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Die Anfänge |
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Die evangelische Kirchenmusik wurde durch
Martin Luther und
den protestantischen Kantor
Johann Walter
begründet. Allerdings verwendeten sie das Wort „Kirchenmusik“ nicht. Es ging
ihnen mehr um die Musik als Gabe des Schöpfers an den Menschen, speziell für den gottesdienstlichen
Gebrauch. Im Mittelpunkt standen der deutschsprachige Choral und der
Gemeindegesang.
Der
Lutherische Choral
geht natürlich auf
Martin Luther
zurück, der den gemeinsam
in deutscher Sprache gesungenen Choral
als zentrales Mittel des evangelischen
Gottesdienstes
verwendete. Dabei bedienten sich Luther und seine Nachfolger auch
populärer
Volkslieder und
beliebter Melodien, häufig im Stil damals beliebter Tänze (Allemande,
Gigue, Volkslied
etc.).
Martin Luther hat
die Bedeutung
des Liedes absolut erkannt, wenn er sagt: "So sie es nicht singen, glauben sie es
nicht". Und er war ein ausgezeichneter Textdichter und Komponist, der sich
selbst auf der Laute begleitete. |
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Kirchenmusik bei den
Reformierten |
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Ulrich Zwingli
verbannte zeitweilig die Kirchenmusik wegen der
"Gefahr des ästhetischen
Genusses" völlig aus dem Gottesdienst der
Reformierten Kirche.
Er wollte im
Gottesdienst alles vermeiden, was den Besucher vom Zentrum, dem
gesprochenen und gepredigten Wort Gottes, ablenken könnte. |
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Johannes Calvin
ließ den
einstimmigen Gemeindegesang
unter strengen Auflagen wieder zu.
Aber erst nach seinem Tod fanden
schlichte vierstimmige Chorsätze (der so genannte "Genfer
Psalter") ihren Platz im reformierten
Gottesdienst. |
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Erste Anfänge in Lübeck |
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Mitte des 17. Jahrhunderts entstand mit den
Abendmusiken an der
Marienkirche in
Lübeck unter den
Hauptorganisten der Marienkirche
Franz Tunder
und
Dietrich Buxtehude
die erste Reihe von kirchlichen Konzertveranstaltungen außerhalb des
Gottesdienstes, für die sie spezielle Musikstücke komponierten.
Ab der Mitte des 18.
Jahrhunderts wurde dann schließlich der Begriff „Kirchenmusik“ allgemein
bekannt.
Doch er sollte lediglich die Funktion der Musik beschreiben, nicht
einen besonderen Stil.
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Kirchenmusik in der
Aufklärung |
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Während der
Aufklärung
verfielen die alten gottesdienstlichen Formen, die alten Kirchenlieder
wurden modernisiert und es kam allgemein zur
Emanzipation des
Geisteslebens. Die Aufklärung war - wie einige namhafte
Musikwissenschafter behaupten - eine Epoche des Niedergangs der
Kirchenmusik. |
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Die Romantik |
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Durch die Wiederentdeckung der Romantik im 19.
Jahrhundert gab es zwar eine Rückkehr zu überlieferten
kirchenmusikalischen Werken und Formen, aber man entwickelte die Kirchenmusik
nicht weiter.
Die Folge davon war, dass sich die
evangelische Kirchenmusik ins Abseits der allgemeinen
musikalischen Entwicklung stellte. Das äußerte sich auch im
Komponierverhalten großer Komponisten jener Zeit, wie Felix Mendelssohn-Bartholdy
oder Johannes Brahms, die kaum
Kirchenlieder
komponierten. |
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Liturgische Erneuerung |
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Verbunden mit der liturgischen Erneuerung in
den
1920er und
1930er Jahren gab
es auch
eine
kirchenmusikalische Erneuerungsbewegung
mit dem Ziel einer neuen Heiligung der gottesdienstlichen Musik,
orientiert an der
Reformation und der
Musik des deutschen Hochbarock,
unter Ausschluss zu gefühlsbetonten Romantisierens. |
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Weitere Entfaltung der
Kirchenmusik |
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Nach dem Ende des
Zweiten Weltkrieges kommt es zu einer großen
Entfaltung der Kirchenmusik. Die Voraussetzung
dafür war die Schaffung und Wiederherstellung der hauptberuflichen
Anstellung eines
Kantors in größeren
Gemeinden.
Ab der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts
führte die Zunahme von komplizierten Kompositionsverfahren zu einem neuerlichen
Auseinandertreiben zwischen kirchenmusikalischer
Moderne (z. B.
Pendereczky) und
gottesdienstlicher Gebrauchsmusik.
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Popularmusik und "Jazzmesse" |
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Im Zuge des allgemeinen musikalischen Trends halten
in den 60er-Jahren Elemente aus der Popularmusik Einzug in die Kirchenmusik.
Es kam zu zahlreichen Neuschaffungen von Kirchenliedern, von denen einige (wie
das berühmt-berüchtigte „Danke für diesen guten Morgen...“)
sofort ungeheuer populär wurden.
Bezeichnungen
wie „Jazzmesse“ versuchten Inspiration durch den
Jazz zu
suggerieren, aber faktisch ist ein großer Teil der damals so entstandenen
Musik nicht eigentlich durch Jazz,
Beat oder
Rock beeinflusst,
sondern eher als "Rhythmische Messe" zu bezeichnen. Wenn
diese Musik während eines Gottesdienstes eingesetzt wird, ist sie als
Kirchenmusik zu bezeichnen.
Dazu muss man auch die inzwischen außerhalb
der USA sehr beliebt gewordene ursprüngliche Ghetto-Musik wie die
Gospelmusik, eine
aus dem
Negro Spiritual
hervorgegangene sakrale Urform des
Soul,
zählen. |
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Der Liedbestand wächst |
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In den letzten Jahrzehnten ist es zu einem starken
Liedaustausch zwischen den deutschsprachigen Ländern gekommen. Heutige
Gesangbücher wie
das katholische "Gotteslob",
das "Evangelische Gesangbuch"
oder das "Liederbuch aus Taizé" weisen eine Vielfalt ökumenischer Lieder aus aller Welt auf
und werden von allen christlichen Konfessionen gesungen.
Immer häufiger findet sich im Gottesdienst aber auch
so genannte "populäre" christliche Musik wieder, seit über 40 Jahren
existiert in verschiedenen Ländern eine
christliche Popmusikszene. |
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Kirchenmusik in anderen
christlichen Kirchen
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Auch in den Kirchen der
anglikanischen
Tradition gibt es
Gesangbücher sowie
eine
reiche Tradition
von
Kirchenliedern und
anderer Kirchenmusik. In den meisten anderen christlichen Konfessionen
gibt es ebenfalls
Gesangbücher,
Kirchenlieder aus
kontinentaleuropäischer,
englischer oder
US-amerikanischer Tradition
oder auch andere Kirchenmusik: |
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Verschiedene kirchenmusikalische Formen: |
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Das Oratorium |
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Als
Oratorium
bezeichnet man opernnahe musikalische Großformen, in denen Bibeltexte und
eigens dazu verfasste zugehörige
Kommentare mit verteilten Solorollen, Chor und
Orchester quasi "in
Szene" gesetzt werden.
Nahezu alle handlungstragenden Bibeltexte sind
bereits vertont worden, am bekanntesten geworden sind jedoch
Passionsoratorien. Dabei handelt es sich um die gesungene
Leidensgeschichte Jesu von seiner Gefangennahme bis zur
Kreuzigung. Die
Passion wird in der
Karwoche an vier
Tagen nach den Berichten der
Evangelisten
gelesen und gesungen. Außerdem gibt es das so genannte
Passionsspiel, das
von der Liturgie losgelöst ist und gesprochen wird. |
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Die Kantate |
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Die
Kantate ist eine
Vokalkomposition mit instrumentaler Begleitung. Sie entstand zu Anfang des
17. Jahrhunderts. Neben Kirchenkantaten gibt es auch weltliche Werke
dieser Gattung.
Nach der Besetzung kann man unterscheiden zwischen
Solokantaten, Chorkantaten und Mischformen. Textgrundlage der geistlichen
Kantate ist meist ein Bibeltext im Wechsel mit betrachtenden oder erläuternden
freien Dichtungen, es gibt jedoch auch die Choralkantate, der ein
Kirchenlied zugrunde liegt. Die enge Verzahnung eines Gottesdienstes mit
der Aufführung einer Kantate nennt man "Kantatengottesdienst";
dazu entwickelten sich in der Neuzeit interessante Formen
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Die Motette
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Bei der Motette handelt es sich um ein mehrstimmig
komponiertes Chorwerk, bei dem Instrumente die
Singstimmen
verstärken oder auch ersetzen. |
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Gottesdienst |
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Die Musik im
Gottesdienst
besteht aus Elementen der
Liturgie, der
künstlerischen und/oder der liturgischen Musik. Zum Beispiel:
Präludium,
Interludium,
Intonationen,
Choralvorspiel,
Chormusik,
Kammermusik, Musik zum Abendmahl,
Postludium und dem
Gemeindegesang (dem
Kirchenlied oder
dem
Choral). Das lutherische Verständnis
des Gottesdienstes bezieht in großen Teilen gerade über den Gesang die
ganze
Gemeinde in den Dienst der
Verkündigung
oder
des (gesungenen) Gebetes ein. |
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Vielfältige Elemente
in
der Liturgie |
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Ein wesentlicher Teil der traditionellen Gesangsbegleitung der
evang. Pfarrgemeinde Spittal im Gottesdienst ist die Liedbegleitung durch die
Orgel, es werden aber auch andere Formen der Gesangsbegleitung mit
anderen
Instrumenten und
Stilformen bis zur
Band
mit
Verstärkeranlage, Keyboard,
Schlagzeug,
Bass und
Gitarren gern eingesetzt. |
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