Jakob Hutter und die Täuferbewegung 3

 

 

Das "gelobte Land" verändert sich

Das Paradies relativer Toleranz dauert wieder einmal nicht lange vor. Rivalisierende Täufergruppen aus Deutschland suchen in Mähren Schutz. Es kommt zu heftigen Machtkämpfen zwischen den einzelnen Gruppen untereinander einerseits und zwischen den "Alteingesessenen" und den "Neuzuzüglern" andererseits.

Jakob Hutter, der längst als religiöser Führer bei den Altansässigen anerkannt ist, muss ständig zwischen den Neuankömmlingen und den "Alteingesessenen" vermitteln.

Vom Umfeld wird der große wirtschaftliche Erfolg der Hutterer mit großem Neid und Missgunst beobachtet und der Neid auf sie wird zu einer großen Bedrohung.

Innerhalb der hutterischen Bewegung sieht sich Jakob Hutter immer wieder damit konfrontiert, dass es Täufer gibt, die ihre Sache mit dem Schwert, die sogenannten "Schwertler" lösen wollen.

Daneben gibt es wieder andere, die ihre Probleme auf der Basis der Bergpredigt, also gewaltfrei - die sogenannten "Stäbler", zu denen auch Jakob Hutter gehört - lösen wollen, wo also keine Rache oder Gewaltanwendung erlaubt ist.

Dem mährischen Königshaus ist der große wirtschaftliche Erfolg der Hutterer schon lange ein Dorn im Auge. Durch ihren Fleiß und ihre Sparsamkeit hatten sich die Bruderhöfe zu florierenden landwirtschaftlichen Betrieben entwickelt und weckten Neid und Besorgnis, dass ihre Macht zu groß werden könnte.

Besonders die Ablehnung jeglicher weltlicher Autorität stößt mittlerweile auf größtes Misstrauen. Und schon bald setzen erneut Verfolgungen ein...

 

 

 

 

Heirat Hutters

Während seines Aufenthaltes in Mähren heiratet Jakob Hutter zu Pfingsten 1535 seine Katharina, die ihm dorthin gefolgt war. Das Glück sollte für die beiden aber nur kurz währen.

 

 

 

 

Neue Verfolgungswelle im Habsburger Reich

Ferdinand I. beginnt 1536 eine neuerliche Verfolgung aller täuferischen Bewegungen, die auf die Nikolsburger Gebiete in Mähren übergreift. Diese Gebiete gehören indirekt zu den habsburgischen Besitzungen in Mähren. Also sind die Hutterer in Mähren gezwungen, sich erneut ein neues Wohn- und Siedlungsgebiet zu suchen.

Die Auswanderung erfolgt unter größter Gefahr. Die Hutterer werden vor den Behörden beschuldigt, mit Gewehren und Rüstungen ausgestattet zu sein.

Der Landeshauptmann entsendet einen Trupp Beamter um dies zu überprüfen, diese fanden aber lediglich viele Kinder und Kranke in den hutterischen Reihen vor.

 

 

 

 

Ein Brief und seine Folgen

 

Jakob Hutter schreibt daraufhin einen Brief an den Landeshauptmann, in dem er Glaube und Inhalt der Lehre der Hutterer zusammenfasst. Er schildert die momentane Situation der Flüchtlinge und stellt u. a. folgendes fest:

"...wir haben keine äußerlichen Waffen, weder Spieße noch Büchsen. Jedermann kann dies sehen ... darum sage ich abermals weh und ach in Ewigkeit, ihr mährischen Herren, dass ihr dem grausamen Tyrannen und Feind der göttlichen Wahrheit, dem König Ferdinand, zugesagt und eingewilligt, die Gottesfürchtigen aus Euren Landen zu vertreiben. Ihr fürchtet den sterblichen und unnützen Menschen mehr, denn den lebendigen und allmächtigen Gott und Herrn ... "

 

 

 

 

 

Flucht und Verfolgung

Der Landeshauptmann schickt nach Erhalt dieses Briefes sofort Truppen aus, um Jakob Hutter wegen "aufrührerisch und schändlich frevelhafter Red" gefangen zu nehmen. Auf was es der Landeshauptmann aber in Wirklichkeit abgesehen hat, wird schnell deutlich...

Da man Jakob Hutter in seinem Haus in Schäckowicz nicht findet, verhaftet man zwei Mitstreiter Hutters, den Wilhelm Griesbacher aus Kitzbühl (er war so etwas wie der Finanzverwalter der Hutterer) und Loys Salztrager aus Hall.

Sie werden nach Brünn gebracht und schrecklich gefoltert, um etwas über Geldvorräte und sonstige Wertgegenstände im Besitz der Hutterer zu erfahren.

Nachdem man von ihnen entsprechende Angaben erpresst hat, werden sie zum Abschwören aufgefordert. Griesbacher bleibt standhaft und wird lebendig verbrannt, Salztrager widerruft unter dem Eindruck der Folter seinen täuferischen Glauben.

Er kehrt später allerdings wieder zu seinem Glauben zurück und stirbt schließlich als Täufer.

 

 

 

 

Jakob Hutter in großer Gefahr

Da man in Mähren weiter intensiv nach Jakob Hutter sucht, darf er nicht mehr öffentlich auftreten. Die Gemeinde beschließt daher, dass er wieder nach Tirol zurückkehren solle, um weitere Anhänger der Täuferlehre nach Mähren zu bringen

 

 

 

 

Erneute Wanderung

Die von ihren Höfen vertriebenen Hutterer ziehen unterdessen von einem Ort zum anderen, um Nahrung und Wasser zu bekommen. Aber als es schließlich so weit kommt, dass man ihnen jegliche Unterstützung verweigert und sogar das Wassertrinken an den Dorfbrunnen verbietet, teilen sich die Hutterer in kleine Familiengruppen von 8 bis 10 Personen.

Es sind erbärmliche Häufchen, die da herumziehen, völlig auf sich allein gestellt und ohne Vorstellung, wie es weiter gehen wird. Sie werden lediglich ab und zu von Hans Tuechmacher und seinen Helfern reihum besucht, um sie mit dem Allernötigsten zu versorgen.

 

 

 

 

Viele Hutterer gehen nach Tirol zurück

Durch diese schwierige Situation bedingt kehrt nicht nur Jakob Hutter und seine Frau Katharina, sondern auch andere seiner Anhänger nach Tirol zurück.

Dort ist man natürlich wieder mit dem blinden Zorn des Kaisers konfrontiert. Wieder in ihrer alten Heimat müssen sie rastlos von Dorf zu Dorf ziehen, immer auf der Flucht vor den Truppen des Landesherrn.

Auf die Festnahme Hutters ist eine unglaublich hohe Summe ausgesetzt und alle, die Jakob Hutter helfen oder versorgen, mit schwersten Sanktionen bedroht. In ganz Tirol wird ein Steckbrief mit einer genauen Personsbeschreibung verteilt.

 

 

 

 

Spitzeldienste

Als Hutter wieder in Tirol ankommt, wird sein Eintreffen von Spitzeln unter der Bevölkerung an die fürstbischöfliche Regierung verraten. Diese sendet sofort entsprechende Nachrichten in alle Landesteile, mit dem besonderen Hinweis darauf, dass Hutter für seine Frau eine Unterkunft suche, da sie in Kürze gebären solle. Deshalb empfehle man den Richtern besonders, nach "armen Dirnen zu jagen, die im Kindsbett" lägen.

Der Brixener Fürstbischof betont ausdrücklich, dass man weder Kosten noch Mühen scheuen solle, die Anführer dinghaft zu machen, damit sich diese gefährliche Seuche nicht weiter ausbreite. Er sichert dafür jede nur mögliche Hilfe zu.

In der Zwischenzeit reist Jakob Hutter angeblich als Kaufmann verkleidet durchs Land. In Bruneck (Südtirol) soll er sogar einmal einen katholischen Gottesdienst besucht haben und der Predigt des Kurats Stephan aus Weiler zugehört haben.

Seine Meinung zu dieser Predigt ist eindeutig: "Der Pfaff weiß die rechte Wahrheit wohl, aber ihm ist das Maul verstopft, dass er die Wahrheit nit reden darf!"

 

 

 

 

Bewegendes Schreiben

Jakob Hutter ahnt wohl, dass seine Verhaftung nur mehr eine Frage der Zeit ist und verfasst einen sehr berührenden Brief an seine Täufergemeinden.

Er versucht es nicht einmal, sich und seine Frau durch Flucht in Sicherheit zu bringen, sondern besucht landauf und landab die Gemeinden, um sie zu bestärken und Trost zu spenden.

 

 

 

 

Abkommen zwischen Brixen und Tirol

Er ahnt aber wohl nicht, dass es mittlerweile ein Abkommen zwischen dem Fürstbischof von Brixen und der Innsbrucker Regierung gibt, welches es erstmals erlaubt, Täufer auch bis in das benachbarte Bistum zu verfolgen und zu verhaften.

Als das Gerücht die Runde macht, Jakob Hutter halte sich im Gebiet von Gufidaun auf, steigert sich die Verfolgung durch die Tiroler Behörden zusehends. Man sucht nach Möglichkeiten, Hutter in eine Falle zu locken. So lässt man z. B. das Gerücht von einer Amnestie ausstreuen, die ab sofort allen Hutterern Straffreiheit zusichert, wenn sie sich binnen drei Tagen bei den Behörden melden...

Jakob Hutter ist sich dieser Falle durchaus bewusst. So schreibt er seinen Glaubensgeschwistern ein letztes Mal: "Wir erwarten nun stündlich oder täglich die Schergen der Richter und die Knechte des Henkers und alle Trübsal. Wir haben uns auch dahin gerichtet und setzen uns nichts anderes vor. Der Herr gebe uns Kraft und Stärke, in seiner Wahrheit zu bleiben!"

 

 

 

 

Verrat und Verhaftung

 

In der St.-Andreas-Nacht (30. November) 1535 wird Jakob Hutter durch Verrat bei Klausen am Eisack gemeinsam mit seiner im 6. Monat schwangeren Frau Katharina im Haus der Mesnerin Anna Stainer festgenommen.

Der Stadtrichter von Klausen, Christoph Mairhofer und Hans Melchior von Kestlan, der Unterhauptmann von Säben, waren höchstpersönlich nach Klausen gekommen,um die Verhaftung persönlich zu überwachen.

 

 

 

 

 

Die Verhöre

 

Alle drei Festgenommenen werden auf Schloss Branzoll unterhalb des Klosters von Säben gebracht. Dort finden auch die ersten Verhöre der beiden Frauen statt.

Beide sagen unter Androhung von Folter aus. Katharina beschreibt ausführlich die Wege ihrer zahlreichen Fluchten und ihre Unterschlupfe.

Die Mesnerin Anna Stainer - eine ehemalige Anhängerin Hutters - beteuert, seit ihrem Widerruf keine Täufer in ihrem Haus mehr aufgenommen zu haben.

 

 

 

 

 

Der Brixner Bischof jubelt

 

Gleich am folgenden Tag schickt der Fürstbischof von Brixen, Johann Thomas von Spaur, einen Reiter los, der die Nachricht von der Festnahme Jakob Hutters und seiner Frau Katharina an die Tiroler Landesregierung überbringt.

 

 

 

 

 

Leiden und Tod des Jakob Hutter

 

Bei eisiger Kälte wird Jakob Hutter am 9. Dezember 1535 auf einem offenen Leiterwagen gefesselt und geknebelt nach Innsbruck überstellt und dort im Kräuterturm eingekerkert.

Der Chronist der Hutterer schildert die folgenden Tage so:

"Als sie ihn folterten und vieles mit ihm anstellten und ihn trotzdem nicht von der Wahrheit abbringen konnten, versuchten sie es mit Argumenten aus der Hl. Schrift. Dies fruchtete nichts. Danach wurde er weiteren Foltern ausgesetzt. Man setzte ihn ihn eiskaltes Wasser, danach brachte man ihn in eine gut beheizte Stube und schlug ihn mit Ruten blutig. In seine offenen Wunden gossen die Pfaffen Branntwein, den sie entzündeten und ließen ihn so brennen. Sie setzten ihm eine Narrenkappe auf, fühten ihn in ihre Kirche und machten ein Narrenspiel mit ihm. Er bestand aber all diese Martern und Demütigungen als christlicher Held und erduldete alles !"

 

 

 

 

 

"Hochnotpeinliche Befragung"

 

Von der Regierung wird dem Gefangenen eine lange Liste von Fragen vorgelegt, die er beantworten soll. In seinem Gefängnis im Kräuterturm wird er mehreren Folterungen unterzogen, aber trotzdem gibt er keine einzige Antwort und verrät auch keinen seiner Anhänger.

 

 

 

 

 

Die Hinrichtungen

 

Am 25. Februar 1536 wird Jakob Hutter von Soldaten nach einem langen Barfußmarsch durch die Altstadtgassen in Innsbruck zum Scheiterhaufen vor dem "Goldenen Dachl" getrieben.

Dort fesselt man ihn an einen Pfahl.  Kein Wort der Anklage oder der Verteidigung kommt über seine Lippen.  Auf ein Zeichen König Ferdinands hin wird der Scheiterhaufen schließlich in Brand gesteckt und Jakob Hutter bei lebendigem Leib verbrannt.

Seine letzten an die Menge gesprochenen Worte sollen gewesen sein:

"Nun kommt her, ihr Widersprecher. Lasset uns den Glauben im Feuer probieren. Dieses Feuer schadet meiner Seele so wenig, wie der brennende Ofen dem Sadrach, Massach und Abednego" (die drei Jünglinge im Feuerofen aus dem Buch Daniel).

In den folgenden Jahren wird Katharina Hutter viermal gefangen genommen. Sie kann aber entweder durch Flucht oder Abschwören von der hutterischen Lehre ihr Leben retten. Sie kehrt jedoch immer wieder zu ihrem Glauben zurück und wird schließlich auf Schloss Schöneck durch Ertränken in einem Bottich getötet.

Der weitere Weg der Hutterer bis zu ihrer endgültigen Sicherheit in Kanada ist auf den Seiten "Hutterer, Täufer und Wiedertäufer" dargestellt.

 

Das Täufertum nach Jakob Hutter

Nach der Hinrichtung Jakob Hutters wird das Täufertum im gesamten Herrschaftsbereich von König Ferdinand erst recht unbarmherzig verfolgt und zahlreiche Anhänger ermordet. Allein in Tirol fallen in den folgenden Jahren rund 2.000 Täufer diesem System zum Opfer, in Salzburg sind es mehr als 900, in Kärnten rund 700 Menschen.

Vielen gelingt in der Folge die Flucht aus diesen Ländern, um dem sicheren Tod zu entgehen,. Denen jedoch, die dazu keine Möglichkeit oder nicht den Willen dazu haben, bleiben nur 2 Möglichkeiten: Abschwören oder ihren Glauben im Geheimen auszuüben, immer unter akuter Lebensgefahr.

Trotzdem wachsen in den Jahren dieser schrecklichen Verfolgung die Täufergemeinden immer mehr. Es bilden sich ständig neue Gemeinden, von Südtirol ausgehend auch im Tiroler Inntal, man findet neue Täufergemeinden auch im salzburgisch-bayerischen Grenzgebiet, in Lienz, das Drautal herunter bis Spittal und Villach.

Die Bewegung bricht zusammen

Trotzdem erstaunt es, wenn man feststellen muss, dass es ca. 70 Jahre nach Jakob Hutters Tod, also um 1600, keine Hutterer mehr in diesen Gegenden gibt.

Dafür gibt es wohl mehrere Gründe: Zum einen haben sich wegen der brutalen Verfolgung viele Täufer und Hutterer der Gerichtsbarkeit durch Flucht nach Mähren entzogen.

Zu anderen kann man auch eine Annäherung der röm.-kath. Kirche an das arme und ausgebeutete einfache Volk erkennen. Die entscheidenden Impulse dazu kamen wohl vom Konzil in Trient. Allerdings kam es zu diesem Konzil erst, nachdem man seitens der röm. Kirche erkannt hatte, wie rasend schnell sich der Protestantismus verbreitete. Daran erkannte man, wie ausgehungert die Menschen nach religiösen Idealen und vorbildlich gelebtem Glauben waren.

Nicht unterschätzen sollte man auch das Wirken von Orden wie der Jesuiten und der Franziskaner, und anderer im Zuge der Gegenreformation in diesen Gebieten angesiedelten Ordensgemeinschaften mit ihren "Missionsklöstern".

 

 

 

 

Der lange Arm Ferdinands

 

König Ferdinand genügt die Ausrottung des Täufertums in Tirol allerdings nicht. 1536 verfügt er die Ausweisung der Hutterer aus Mähren und beauftragt die Ultraquisten*), gegen die Hutterer mit Plünderung, Verfolgung und Ermordung vorzugehen, um sie endgültig aus seinem Regierungsbereich zu vertreiben.


*) Die Utraquisten waren gemäßigte Hussiten (im Gegensatz zu den radikaleren Taboriten), eine Glaubens-richtung, die auf den böhmischen Vorreformator Jan Hus (1415 hingerichtet) zurückgeht.

Die Hauptforderung war, dass auch Laien die Kommunion in beiderlei Gestalt (sub utraque species, daher der Name) erhalten sollten, also nicht nur Brot, sondern auch Wein (der nach altkirchlicher Vorstellung nur Geistlichen zur Kommunion gereicht wurde). Die Utraquisten werden auch als Calixtiner (calix = der Kelch) bezeichnet. Erst 1845 wurden sie religiös gleichberechtigt.

 

 

 

 

 

Das "Goldene Zeitalter"

 

Doch diese Verfolgung beeindruckt die Hutterer wenig und schon nach wenigen Jahren beginnt für sie in Mähren ein "goldenes Zeitalter", wie es einer ihrer Chronisten beschreibt.

Der Augsburger Religionsfrieden gesteht ihnen zwar keine Gleichberechtigung mit den anerkannten Konfessionen zu, aber unter Kaiser Maximilian II. sind sie kaum noch Verfolgungen ausgesetzt. Dadurch werden die Brüderhöfe in Mähren immer erfolgreicher. In der Hochblüte dieser Bewegung leben in diesen Siedlungen zwischen 30.000 und 40.000 Menschen.

 

 

 

 

 

Neuerliches Einsetzen von Verfolgungen

 

Nach einer Zeit relativen Friedens kommt es wegen ihrer Ablehnung jeder geistlichen und weltlichen Obrigkeit abermals zu Verfolgungen. Viele von ihnen flüchten daraufhin nach Siebenbürgen. Dort gibt es bereits ab 1622 die ersten echten "Brüderhöfe" der Hutterer in Siebenbürgen.

Die Zuwanderung verstärkt sich durch die Ereignisse des 30jährigen Krieges immer mehr, da die hutterischen "Brüderhöfe" ständigen Plünderungen durch ausgehungerte Truppen aller Kampfparteien ausgesetzt sind und das Leben dort nicht nur unerträglich, sondern auch immer gefährlicher wird.

 

 

 

 

 
Der Westfälische Friede  

Nach der Unterzeichnung des Westfälischen Friedens*) kann endlich eine echte Gleichberechtigung erreicht werden und die Verfolgung der Hutterer endet wieder einmal für einige Jahrzehnte.


Als Westfälischer Friede wird die Gesamtheit der zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück geschlossenen Friedensverträge bezeichnet, die den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland beendeten (und zugleich auch den 80jährigen Unabhängigkeitskrieg der Niederlande).

Vorausgegangen war ein fünf Jahre währender Friedenskongress aller Kriegsparteien, der erste, auf dem nahezu alle großen europäischen Mächte vertreten waren. Er wurde zum Vorbild für alle späteren Friedens-konferenzen, da er dem Prinzip der Gleichberechtigung der Staaten, unabhängig von ihrer tatsächlichen Macht, zur Durchsetzung verhalf.

Der für alle sichtbare Wohlstand der Hutterergemeinschaften in Siebenbürgen, der durch ihren Fleiß und ihren lebensbestimmenden Glauben zustande kommt, ist den dortigen weltlichen und geistlichen Machthabern wieder einmal ein Dorn im Auge. Auch der Neid spielt wohl eine Rolle dabei, dass abermals Verfolgungen und Vertreibungen von neuem beginnen

 

 

 

 

 

Die Gegenreformation und ihre Folgen für die Hutterer

 

Unter Maria Theresia werden die Protestanten im Habsburger Reich unerbittlich verfolgt. Viele von ihnen flüchten daher aus ihrer alten Heimat oder werden deportiert.

 Etliche von ihnen stoßen auch zu den Hutterer-Gemeinden in Siebenbürgen, und schließen sich ihnen an. Die Nachfahren der aus der Umgebung von Spittal vertriebenen Hutterer, die heute in Kanada und den USA leben, stammen von dieser Gruppe ab. Etliche Schreibnamen bezeugen bis heute die enge Verbindung an ihre Oberkärntner Wurzeln.

Ihr Weg aus Siebenbürgen über die Ukraine nach Kanada und den USA ist auf den Seiten

"Hutterer, Täufer und Wiedertäufer 1" und "Hutterer, Täufer und Wiedertäufer 2" dargestellt.

 

 

Jakob Hutter

 

Filmplakat "Jakob Hutter

und die Hutterer" 2005 (Taura Film)

 

Ferdinand von Österreich

 

Zahlreiche  Hutterer

werden verbrannt

 

Dom zu Brixen

 

Brixner Residenz

 

Pfarrkirche Bruneck

 

Gufidaun (Südtirol) heute

 

 Klausen am Eisack

 

Kloster Säben

 

Schloss Branzoll

 

Kräuterturm in Innsbruck

 

"Goldenes Dachl" in Innsbruck


Eine Abordnung von Hutterern aus Kanada besucht 1978 Innsbruck

Zeitungsbild

 

Auf Besichtigungstour

 

Was geht in diesen Menschen vor?

 

Die Teinkirche in Prag, 

die Hauptkirche der Ultraquisten

 

Die Unterzeichnung des

Westfälischen Friedens

 

 

 

Unterseiten:

Hutterer, Täufer und Wiedertäufer 1

Hutterer, Täufer und Wiedertäufer 2

Jakob Hutter und die Täuferbewegung 1

Jakob Hutter und die Täuferbewegung 2

Jakob Hutter und die Täuferbewegung 3