anhänger
der Reformation hatten
Thomas Murners*) Angriffe auf
Luther nicht vergessen und
seither in polemischen Flugschriften den "Murr-Narr"
immer wieder beschimpft und verunglimpft. Scheinbar trafen seine
antireformatorischen Aussagen den Nerv seiner Gegner.
Ein gewaltiger
Aufruhr bricht innerhalb der Anhänger der Reformation aus,
als Murner 1522 in
Straßburg seine geistreichste Anklageschrift gegen die
Reformation, die satirisch-antireformatorische Kampfdichtung:
"Von dem Großen Lutherischen Narren wie in
Doctor Murner beschworen hat".
Murner
inszeniert darin die Reformation als eine
dramatische Handlung mit der Beschwörung des "Großen
Narrenpopanz Luther" und einem Feldzug des
reformatorischen Heeres gegen die Kirche Gottes (sprich:
röm.-katholische Kirche) mit seinem anschließenden Untergang.
*) Murner trat 1490 in den Franziskanerorden ein und wurde 1497 zum Priester geweiht. Er studierte ab 1495 in
Freiburg im Breisgau, Paris, Krakau, Prag, Straßburg
und Basel. Nach seinem Aufenthalt in Paris erfand er zwei
didaktische Kartenspiele, die ihm an der Universität Krakau eine Anklage wegen Ketzerei eintrugen, die schließlich nach seinen Erläuterungen niedergeschlagen wurde.
1506 promovierte er zum Dr. theol., 1519 zum Dr. jur.; in diesem Jahr übersetzte er auch als erster die
"Institutiones" des römischen Rechts ins Deutsche. Thomas Murner vereinigt in sich Positionen des
Humanismus und des alten römisch katholischen Glaubens, eine Folge
daraus sind teilweise unüberwindbare innere Spannungen des Autors, die sich auch
in seinen Werken niederschlagen.
1513 wurde er Guardian (Vorsteher) des Franziskanerordens in Straßburg, 1521 Rektor und Oberaufseher. 1523 hielt er sich auf Einladung
Heinrich VIII. in England auf. Mit dem Vordringen der Reformation musste er 1525 Straßburg verlassen und wurde 1526 Pfarrer in Luzern. Nachdem er sich auch in den Schweizer Religionskämpfen auf die Seite der katholischen Kirche gestellt hatte, musste er aus Luzern fliehen und kehrte 1529 in seinen Geburtsort
Oberehnheim zurück, wo er ab 1533 als Pfarrer wirkte.
Murner setzte sich in satirischen an Johann Geiler von Kaysersberg und
Sebastian Brant orientierten Schriften mit den Missständen seiner Zeit und mit der
Reformation und Martin Luther auseinander. Er reihte sich somit neben
Brant und Geiler in die Reihe der Vertreter der Narrenliteratur ein. Daneben trat er als Übersetzer von Vergils ‚Aeneis‘
sowie Autor theologischer und didaktischer Schriften in deutscher und lateinischer Sprache hervor. In seiner "Narrenbeschwörung" findet sich der erste Nachweis der Redensart
"jemanden dahin wünschen, wo der Pfeffer wächst":
Ach warents an derselben statt,
do der pfeffer gewachsen hat.
(Zu jener Zeit kam der Pfeffer von der
Malabarküste, also
für damalige Verhältnisse sozusagen vom "Ende der Welt")
:-)
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"Von
abthuhung der Olgotzen" |
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In
Abwesenheit Luthers radikalisiert sich die Reformation in
Wittenberg unter Luthers Doktorvater Andreas Bodenstein von
Karlstadt. Obgleich Kurfürst Friedrich die Beibehaltung der
herkömmlichen Gottesdienstpraxis befohlen hatte, feiert Karlstadt
zum Weihnachtsfest 1521 einen Gottesdienst in
weltlicher Kleidung und dem Abendmahl unter beiderlei Gestalt. Dann schreibt er in
einer Schrift mit dem Titel "Von abtuhung der
Bylder" :
"Das wir bilder in Kirchen vnd gots hewßern
(Gotteshäusern) haben, ist vnrecht, vnd wider das erste gebot. Du
solst nicht frombde gotter haben.
Das geschnitzte vnd gemalthe Olgotzen vff
den altarien stehnd ist noch schadelicher vnd Tewffellischer.
Drumb ists gut, notlich, loblich, vnd
gottlich, das wir sie abthun, vnd ire recht vnd vrteyl der
schrifft geben"
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Wittenberger Wirren |
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Diese Nachricht
dringt auch bis zu Luther vor. Als er
von diesen bilderstürmischen Tendenzen hört, sieht er Zeichen des
Untergangs seiner Reformation. Er schließt daraus im Blick
auf den Fortgang der Reformation: Der Papst ist der
Antichrist, die sich jetzt erhebenden gewalttätigen
Schwarmgeister
sind vom Teufel geschickt.
Es erscheint
einleuchtend, er muss es wohl so sehen, denn Karlstadts
Reformen der kirchlichen Bräuche und Riten führen zu Ausschreitungen gegen
die Geistlichen in Wittenberg, die weiter dem Alten Glauben
anhängen.
Gegen den
Rat Kurfürst Friedrichs, der um die Sicherheit seines Doktors
besorgt ist, kehrt Luther im März 1522 von der Wartburg
nach
Wittenberg zurück. Von dort aus richtet er einen Brief an alle
Christen:
"Eyn trew vormanung Martini
Luther tzu allen Christen, Sich tzu vorhuten fur auffruhr vnnd
Emporung, Vuittemberg 1522": "...Denn
auffruhr hat keyn vornunfft, und gehet gemeynicklich mehr ubir die
unschuldigen denn ubir die schuldigen. Darumb ist auch keyn
auffruhr recht, wie rechte sac er ymer haben mag. Vnd folget
alletzeyt mehr schadens den besserung dar auß. Damit erfullet wirt
das sprich wort, Auß ubel wird ergers (Ärgeres). Der halben ist
die ubirkeyt (Obrigkeit) vnnd das schwerd eyngesetzt tzu straffen
die boßen (Bösen) vnnd tzu schutzen die frumen (Frommen) das
auffruhr vorhuttet werde wie S. Paulus saget...".
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Bildnis des Erasmus
von Rotterdam
von Hans Hohlbein d. J.

Die Cranachhöfe in
Wittenberg heute

Die erste Lutherbibel in
deutsch, gedruckt von
Hieronymus Lotther

Ein Alias-Lotther
als Fremdenführer in
Wittenberg

Hans Lufft

Wappen des
Hieronymus Emser

Bildnis
Sebastian Brant
von Albrecht Dürer

Titelblatt "Das
Narrenschiff" von Brant

Johann Geiler von Kayserberg

Ein nachempfundenes
Bildnis von
Thomas
Murner (18. Jhdt.)

Der wortgewaltige
Prediger des Barock, Abraham a Sancta Clara

Andreas Bodenstein
von Karlstadt

Der Papst als Antichrist
dargestellt, dem der
Kaiser "dient"
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