Ein langes Ringen um passende Glocken, eine

    neue Turmuhr und Läutwerk findet sein Ende             3

 

 

Glückwünsche und Grußadressen   Zahlreiche Glückwünsche anlässlich des bevorstehenden Festaktes der Übernahme und Aufzug der neuen Glocken erreichten die Pfarrgemeinde.

Ein besonders bewegendes Schreiben soll hier wieder gegeben sein: "Himmelfahrt 1965. Wir alle grüßen von Herzen die neuen Glocken. Nachdem ihnen heute bestimmt viele Wünsche mitgegeben werden, möchten wir noch diesen Gedanken hinzufügen: Die abgebildete kleine Glocke vom Turm des Flüchtlingslagers "Friedland" [Oberschlesien] hat der Spittaler viele Jahre Tätigkeit voraus, vielleicht darf sie in einem Punkt in völligem Einklang mit ihr tönen. Dass hier wie dort ihr Ruf die "Heimkehrenden" trifft, dass an beiden Orten eine Gemeinde von ganzem Herzen lobt: ,Nun danket alle Gott, mit Herzen Mund und Händen, der große Dinge tut an uns und allen Enden´. Gott behüte Sie alle! Ihre Familie Runkel"

 
   

 

 

 

Aufschriften

 

Die Glocken tragen folgende Aufschriften:

 
   

 

 
1. Glocke:  

"Unsere Verkündigung"

(mittelgroße, rechts montierte Glocke) trägt die Inschriften:

Oben:

"Der Apostel Paulus spricht:  

Wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, daß er sei der Herr, wir aber eure Knechte um Jesu willen. 2. Kor. 4, 5"

In der Mitte der Glocke befindet sich das Wappen der Fa. Grassmayr, darin die Inschrift "Mich goss 1965 Johann Grassmayr"

Am unteren Rand als Umschrift finden sich die Worte:

"Evangelische Pfarrgemeinde Spittal an der Drau"

 

Diese Glocke wiegt 550kg und hat einen Durchmesser von 97cm

 
 

 

2. Glocke:  

"Unsere Berufung" 

(große, mittig aufgehängte Glocke) trägt die Inschriften:

Oben: "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein! Jes 43, 1"

In der Mitte der Glocke befindet sich das Wappen der Fa. Grassmayr, auf der

Rückseite die Lutherrose

Am unteren Rand finden sich die Worte:

"Das Presbyterium der evangelischen Pfarrgemeinde Spittal/Drau: Antonia Chuchla, Oswald Eder, Friederike Hengstenberg, Hans Köchl, Franz Messner, Johann Moser, Hans Müller, Dr. Erwin Schuster, Hans Traar, Kurator Valentin Tscharre, Pfarrer Herbert Seeberg-Elverfeldt"

 

Diese Glocke wiegt 750kg und hat einen Durchmesser von 108cm

 
 

 

     
3. Glocke:  

"Unser Bekenntnis"

(die links aufgehängte kleinste Glocke) trägt die Inschriften:

Oben: "Denn das ist der Wille meines Vaters, daß, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, hat das ewige Leben; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage. Joh. 6, 40" 

In der Mitte der Glocke befindet sich das Wappen der Fa. Grassmayr, darin die Inschrift: "Mich goss 1965 Johann Grassmayr"

Unten am Rand als Umschrift:                

"Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob! Offb. Joh. 5, 11"

 

Diese Glocke wiegt 300kg und hat einen Durchmesser von 81cm

 
     

 

 
Glockenpatinnen   Die Glockenpatinnen waren die Damen Theresia Lerchbaumer, Witwe des Baumeisters unserer Kirche, Aloisia Oberlerchner, beide aus Spittal, Flora Tscharre und Josefine Moser aus Oberamlach, Elfriede Brauner aus Unteramlach, Frieda Rindlisbacher aus Rojach, Martha Inselbacher aus Zgurn, Ilse Maria Messner aus Winkl ob Rothenthurn.  
       
Neuer Glockenstuhl   Im Vorfeld musste noch der gesamte Glockenstuhl erneuert werden, um der ungewohnten Belastung standzuhalten.  
       

Läutwerk, Steuer-

anlage und neues Uhrwerk

 

Ebenso wurde das Läutwerk, die Steueranlage und das Werk der Turnuhr (jetzt elektrisch) erneuert. Einzig die Zifferblätter und Zeiger verblieben von der alten Anlage am Turm.

Es war nur bedauerlich, dass die Fa. Grassmayr es terminlich nicht mehr schaffte, Läutewerk und Turmuhr bis zum Glockenfest fertig zu montieren.

 
       
Einladung zum Glockenguss   Am Donnerstag, dem 18. 3. 1965 war es dann soweit. Das Glockenkomitee wurde zum Guss der Spittaler Glocken eingeladen und erschien vollzählig.

Im Einladungsbrief der Gießerei fand sich der hübsche Satz: "Zum Schluss bitten wir sie noch um ein Memento in einer heiligen Messe für ein gutes Gelingen des Gusses!"

Der Guss gelang einwandfrei und hat bei den Teilnehmern großen Eindruck hinterlassen.

 
       
Ein Fest

für ganz Spittal

 

"Am Tag vor Christi Himmelfahrt wurden die Glocken mit einem blumengeschmückten Traktoren-Fahrzeug samt Anhänger vom Bahnhof abgeholt und zur Kirche gebracht. Dort warteten schon viele fleißige Frauenhände, die vorbereitete Blumengirlanden und Kränze aus Tannengrün als Zierde für das morgige Fest an den Glocken befestigten.

Auf dem Vorplatz fand sodann am nächsten Tag zum Fest "Christi Himmelfahrt" am 27. Mai des Jahres 1965 bei strahlendem Sonnenschein der Festgottesdienst mit der Glockenweihe statt. Im Anschluss an die feierliche Zeremonie fuhren auch die Glocken ein Stück weit gegen Himmel, um oben im Glockenstuhl von den Arbeitern empfangen und in der Glockenstube aufgehängt zu werden.

Es ging alles glatt, nur die kleine Glocke war schwieriger zu befestigen, weil man die Reihenfolge bei der Montage verwechselte, und so die kleine Glocke an den beiden bereits befestigten größeren Glocken vorbei schieben musste.

Aber schließlich hing auch sie an ihren vorbestimmten Platze, und nach einer letzten technischen Überprüfung durch die Fachleute wurden die Glocken von drei starken Männern händisch angeläutet und erklangen für 10 schweißtreibende Minuten zur großen Freude der Festversammlung.

Die Begeisterung unter den Zuhörern war sehr groß und es gab viel Applaus für die Glockengießer, die Arbeiter und die Läuter"

(Tageszeitung "Neue Zeit" Klagenfurt, vom 28. Mai 1965)

 
       

Straßensperre aus

Sicherheitsgründen

  Ein Ansuchen um Sperre der 10. Oktober-Straße im Bereich der evang. Kirche an die BH Spittal wurde genehmigt, so konnte sich die große Festgemeinde ungehindert auf dem gesamten Areal bewegen.

"Zum Schutz der zahlreich zu erwartenden Gemeinde vor dem gerade meist zu den Gottesdienstzeiten an Feiertagen besonders dahinrasenden motorisierten Verkehr auf der Straße" war die Begründung von Pfr. Seeberg-Elverfeldt...

 
       
Ende gut -

nichts ist gut

  Mit der Mechanik der Schlageinrichtung, der Ganggenauigkeit der Turmuhr, mit den Glocken selbst und mit der Schaltanlage gab es in den folgenden Jahren immer wieder Probleme und verursachten umfangreiche Reparaturmaßnahmen.

Die letzte umfassende Renovierung 1989 hat schließlich alle Probleme beseitigt und heute funktioniert die Anlage einwandfrei. Die "gute alte Qualitätsarbeit"  hat sich nicht immer als solche präsentiert, was aber sicherlich auch mit der mangelhaften Qualität der zur Verfügung stehenden Materialien der Zwischen- und Nachkriegszeit zusammenhängt.

 

 

 

 

Mit einem Foto der Glocke beim Flüchtlingslager "Friedland" in Niedersachsen grüßt eine treue

gläubige Familie

 

Die frisch gegossenen

und polierten Glocken in der Glockengießerei

Grassmayr in Innsbruck

 

Das Hochziehen der

Glocken in

die Glockenstube

 

Vielbestaunte Artisten in

schwindelnder Höhe

 

Das Festabzeichen

mit dem Greif als Firmenlogo

der Fa. Grassmayr

 

Aus dem unteren Turmfenster

guckt ein neugieriger Helfer

 

Die prächtige Büttenkarte, mit

der die Fa. Grassmayr zum

Glockenguss einlud

 

 

Unterseiten:

Geschichte unserer Glocken 1

Geschichte unserer Glocken 2

Geschichte unserer Glocken 3