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Rasche Nachfolge |
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Nach der Hinrichtung
Jörg Blaurocks bleiben die hutterischen
Gemeinden nicht lange ohne geistliche Leitung.
Jakob Hutter
übernimmt das Werk Jörg Blaurocks und
gewinnt für die Täuferbewegung neue Anhänger. Dies führt
zur größten Verbreitung, aber auch zur umfassendsten
Verfolgung der Täufer in Tirol
und den habsburgischen Erbländern durch
Ferdinand I.
Von da an nennen
sich die Täufer "Hutterer". Durch seinen tiefen Glauben und
seine Entschlossenheit gewinnt Jakob Hutter ständig neue Anhänger. Er fasziniert
die Menschen, die sich von ihm eine religiöse Erneuerung erhoffen.
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Hausgemeinden entstehen |
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In Welsberg
wird Jakob Hutter der neue Vorsteher. Dort
versammelt er seine Anhänger abwechselnd in verschiedenen Häusern, so bei
seinem Verwandten Balthasar Hutter oder beim Sensenschmied
Andre Planer und beim Schneider Caspar
Schwarz.
Im Haus seines Verwandten
Balthasar Hutter tauft er an einem Tag 10 Personen.
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Innsbruck reagiert |
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Davon aufgeschreckt ergeht
seitens der Regierung in Innsbruck am 23. Mai
1529 sofort eine Rüge an den Pfleger beim
Landgericht Toblach, dem Alois Scheiner,
worin dieser aufgefordert wird, diese Personen sofort festzunehmen und
einzukerkern.
Noch vor Eintreffen
dieses Schreibens hatte der gerügte Pfleger aber bereits 14
Wiedertäufer gefangen genommen und berichtet nach Innsbruck, dass es einigen
Personen gelungen sei zu entkommen. Unter ihnen befinde sich auch
Jakob Hutter.
Am 24. Juni werden die
Verhandlungs- und Verhörprotokolle an Innsbruck übermittelt. Darin ist zu
lesen, dass "nach güthlichem und peinlichem Verhör" die
Personen Balthasar Hutter und Andre Planer
angegeben hätten, nicht wiedergetauft zu sein.
Weiters hätten sie
angegeben, "Jakob Hutter sei kein rechter Vorsteher allda
und habe nur um Geld getauft".
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Die Scheiterhaufen brennen |
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Ein Chronist
dieser Zeit berichtet, dass man "täglich irgendwo im Lande den Rauch
der Scheiterhaufen sehe und den süßlichen
Geruch verbrannten Menschenfleisches" wahrnehmen könne. Ein
Inquisitionsszenario, mitten in Tirol.
Weiters schildert er, dass
die Gefängnisse und Verliese überfüllt
seien und man neue Gefangene anderswo inhaftieren
müsse.
Zurückgelassene Alte,
unmündige Kinder und Jugendliche bevölkern die Straßen der Städte und Dörfer. Der
Besitz der Flüchtlinge wird eingezogen und zur
Deckung der Gerichtskosten einerseits und zur
Erziehung der Waisen in kirchlich geführten
Waisenhäusern andererseits verwendet.
Handelt es sich um
vermögende Täufer, wird deren beschlagnahmter Besitz zum Bau
von kirchlichen Einrichtungen verwendet.
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Ein Ritual entsteht |
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Trotz dieser äußeren
Bedrängnis und Verfolgung wächst die Schar
der Täufer. Sie werden von Jakob Hutter in die
Gemeinschaft aufgenommen,
indem er ihnen einen Krug Wasser über den Kopf
schüttet. Dann breitet er seinen Mantel aus, auf den
die Getauften ihre gesamte Habe legen, die sie
gerade bei sich führen, als Zeichen der Bereitschaft,
alles miteinander zu teilen.
Solche
Täuferversammlungen werden von herumziehenden
Soldatengruppen oft ausgeforscht. Sie werden dafür je nach
Fall entweder mit Geldprämien oder mit einem
Teil des Besitzes der Festgenommenen
entlohnt. Wer nicht rechtzeitig flüchten kann, wird
verhaftet und ins
Gefängnis geworfen. Mit dieser grausamen
und organisierten Verfolgung hofft die
Obrigkeit, die Täuferbewegung restlos
ausrotten zu können.
Wer seinem
täuferischen Glauben bei den anschließenden
Verhören und Folterungen nicht abschwört,
wird auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Ein Vorsteher
einer Gemeinde wurde grundsätzlich
lebendig verbrannt, ein "gewöhnlicher Gläubiger"
konnte mit einem "milderen Urteil" rechnen, d. h.
er wurde vor der Verbrennung "gnadenhalber" enthauptet.
Frauen
wurden grundsätzlich in einem Trog ertränkt. |
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Forderungen zur
gewaltsamen
Gegenwehr |
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Aus den eigenen
Reihen wird immer mehr der Ruf nach
gewaltsamer Gegenwehr laut. Besonders die Frauen bedrängen
Jakob Hutter, zu erlauben, dass sich die Anhänger
der Täuferbewegung wehren und der Verhaftung
wenn nötig mit Gewalt widersetzen düürfen. Es ist
für sie unerträglich, ihre Männer verhaftet,
gefoltert und auf dem Scheiterhaufen brennen
zu sehen.
Aber Jakob
Hutter hält unerbittlich an den Prinzipien der
Gewaltlosigkeit nach den von Jesus in der
Bergpredigt gelehrten Motto: "Liebet eure Feinde und
tut Gutes denen, die euch verfolgen" fest.
Es ist seine
feste Überzeugung, dass es Gottes Wille ist,
wenn sie um ihres Glaubens willen so viel Leid
ertragen müssten. |
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Mähren - ein Land
der Hoffnung für die Hutterer |
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Die Verfolgung
der Hutterer im Habsburger Reich wird immer
unerträglicher, die Kritik aus den
eigenen Reihen immer stärker. Daher sucht Jakob
Hutter schließlich schweren Herzens eine Alternative für
seine Anhänger.
Als er davon hört,
dass der protestantische Adel in Mähren
religiös tolerant ist und viele Täufer aus dem
süddeutschen Raum aufgenommen hat, erhofft er
sich, dass auch die Hutterer ihren Glauben dort
endlich frei leben können und nicht mehr unter
Verfolgung und Hunger leiden müssen.
Nach
dem schrecklichen Erlebnis der erbittert geführten Hussitenkriege ist
dort das Klima von religiöser Toleranz geprägt.
Dadurch kann sich dort auch eine rechtlich abgesicherte Tradition
konfessioneller Vielfalt bilden.
In Mähren
wurde den deutschsprachigen Täufern von den
Grundherren neben Religionsfreiheit auch
Siedlungsgebiet, Befreiung von Frondiensten,
Steuerbefreiung und Hilfe beim Aufbau
von Häusern und Wirtschaftsgebäuden
angeboten. Dadurch wurde Mähren für viele
verfolgte Täufer zu einem Land der Hoffnung. |
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Die Wanderung beginnt |
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Anfänglich wählten
die Hutterer den beschwerlichen Weg über den
Brenner und die Krimmler Tauern. Sobald die
Behörden davon Wind bekamen, wurden diese Wege von Patrouillen streng
überwacht, und die Flüchtenden mussten andere Wege
suchen.
Eine
wesentliche Erleichterung trat ein, als man Fluchtmöglichkeiten auf
Flüssen auftat. In Hall, Kufstein und Rattenberg
bestieg man Schiffe und reiste über Inn und
Donau bis nach Wien. Von dort ging es dann
zu Fuß weiter auf dem beschwerlichen Weg bis nach Mähren.
Entlang dieser
Fluchtwege organisierte man leer stehende Hütten,
die mit Brot, Speck und anderen
Nahrungsmitteln ausgestattet waren und als
Versogungsdepots für die Flüchtlinge
dienten.
Die Regierung
bekam zwar davon Wind, war aber gegen diese Idee
relativ machtlos. Man bedrohte zwar die Schiffsleute
mit der selben Strafe wie gefangene Täufer, die
ganze Aktion blieb aber - nach den Aufzeichnungen im
habsburgischen Hofarchiv - relativ erfolglos.
Die Regierung
trug den Flößern und Schiffern streng auf, jeden Passagier zu befragen, ob er
Wiedertäufer sei. Sollte er sich dazu bekennen, musste
er gefangen genommen werden. Jedoch sind keine Festnahmen
von Täufern durch Schiffsleute bekannt. Das mag wohl auch
damit zusammen hängen, dass man die Schiffsleute für
diese gefährliche Hilfeleistung entsprechend
großzügig mit
Geld und
Lebensmitteln entlohnte.
Trotz all dieser
Beschwerden und Gefahren gelingt es Jakob Hutter und seinen
Vorstehern in den folgenden Jahren, unzählige
Menschen vor dem sicheren Tod zu
bewahren und sie nach Mähren zu bringen, um ihnen dort ein neues
Leben zu ermöglichen. |
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Eine neue Art zu
leben |
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Gewisse Prinzipien
des Hutterischen Glaubens führen überall in kürzester Zeit
dazu, dass sich die Gemeinschaft wirtschaftlich und
finanziell ein Fundament für ein geordnetes Leben
schafft. Dazu gehört vor allem die gelebte
Gütergemeinschaft, wie sie die urchristliche Gemeinde pflegte.
Anfangs nennen sie
ihre Siedlungen "Haushaben" und später - als Bezug
auf ihren Glaubensgrundsatz der urchristlichen Gütergemeinschaft,
in der man sich als Brüder und Schwestern bezeichnete -
"Brüderhöfe". Auf jedem Bruderhof
wohnen zwischen 100 und 200 Personen.
Wächst die Gruppe weiter, teilt man sich und es
kommt zur Gründung einer neuen
Hutterersiedlung.
Alle neu hinzu
gekommenen Flüchtlinge werden gemäß ihrer
Fähigkeiten im Gemeinwesen eingesetzt. Alles gehört allen,
und jedem wird je nach seiner Familiengröße und
Situation zugeteilt, was er für seinen
Lebensunterhalt und den seiner Familie benötigt.
Endlich bricht eine
Zeit ohne Hunger an. Die Hutterer entwickeln
sich nicht nur zu begabten Bauern,
Viehzüchtern, Schmieden und Tischlern, es
gibt auf den Bruderhöfen sogar Bader und
Chirurgen.
Jakob Hutter
lehrt seinen Anhängern aber auch ganz andere, nicht weniger
wichtige Dinge. Er unterrichtet seine Anhänger im Lesen
und Schreiben, und er gründet Kindergärten.
Als besonders wertvoll sollte sich die Idee herausstellen,
Keramikerzeugnisse herzustellen und auch zu
verkaufen. Huttererkeramik, die heute als "Habaner
Keramik" bezeichnet wird, findet sich bald in vielen
Bürger-, Adel- und Beamtenhäusern.
Ein breites Spektrum
hutterischer
Keramikerzeugnisse sind heute in zahlreichen Heimat- und
Stadtmuseen von Tschechien und der Slowakei
bis nach Sachsen und
Thüringen zu bewundern.
Gegen Ende des 16.
Jahrhunderts dürfte die Zahl der erwachsenen
Hutterer wohl an die 25.000 Menschen
betragen haben. |
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Florierendes
Handwerk |
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Wenn man die
Hutterischen Chroniken durchsieht, entdeckt man eine große
Menge ganz unter-schiedlicher Berufe und
Tätigkeiten, die auf den Brüderhöfen
ausgeübt werden.
Da findet man neben
Bauern verschiedene Schmiede
(Kupfer-, Sensen-, Sicheln- und Messerschmiede), es gibt
Zimmerleute, Maurer, Tischler, Wagner, Gerber, Sattler, Schneider,
Hutmacher, Seiler, Weber, Kufner bis zu den an der
Nahrungsmittelherstellung beteiligten Berufen wie
Müller,
Viehzüchter, Käser, Bauern, Gärtner, Winzer, Bäcker, Fleischhauer,
Schlachter usw. |
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Schulunterricht als Pflicht
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Man kann es ruhig eine
bahnbrechende Idee bezeichnen, als man den Peter Walpott
(1521 bis 1578) als ersten hutterischen Schulmeister
beruft. Im 16. Jhdt. war es bis zu diesem Zeitpunkt nur adeligen Kindern oder solchen aus Bürgerhäusern
möglich, eine Schulausbildung zu bekommen.
Walpott
entwirft eine bemerkenswerte "Schulordnung", in der neben
den allgemein üblichen Unterrichtsfächern auch Hygiene, Körperpflege
und pädagogische Methoden verpflichtend nieder
geschrieben sind.
So schreibt er unter anderem
vor, dass ein Kind, wenn es erstmals zur Schule
gebracht wird, auf seinen Gesundheitszustand genau zu
untersuchen sei.
Hat es eine
ansteckende Krankheit, müsse es während des Schlafens, Essens,
Trinkens und Waschen von den anderen Kindern getrennt sein.
Hat ein Kind eine
Behinderung oder eine geistige oder
körperliche Beeinträchtigung, dürfe das nicht verschwiegen werden.
Kinder dürften nicht zu
heiß gebadet werden, ein gemeinsames Baden
kranker und gesunder Kinder sei streng
untersagt
Es folgen auch ganz genaue
Anweisungen an Schulmutter und Schulmeister über Art
und Grenzen von Züchtigungen |
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Der Tagesablauf für die
Kinder |
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Schlafende Kinder
seien von den Schwestern zu überwachen. Ein Kind dürfe nicht
geschlagen werden, wenn es im Schlaf aufschreit.
Um 5 Uhr früh
seien
im Winter die Mädchen zum
Spinnen zu wecken, die Knaben dagegen
erst um 6 Uhr. Abends habe man darauf zu achten, dass die Kinder
nicht zu früh nach dem Abendessen zu Bett gingen. Im
Sommer
sollten sie bis Sonnenuntergang auf sein dürfen.
Brot
und Fleisch
habe der Schulmeister den Kindern zuzuteilen,
Obst, Gemüse und sonstige Speisen im Einvernehmen mit der
Schulmutter.
Menge und Art der
Ernährung solle auch die Wünsche der Kinder
berücksichtigen. Es
sei keinesfalls gestattet, auf Kinder einen Zwang
zum Essen auszuüben. |
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Erziehungsvorgaben |
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Es folgen auch ganz
genaue Anweisungen an Schulmutter und Schulmeister
über Art und Grenzen von Züchtigungen.
So sei darauf zu
achten, dass man mit den Kindern nicht zu
streng umgehe. Unnötige Härte sei zu
unterlassen, um das Kind nicht für das
Evangelium zu verstocken.
Habe ein Mädchen beim Spinnen
oder Stricken einen Fehler
gemacht, so hüte man sich davor, gleich "drein zu hauen".
Große Buben
hat der Schulmeister, die Mädchen die
Schulmutter zu züchtigen. Wo die Rute
notwendig sei, geschehe das mit Bedacht und
Gottesfurcht.
Sie sei nur gegen schalkhafte,
verlogene und diebische Kinder je nach der
Schwere ihrer Tat anzuwenden, und es
habe eine ausführliche Belehrung zu erfolgen, die
den Kindern helfen sollte, das Üble an
ihrer Tat zu erkennen. |
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Rücksichtsvolle
Methoden |
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Es sei nicht
erlaubt, Kinder in einen dunklen Raum zu
sperren. Allzu strenge Züchtigung, wie Schläge auf
den Kopf oder den Mund seien strengstens
verboten.
Den ganz
Kleinen, die das erste mal zur Schule
kommen, sei unter keinen Umständen ihr Charakter und
ihr Wollen und Denken zu brechen.
Vielmehr habe sich der Schulmeister in Liebe den
Kindern zuzuwenden. Lehrer, die das nicht
schafften, seien nicht als Lehrer zu
beschäftigen.
Die
Schulmeister hätten vornehmlich die
Aufgabe, den Kindern Lesen und
Schreiben beizubringen und nur im Notfall
auf gegebenen Anlass hin als Zuchtmeister zu
fungieren.
Erstaunlich
fortschrittliche Anweisungen in einer Zeit, die so
ganz anders über Erziehung dachte als die Hutterer.
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Erwachsenenbildung |
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Auch viele der
Flüchtlinge, die nach und nach in Mähren
ankommen, können nicht Lesen und Schreiben. Für sie gibt es ein
eigenes Unterrichtsprogramm und sie besuchen
sofort nach ihrer Ankunft regelmäßig diesen
Unterricht, um möglichst bald eigenständig in der
Bibel und in den Andachts- und Predigtbüchern lesen zu
können. |
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Umfassende
Kenntnisse im Bergbau |
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Da viele der
Auswanderer in Tirol in einer der zahlreichen
Minen beschäftigt waren, bringen viele von ihnen profunde
Kenntnisse über den Bergbau in alpinen
Regionen mit. Das kommt ihnen in ihrer neuen Heimat sehr
zugute.
Gerade in der Zeit
der Türkeneinfälle und der herumziehenden
plündernden Söldnerheere des Kaisers gräbt
und schlägt man unter den Brüderhöfen ein
ausgeklügeltes unterirdisches System an
Tunneln und Fluchträumen in den Fels.
Daneben errichtet man
Tunnelverbindungen zu allen im
näheren Umkreis befindlichen anderen Brüderhöfen. Diese
höhlenförmigen Anlagen wurden erst vor kurzem als solche erkannt
und werden gegenwärtig noch erforscht. |
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Bergwerke und Minen |
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Im Kärntner
Oberland gab es ebenfalls zahlreiche Minen
und Bergwerke. Die Knappen waren in Kärnten auch die
ersten, die die Botschaft der Reformation
mitbrachten (siehe auch die
"Geschichte Obervellachs" auf unserer Homepage).
Durch die häufig
wechselnden Arbeitsplätze wegen Entdeckungen
neuer Abbaugebiete und dem Versiegen alter Abbauplätze
waren die Knappen und Bergleute sehr viel unterwegs.
Sie wurden damit zu den wichtigsten Verbreitern der
evangelischen Lehre im gesamten Alpenraum.
Wirtschaftlich waren
viele Tiroler Hutterer durch ihre spezifischen
Erfahrungen im Bergbau Tirols sehr wichtig. Immerhin gab
es im 15. und 16. Jhdt. immerhin über 300 Minen und
Bergwerke und bestimmt an die 7.000 Knappen
und Bergleute, von denen viele sich zur neuen
Lehre bekannten.
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Georg Cajabok, (genannt Jörg Blaurock)

Jakob Hutter

Ferdinand I

Der Brennerpass

Krimmler Tauernpass

Münzturm in Hall

Kufstein mit Festung

Rattenberg am Inn

Auf wackligen Flößen
flüchteten etliche Hutterer auf Wasserwegen

Eine Gedenktafel für
ertrunkene Hutterer vor
Pressburg

Einer der wieder entdeck-
ten Verbindungsgänge
zwischen den Brüderhöfen
Habaner (Hutterische)
Keramik aus Mähren

Wappen- und
Familienteller

Huttererteller mit
Wappenhaltern aus ihren Heimatländern in Tracht

Vorratsgefäße und
Schreibgarnituren aus Keramik
h
Die berühmten "Hutterer
Plutzer" (Krüge) |