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Mit Geduld und Spucke... |
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Die vorläufige letzte Orgel
in Spittal ist das Produkt mehrjähriger Überlegungen, Vergleiche
verschiedener Angebote und Orgeltypen, Gutachten und deren Diskussionen in
den verschiedenen Gremien, und viel Geduld in den Sitzungen und
Beratungen.
Grundsätzlich musste erst
einmal geklärt werden, welche Art von Orgel man eigentlich wolle. Sehr
rasch fiel die Entscheidung für eine Pfeifenorgel, da man endlich wieder
stilechte Orgelmusik haben wollte. Auch der schlechte Zustand der Orgel in
der röm.-kath. Stadtpfarrkirche und die nahe Musikschule (im
Nachbargebäude untergebracht) flossen in die Überlegung ein, endlich in
ein qualitativ hochwertiges, auch konzertant zu verwendendes Instrument in
Spittal zu investieren.
So fiel die grundlegende
Entscheidung für eine Schleifladenorgel mit mechanischer Spiel- und
Registriermechanik (Traktur).
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Angebotseinholung |
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Die ersten Überlegungen
gingen in die Richtung, verschiedene Orgelbauer im In- und Ausland zu
bitten, ein Angebot auf der Basis folgender Angaben zu erstellen:
12 Register, verteilt
auf 2 Manuale und Pedal, Koppeln. Mechanische Traktur
Eine sehr interessante
Lösung fand die Fa. Gebrüder Reil aus Heerde
in den Niederlanden.
Diese Firma hatte 1991 die
neue Orgel in der evang. Kirche Villach (im Stadtpark)
gebaut, welche große Beachtung fand.
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Eine holländische
Orgelbaufirma plant revolutionäres |
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Sie planten eine Orgel
seitlich im Kirchenschiff, gegenüber der Seitenempore - also auf der
Fensterseite vor dem mittleren Fenster positioniert. Als
Aufgang war eine Wendeltreppe vorgesehen. Dieser Entwurf wurde aber
abgelehnt, weil man befürchtete, das Instrument könne den Innenraum
zu sehr dominieren.
Der Ersatzentwurf
positionierte die Orgel ganz an die hintere Wand der Kirche auf der
Orgelempore und sollte das Glasfenster mit der Lutherrose
freihalten. |
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Nur Kostenvoranschlag aus
Klagenfurt |
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Die seinerzeit bei der
elektro-pneumatischen Behmann-Orgel als Gutachter
aufgetretene Fa. Orgelbau Novak
aus Klagenfurt konnte keinen Vorentwurf liefern, sie hatte
lediglich aufgrund der Vorgaben einen Kostenvoranschlag übermittelt. |
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Auch aus Oberösterreich kam
ein interessanter Entwurf |
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Eine interessante Variante
bot die Oberösterreichische Orgelbauanstalt aus St.
Florian an. Das Orgelwerk war bei diesem Entwurf in ein Hauptwerk
und ein Rückpositiv an der Emporenbrüstung geteilt. Dieser Entwurf
ging bereits von 16 Registern aus.
Das Glasfenster mit der
Lutherrose war bei diesem Entwurf eine optische Brücke und sollte
sich zwischen den beiden Pedaltürmen über das Hauptwerk wölben. |
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Angebot der Fa. Rieger
Vorarlberg |
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Zu diesen Vorgaben kamen
sehr unterschiedliche Angebote und Dispositionen, die von Fachleuten
eingehend geprüft wurden. Es wurde aber bald klar, dass die geplante
Registeranzahl für so ein breit gefächertes Verwendungsspektrum, wie man
es sich wünschte, nicht ausreichte.
Die Ausstattung der Orgel
müsse nach einhelliger Meinung maßgeblicher Fachleute auf 17 (16
klingende) Register auf 2 Manualen und Pedal erweitert. Auch ein Tremulant
wurde gewünscht. |
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Ein Entwurf wird zum
Favoriten |
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Der Entwurf der Fa.
Rieger gefiel Fachleuten und Gemeinde am besten. Auch die
Preisgestaltung war fair und angemessen. Ausschlaggebend war auch die
Bekanntheit der Firma und ihre internationale Erfahrung.
Durch die
Miteinbeziehung des Landeskantors der Evang. Kirche in Österreich und
Orgelsachverständigen, Thomas Krampe, wurde schließlich nach
eingehender Diskussion mit allen an der Planung beteiligten, vor allem
aber im direkten Kontakt der Fa. Rieger und dem mit dem Bau
befassten Orgelbaumeister Christoph Glatter-Götz
folgende Disposition erarbeitet: |
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Hauptwerk: (1.Manual) |
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1. |
Principal |
8´ |
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75% Zinn |
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2. |
Bourdon |
8´ |
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60% Zinn |
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3. |
Octav |
4´ |
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75% Zinn |
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4. |
Sesquialtera |
2 2/3´ und 1 3/5´ |
Vorabzug: 2 2/3´ |
60% Zinn |
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5. |
Flachflöte |
2´ |
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60% Zinn |
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6. |
Mixtur IV-fach |
1 1/3´ |
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75% Zinn |
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Positiv: (2. Manual) |
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7. |
Holzgedackt |
8´ |
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Birne |
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8. |
Gamba |
8´ |
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60% Zinn |
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9. |
Rohrflöte |
4´ |
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60% Zinn |
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10. |
Principal |
2´ |
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75% Zinn |
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11. |
Dulcian |
8´ |
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60% Zinn |
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Pedal: |
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12. |
Subbass |
16´ |
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Eiche/ Fichte |
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13. |
Principal |
8´ |
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aus Hauptwerk |
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14. |
Gedackt |
8´ |
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Eiche |
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15. |
Choralbass |
4´ |
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60% Zin |
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16. |
Trompete |
8´ |
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60% Zinn |
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Koppeln: II/I, I/P, II/P |
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Tremulant |
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Umbau der Empore wird nötig |
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Für eine
bessere klangliche Abstrahlung musste die Orgelempore umfassend
umgebaut werden. Die massiv gemauerte Brüstung wurde abgetragen
und durch eine durchbrochene Holzkonstruktion
in passendem Stil ersetzt.
Dadurch sollte nicht nur
eine bessere Sicht des Organisten zum Altar und
bessere Sichtbarkeit der Orgel aus dem Kirchenraum, sondern auch
eine bessere akustische Beschallung des schalltoten
Raumes unter der Empore erreicht werden. |
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"Keine typische
Rieger-Disposition" |
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Die Fa. Rieger
erfüllte die geforderten Änderungen von Landeskantor Krampe
nach einigen schriftlichen und persönlichen Diskussionen.
Sie merkte dazu allerdings
in ihrem Antwortschreiben leicht indigniert und sichtlich etwas
verärgert an, es handle sich bei
dieser Orgel jetzt "um
eine nicht eben typische Rieger-Disposition, man werde aber sehen, ob sie
für die Firma Orgelbau Rieger ein Anstoß zum Umdenken sein werde..". |
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