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Erste Schäden treten auf
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Aus heutiger Sicht - nach etlichen
Jahrzehnten Erfahrung mit Sichtbetonbauten und Flachdächern - hätte
man das vor beinahe 30 Jahren errichtete Gemeindezentrum Spittal wohl
anders konzipiert.
So war es auch kein Wunder, dass bereits wenige Jahre
nach Fertigstellung des Gemeindezentrums eklatante Schäden und Baumängel
auftraten. Eine umfassende Renovierung war notwendig geworden.
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Praktische Mängel
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Auch hatte sich durch den täglichen Gebrauch
des Gemeindezentrums so mancher praktische Mangel
herausgestellt.
Für eine ordentliche
Wärmedämmung musste dringend gesorgt werden.
Die seinerzeitige Eindeckung mit einem
Flachdach über Gemeindesaal und Hauptgebäude stellte sich als weiterer
Negativpunkt heraus. Wassereinbrüche und Sickernässe in
Decke und Wänden machten viel zu schaffen.
Die seinerzeit geschaffene
durchgehende Fensterfront am
Hauptgebäude sollte auf eine vernünftige Größe reduziert
werden.
Die
Zugangsüberdachung bedurfte ebenso einer umfassenden Sanierung.
Die
ursprünglich eingebaute Elektroheizung erwies sich bei der
Heizlastberechnung als eine "Geldvernichtungsmaschine". Die Heizleistung war
nur mäßig, die Kosten immens
hoch.
Der nachträglich eingebaute Kamin zog nicht richtig, was eine
Ofenheizung sehr erschwerte. Daher plante man, eine Warmwasser-Zentralheizung mit
Gastherme einzubauen. |
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Arch. Dipl.-Ing. Pernull ist Sieger
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Aus dem Architekten-Wettbewerb, den die
Evang. Pfarrgemeinde Spittal ausrichtete, ging schließlich das
Projekt von Arch. Dipl.-Ing. Rudolf Pernull aus Hermagor als
Sieger hervor. Auch notwendige Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen in
Pfarrhaus und Kirche sollten durchgeführt werden.
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Istzustand
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Das Gemeindezentrum auf Fotos im Istzustand
vor der Sanierung, einmal vom Zugang her mit der Traufenkieseinfassung, einmal vom Parkplatz neben der
Kirche her gesehen (damals noch etwas mehr durch Sträuchergruppen und
Bäume versteckt)
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Eine Wochenzeitung witzelte über das Gebäude
mit: "Die Lutherfestung mit Schießscharten" , ein
örtlicher Politiker nannte das Gebäude das
"Seeberg-Schlachtschiff :-)
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Das Gemeindezentrum auf
einer Zeichnung im Istzustand vor der Sanierung (schematische Zeichnung
durch Arch. Dipl.-Ing. Pernull):
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Skizze des Baukörpers
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Beurteilung des Architekten
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Einige Zitate aus der Baubeschreibung von Arch. Dipl.-Ing. Rudolf Pernull aus
Hermagor:
"Das bestehende Gebäude befindet sich
hinter Kirche und Pfarrhaus, welche in einer späten Ausformung des
Jugendstils errichtet wurden. Das Gemeindezentrum hinter diesen beiden
Gebäuden befindet sich abseits einer größeren Straße.
Bei der an sich schönen Gartenanlage
wirkt der kühle, nüchterne Betonbau - typisch in seiner Ausformung für den
Geschmack der 80er-Jahre - nicht sehr einladend.
Durch die dringend notwendige
wärmetechnische Sanierung - sinnvollerweise durch Außendämmung - wird es
möglich, dem Objekt ein anderes Bild zu verleihen. Überhaupt sollen
weitere formale und bautechnische Schwächen ausgeglichen werden.
Bei der derzeitigen Lage vermisst man den Bezug zum öffentlichen
Bereich der Straßen, den bauliche Kontakt dorthin, sowie die Wegführung
oder der Hinweis zum Gebäude".
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Vorstellungen des Architekten
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Weiters vermerkt der Architekt in seiner
Beschreibung der vorgeschlagenen Sanierungsarbeiten:
"Bei diesem Gemeindezentrum soll es sich um
ein Gebäude zur Vermittlung der christlichen Botschaft handeln, welche
sich nach außen in den öffentlichen Raum einladend widerspiegeln sollte.
Die Bibel dient dabei im weiteren Sinn auch zur Formfindung. Alte und neue
Gebäudeteile nehmen Bezug auf das Alte und Neue Testament. Das
althergebrachte, wie es sich in Kirche und Pfarrhaus spiegelt, soll nicht
verleugnet werden, sondern eingebunden. Dem Besucher des Gemeindezentrums
sollen sich hingegen die neuen Bauwerksteile präsentieren, einladend,
offen und freundlich.
Bei Sichtbetonbauweise besteht immer die Gefahr,
dass der Baukörper zu massiv und erdrückend wirkt. Dazu kommt noch der
etwas triste Eindruck der grauen Flächen".
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Die äußere Umgestaltung des Gemeindezentrums
stellt sich der Architekt wie auf der von ihm erstellten Entwurfskizze so vor:
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Merkwürdiger Gesinnungswandel
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Es mutet schon ein wenig eigenartig an, dass
die örtliche Baubehörde (Stadtbauamt Spittal/Drau) in einem
Schreiben an die Pfarrgemeinde festhält:
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Die Baubehörde entdeckt ihre
Verantwortung für die Ortsbildpflege...
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"Grundsätzlich besteht seitens der
Stadtgemeinde Spittal an der Drau gegen die geplante Umgestaltung und
Sanierung des Pfarrzentrums kein Einwand.
Es wird jedoch darauf aufmerksam gemacht,
dass bei der Wahl der Baustoffe besonders im Hinblick auf die Verkleidung
von Fassadenteilen ein Baustoff zu wählen wäre, der zum Ambiente der
Umgebung und des bestehenden Pfarrzentrums passt und mit der im Süden
liegenden traditionellen Pfarrkirche harmoniert.
Bei der Wahl eines
Holzbaustoffes muss bei der Farbgebung darauf geachtet werden, dass keine
"Lederhosenarchitektur" dieses Erscheinungsbild dominiert..."
Man fragt sich angesichts dieser Vorgaben
seitens der Baubehörde, wie es möglich war, für das ursprüngliche Objekt
eine Baugenehmigung zu erhalten, wo man so
rigoros auf das Ortsbild und die architektonische Gestaltung achtete. Denn
bei dem Sichtbetonbau war von "passender Gestaltung zum Ambiente der
Umgebung und zur Pfarrkirche" nun wirklich keine
Rede...
Der "Erfolg" der
seinerzeitigen Baugenehmigung wird wohl der
Hartnäckigkeit, dem bestimmenden Auftreten und dem Verhandlungsgeschick des damaligen Pfarrers Mag. Herbert
Seeberg-Elverfeldt zuzuschreiben sein... |