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Das besondere an der Musik |
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Martin Luther hat
die Bedeutung der Kirchenmusik und des liturgischen Gesangs als Mittel der
Glaubensverkündigung absolut erkannt, wenn er sagt: "So sie es nicht singen, glauben sie es
nicht". Und er war ein ausgezeichneter Textdichter und Komponist, der sich
selbst auf der Laute begleitete.
Er tat etwas, was zu seiner
Zeit durchaus gängige Praxis war: Er nahm beliebte Volkslieder und
dichtete neue (geistliche) Texte darauf, sozusagen die ersten
Coverversionen der Musikgeschichte. Man nannte das damals "Konterfaktur"
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Verkündigung durch Musik und
Gesang |
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Solche Verkünder der
biblischen Wahrheit in Kirchenliedern gab es viele. Erwähnt sei nur ein
Beispiel: der einzigartige Textdichter Paul Gerhardt hat so
tief bewegende Texte geschrieben, dass sie bis heute Menschen berühren,
bewegen, trösten.
Trotz persönlichem schwerem Leid fand Paul
Gerhardt solche tief gehenden Worte, um Gott zu loben und danken.
Aber auch moderne Text- und Liederdichter sollen nicht unerwähnt bleiben,
wie z. B. Dietrich Bonhoeffer und Jochen Klepper. |
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Joh. Seb. Bach, das
Jahrtausendgenie |
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Während vieler Jahre der Beschäftigung mit
Johann Sebastian Bach habe ich den Eindruck gewonnen, dass
auch er in seiner Musik ein Verkünder der Botschaft Gottes war. Ich meine
das nicht nur wegen der berühmten Buchstaben, die sich am Beginn und am
Ende seiner Partituren finden... sein „JJ“ („Jesu juva =
Jesus hilf“) oder sein "SDG" ("Soli Deo Gloria = Allein Gott
die Ehre!“).
Egal ob es sich um ein geistliches Werk oder eine Kantate
gegen das Laster des Kaffeetrinkens oder eine Huldigungsmusik für einen
Fürsten handelt - überall war
Gott und Jesus Christus bewusst einbezogen.
Erstaunlich ist für
mich, dass dieser Komponist 100 Jahre nach seinem Tod so gut wie
vergessen und nur mehr einigen Spezialisten bekannt war. Es war
das Verdienst von Felix Mendelsohn-Bartholdy, ihn für die Musikwelt
wieder zu entdecken. "Dieser Mann war kein Bach, sondern ein Meer"
ist sein bekannter Ausspruch zu diesem Jahrtausendgenie. |
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Anton Bruckner und
Eduard Hanslick |
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Auch der österreichische
(katholische) Komponist
und Organist von St. Florian, Anton Bruckner (1824-1896) rückte den
Geber seiner musikalischen Begabung in das Zentrum seiner Werke, von
denen er manche sogar ausdrücklich Gott widmete.
Mit dem gefürchtetsten
Musikkritiker seiner Zeit, Eduard Hanslick
(1825-1904), teilten Anton Bruckner (1812-1867),
Richard Wagner (1813-1883) und Peter I.
Tschaikowsky (1840-1893) allerdings das gleiche Schicksal:
Hanslick konnte sich mit deren Musik nie anfreunden.
Als erklärter Anhänger
von Johannes Brahms (1833-1897) wetterte er gegen
alles, was sich auch nur ein Stück weit von dessen
Kompositionsprinzip entfernte. Und auf Bruckner hatte
er sich in besonderer Weise "eingeschossen". Seine vernichtenden
Kritiken verletzten Bruckner sehr und er hat Zeit seines Lebens an
den Folgen der ständigen Herabsetzung gelitten.
Zu Lebzeiten genoss
Bruckner zunächst „nur“ den Ruf eines der größten
Orgelvirtuosen seiner Zeit. Seine Anerkennung als
Komponist musste er sich dagegen mühsam erkämpfen. Lange
Jahre wurden seine Sinfonien nicht ernst genommen, ihr Schöpfer für
einen unzeitgemäßen Sonderling gehalten – was er letztendlich, aber
in positiverer Hinsicht gesagt, ja auch wirklich war.
Nur seine Messen und
Motetten wurden anerkannt und aufgeführt, ja er galt als der
meistgespielte Komponist von Kirchenmusik zu seiner Zeit, mehr als
Mozart und Schubert.
Das Problem
Anton Bruckners war, dass er zwar zu den größten Verehrern
Richard Wagners gehörte, jedoch von dessen Stil und
Musikphilosophie so gut wie unbeeinflusst blieb – was schon allein
darin erkennbar ist, dass er die von Wagner eigentlich
totgesagte Sinfonieform verwendete; andererseits unterschied
Bruckner sich auch zu sehr von Brahms, den er
wohl auch als Konkurrenten empfand, obwohl beide im Grunde ähnliche Konzepte
absoluter Musik vertraten.
So wurde er
vereinfacht gesagt sowohl von Gegnern wie von Anhängern, zu den
"Wagnerianern" gerechnet und zog sich damit die unerbittliche
Feindschaft Hanslicks zu, der das berühmte Wort
"Zukunftsmusik" - in damals negativer Bedeutung - für
Wagnerische Werke formulierte. |
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Dem Evangelium verpflichtet |
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Doch zurück zu Bach:
Die
überwiegende Zahl seiner Werke schuf Bach für den
Gottesdienst. Und in diesen Gottesdiensten wurde dem Wort Gottes wieder
ganz neu eine zentrale Bedeutung eingeräumt.
Bach hat sich ja Zeit seines
Lebens der Lehre Martin Luthers verpflichtet gewusst. Und
wir spüren in seinen Werken, in denen er biblische Texte verarbeitet hat,
wie sehr es ihm am Herzen lag, Gottes Wort und die Größe und Herrlichkeit
seines Wirkens in dieser Welt neu zum Klingen zu bringen.
Immerhin hat
selbst der berüchtigte Kirchenkritiker und als Nihilist und Atheist
abgestempelte Philosoph Friedrich Nietzsche 1870 in einem
Brief geschrieben: „In dieser Woche habe ich 3x die Matthäuspassion
gehört, jedes Mal mit demselben Gefühl der unermesslichen Bewunderung. Wer
das Christentum völlig verlernt hat, der hört es hier wirklich wie ein
Evangelium“. |
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Musik im Blick auf Gott |
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Bach hat mit seinem „SDG“
nicht nur all seine Musik unter dieses Thema gestellt, sondern
auch sein ganzes Leben, sein Wirken, sein
Arbeiten, seine Erfolge und Misserfolge,
all seine Stärken und Schwächen unter dieser Zielsetzung gesehen.
Das ist eine gewaltige Herausforderung an die Kirchenmusiker aller Zeiten!
Mehr zu Joh. Seb. Bach
finden Sie auf der Seite "Das Jahrtausendgenie" |
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Wesen der Musik |
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Dass ein Mensch sich durch
Rhythmus, Melodie, Singen und musikalisches Spiel ausdrücken kann, gehört
zu jenen Talenten, mit dem der Schöpfer nur die Menschen
ausgestattet hat.
Irgendwie ist diese
Erkenntnis Allgemeingut aller Religionen. Bei allem, was auch nur
entfernt mit Religion zu tun hat, ist Musik dabei. Das bedeutet
natürlich nicht, dass Musik in Bausch und Bogen heilig und göttlich
ist.
Manche Päpste hätten es
gerne gesehen, wenn nur mehr in den Kirchen und zu den
Gottesdiensten gesungen worden wäre, das Volk hat sich das aber –
Gott sei Dank - nicht gefallen lassen.... |
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Der Begriff "Musik" in der
Bibel |
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Das
Wort „Musik“ kommt in der ganzen Heiligen Schrift nur selten vor, aber an
das Wort gebunden als Tun, als singen, als jauchzen,
frohlocken, jubilieren usw. finden
wir es unzählige Male. Musik ist in der Heiligen Schrift vor allem Trägerin für
eine Botschaft, ein Bekenntnis, ein Herzensanliegen, das weiter getragen
und weitergesagt werden will. |
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Natürlicher Ausdruck des
Glaubens |
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Es ist dabei ein ganz
natürlicher Ausdruck für Menschen, die von Gott ergriffen werden, dass sie
dies dann auf ihre, ihrer Zeit und Kultur entsprechenden Weise zum
Ausdruck bringen. So werden die alten Wahrheiten immer wieder in neue
Rhythmen und Klänge verpackt und dadurch auch ganz neu gehört.
Viele
Lieder im Kirchengesangsbuch oder in den diversen Mappen und
Notenbüchlein klingen zwar von der Melodie und Begleitung her neu, aber
wenn man genau hinhört, vernimmt man sehr oft dieselben Texte aus den
Psalmen, dem Alten und Neuen Testament, die schon im
alten Israel zur
Anbetung Gottes gedient haben. |
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Unsere Kirchenmusik |
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Um auch neuen
Gottesdienstformen und heutiger geistlicher Musik gerecht werden zu
können, gibt es in unserer Pfarrgemeinde neben einer neuen, aber traditionell gebauten
Pfeifenorgel
mit mechanischer Traktur und Schleifladen auch andere Instrumente, wie
Keyboards, Orff-Instrumente, Schlagzeug, Gitarren, Flöten,
eine moderne
Verstärkeranlage für Instrumentalgruppen etc., die den musikalischen
Rahmen unserer
Gottesdienste mitgestalten.
Mehr über unsere Orgel
finden Sie auf der Seite
"Unsere Orgeln" |
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Paul Gerhardt

Johann Sebastian Bach

Jochen Klepper

Anton Bruckner

Johannes Brahms

Richard Wagner

Eduard Hanslick
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