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Zeitgeschichte am Beispiel der Glocken |
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Die Geschichte einer Pfarrgemeinde spiegelt
natürlich die jeweilige Zeitgeschichte wider. Dies wird auch an den
Ereignissen rund um die Beschaffung und den Verlust und Wiedergewinn
des Geläutes der evangelischen Kirche in Spittal deutlich. |
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Das erste Geläute |
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In einem "Meldebogen für Bronzeglocken
der Kirchen" beschreibt der damalige Pfarrer, Oskar Hengstenberg
am 16. Mai 1940 in der Rubrik "Besondere Bemerkungen" die Herkunft des
ersten Geläutes wie folgt:
"Die einzige Glocke, die wir noch haben, ist
der Rest jener Glocken, die zwischen 1908 und 1909 als ein Geschenk des
damaligen Seelsorgers Vikar Schacht (jetzt Pfarrer in Graz) und
zweier Kuratoren in der neu erbauten Kirche aufgehängt wurden. Im
Weltkrieg wurden die beiden größeren Glocken abgeliefert. Es ist unser
herzlichster Wunsch, dass wir die kleine Glocke behalten dürfen". |
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Die "vaterländische Wehrmacht"
greift zu |
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Das erste Geläute war also eine Spende des
damaligen Vikars und zweier Kuratoren und erklang das erste Mal
zur Feier
des ersten Gottesdienstes in der Lutherkirche am Reformationstag des
Jahres 1909. Der Ausbruch des I. Weltkrieges weckte beim Militär
allerdings Begehrlichkeiten durch den "gesteigerten Materialbedarf"
der Rüstungsindustrie.
Hiezu erreichte das Spittaler Pfarramt ein
Schreiben des (staatlich eingesetzten) Oberkirchenrates am 31. Mai 1916, in dem es unter anderem
heißt:
"In der Angelegenheit der Inanspruchnahme der Kirchenglocken für
Zwecke der vaterländischen Wehrmacht gegen Vergütung gibt der
Oberkirchenrat ... den hochwürdigen Pfarrämtern in Kärnten hiermit vorerst
in aller Kürze bekannt, dass mit der Abnahme der Kirchenglocken in Kärnten
mit dem 16. Juni d. J. begonnen wird..." |
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Zwei Glocken werden konfisziert |
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Der evangelischen Pfarrgemeinde Spittal
wurde als Begutachtungstermin der vorhandenen Glocken der 20. Januar 1917
genannt.
Dabei anwesend war Richard Bayer, k. k. Ing., als
Vertreter des Abteilungskommandos Graz, Pfarrer Georg Buchacher
und Kurator-Stellvertreter Dr. Ernst Kukutsch. Es wurden
zwei
der drei Glocken beschlagnahmt und als voraussichtlicher Abholungstermin der 29. Januar 1917 genannt. Die Pfarrgemeinde
musste die Glocken selber abhängen und zur Abholung bereit stellen.
Am 31. Januar 1917 verfasste Peter
Steiner eine Relation "welcher in Vertretung des Presbyteriums der
evangelischen Filialgemeinde Spittal a/d Drau am 29. Januar 1917 der
Abnahme und Ablieferung von zwei Kirchenglocken an die Heeresverwaltung
beiwohnte und hierbei folgendes feststellte:
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Grosse Glocke: |
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I. E. S. Als die Armen, aber
die doch viele reich machen
Gegossen von C. Schwabe in Biala 1908 |
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Mittlere Glocke |
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I. E. S. Als die nicht inne
haben aber doch alles haben
Gegossen von C. Schwabe in Biala 1908 |
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Kleine Glocke |
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I. E. S. Als die
Traurigen, aber doch allezeit Fröhlichen
Gegossen von C. Schwabe in Biala 1908
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Entschädigungs-
leistung nach kg |
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Von oben angeführten drei Glocken wurden
die Größte und Mittlere von dem Abgeordneten der Heeresverwaltung
abgenommen, selber mit dem Erkennungszeichen "Sp. E. K." versehen
und zum Bahnhof geliefert, wo deren Gewicht mit 786 + 463 Kg. zusammen
1.249 Kg. Gesamtgewicht festgestellt wurde. Ablösbetrag pr.(o) Kg. Metall
= 4 K(ronen).
Spittal am 31. Jänner 1917"
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Weitere
Bemerkungen |
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Den Vorgang der Glockenabnahme kann man sich
so wie auf der ersten Abbildung in der Bilderleiste vorstellen. Auf der Rückseite seines Relationsprotokolls
vermerkt Peter Steiner weiters: |
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Spätere Verwendung der Entschädigungs-
leistung beschlossen
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"Empfang und Verwendung des
Ablösebetrages:
Am 26. März 1917 langten die mittels Post
von der Heeresverwaltung als Ablösebetrag für 1.246 Kg. abgeliefertes
Glockenmetall angewiesenen 4.996 Kr. sage: Viertausend neunhundert neunzig
sechs Kronen hier ein, und wurde dieser Geldbetrag unter dem Titel
"Glockenfond" am 27. März 1917 bei der hiesigen Spar- und Vorschußkasse
laut Einlagebuch No. 6069 für Rechnung der evangelischen Filialgemeinde
Spittal nutzbringend angelegt mit der Bestimmung, dass seinerzeit nach
Rückkehr normaler Verhältnisse aus diesem durch Zinsenzunahme vermehrten
Fond zwei neue Glocken gleich wie die vom 31. Januar 1917 abgelieferten
wiederbeschafft und der Verwendung an dieser Filialkirche zugeführt
werden. Spittal am 31. März 1917. Presbyterium der evangelischen Gemeinde.
Peter Schweiger, Peter Steiner, Mathias Winkler"
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Eine Läuteglocke bleibt |
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Am 11. Juli 1917 erreichte die Pfarrgemeinde
ein Schreiben des K. u. K. Militärkommandos Graz, worin mitgeteilt wurde,
dass die Abnahme der bisher nur aus Kultusinteressen belassenen,
kunsthistorisch nicht wertvollen Glocken voraussichtlich im Juli beginnen
werde.
Jene Kirchen, welche ohne Glocken bleiben würden, wird vorläufig
die kleinste Glocke als Läuteglocke belassen. |
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Zweiter Versuch von
Materialbeschaffung
unter Abdrohung von Zwangsmaßnahmen
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Weiters wird angefragt, ob
die p. t. Pfarrgemeinde gewillt ist, die allenfalls abzugebenden Glocken
freiwillig zur Verfügung zu stellen oder ob das Kriegsleistungsgesetz
in kraft gesetzt werden solle.
Man vertraue aber der Opferwilligkeit der
evangelischen Pfarrgemeinden und hoffe darauf, dass die gütliche
Vereinbarung überall vorausgesetzt werden könne. Stahlglocken kämen
für die Ablieferung nicht in Frage.
Spittal verbleibt nach einigem Hin und Her
also die kleinste Glocke, die aber einen sehr schlechten Ton hat und außer
dem reinen Materialwert keinen kunsthistorischen oder geschichtlich
bedeutenden Wert aufweist. |
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Stellwerks-
Glockenschellen als
Stundenschlagwerk |
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Da man aber für die Turmuhr unbedingt ein
Schlagwerk für die Zeitangabe benötigte, kaufte man am 28. Oktober 1920 von
der Eisenbahnverwaltung Villach vier ausgemusterte Stellwerks-Glockenschellen im Gewicht von
135 kg, die bis zur Erneuerung des Geläutes in den 60er-Jahren als
Zeitschlagwerk in
Gebrauch waren. Zu den Gottesdiensten rief die verbliebene kleine
Bronzeglocke mit ihrem schlechten Ton... |
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Stellwerksglocken
Blick in einen Glockenstuhl |
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Rückstellung scheitert
nach Kriegsende
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Nach Kriegsende versuchte die Pfarrgemeinde,
mit Gesuchen an verschiedene Ministerien eine Rückstellung der Glocken zu
erreichen, falls diese nicht schon eingeschmolzen wären.
Schließlich
teilte das Bundesministerium für Finanzen als Militär-Liquidationsamt am
31. 1. 1923 mit, dass die seinerzeit requirierten Glocken nicht mehr
vorhanden wären und eine Rückstellung daher unmöglich sei. |
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Umwidmung der Entschädigung |
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Da der Preis für einen Glockenguss und dem
dazu nötigen Material stark gestiegen war (für Bronze um beinahe
200%!), war es unmöglich, an die Anschaffung von Ergänzungsglocken
zu denken. Der seinerzeitige Spender der Glocken und zu der Zeit als
Pfarrer in der Heilandskirche in Graz wirkende Julius Schacht
regte zwar an, zum 25-jährigen Kirchenjubiläum am 31.
10. 1934 wieder ein komplettes Geläute zu schaffen, aber das war
nicht finanzierbar.
Daher widmete die Gemeindevertretung
von Spittal mit Einwilligung der seinerzeitigen Spender die
seinerzeit für die Glocken bezahlte Entschädigung für den Ankauf
einer Orgel um, "da es in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich
erscheint, dass es zur Anschaffung von Glocken kommen könne und ein
sehr großes Bedürfnis in der Kirchengemeinde nach einem solchen
Instrumente bestünde". |
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Meldebogen für Bronzeglocken |
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Aber auch das Nazi-Regime sollte bald
begehrliche Blicke in Richtung Glocken werfen. So flatterte 1940 der ganz
oben erwähnte "Meldebogen für Bronzeglocken der Kirchen" auf
den Schreibtisch der Pfarrkanzlei. Pfr. Hengstenberg gab
sich unwissend, was Gewicht, Material und Hersteller anging. |
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Pfarrer Hengstenberg
gibt sich bedeckt
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Nur ganz offensichtlich zu erkennende
Merkmale (Verwendungszweck: Kirchengeläute; Aufhängung:
im
Glockenstuhl; Art des Läutwerks: schwingend; Größter unterer
Außendurchmesser in cm: 74 cm) gab er bekannt. |
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Standortkirche für die evangelische
Wehrmachtsgemeinde |
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Diese Hinhaltetaktik hätte normalerweise wohl keine
besondere Wirkung in diesem Regime gezeigt, aber als hilfreich erwies sich
ein Vertrag, abgeschlossen zwischen der
Heeresstandortverwaltung Spittal/Drau (Riecke,
Oberzahlmeister) und der "Zivilkirchengemeinde" Spittal/Drau
(Pfr. O. Hengstenberg), genehmigt durch den
Standortoffizier (Suschnig, Oberst).
Gegenstand des Vertrages war
die Einwilligung, die Kirche als Wehrmachtskirche der evangelischen
Wehrmachtsgemeinde zur Verfügung zu stellen. Mit dem Gebäude seien auch
die zu den jeweiligen Kultushandlungen notwendigen Einrichtungen und
Gegenstände (Orgel, Glocken, Paramente, Abendmahlsgeräte usw.) zur
Verfügung zu stellen.
Sonderausgaben wie Kerzen, Abendmahlswein,
Organistenlohn) seien dem Wehrmachtspfarrer in Rechnung zu stellen.
Die evangelische Kirche sei damit auch Pfarrkirche für die
evangelische Wehrmachtsgemeinde des Standortes Spittal.
Für die Benützung zahlte die
Heeresstandortverwaltung monatlich RM 100,-. Es ist gut vorstellbar,
dass man eine Standortkirche nicht ohne Glocke dastehen lassen
konnte oder wollte, also blieb die letzte Glocke wo sie bisher war. |
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Ein Dokument "im Namen des Führers" -
aufbewahrt im Kanzleikasten |
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Die erste Sammlung von Buntmetallen in
evang. Gemeinden brachte wohl wenig Erfolg, Daher verordnete das "Reich"
eine zweite solche Sammlung. Bei dieser kam in Spittal anscheinend eine
nennenswerte Menge
an Kupfer, Messing und anderen Buntmetallen zusammen, so dass die
Pfarrgemeinde (wie viele andere Pfarrgemeinden oder Institutionen übrigens
in dieser Zeit) - die unten abgebildete Dankesurkunde "im Namen des Führers"
von Reichsmarschall Hermann Göring verliehen bekam.
Diese Urkunde wurde trägt auf der
Rückseite folgenden handschriftlichen Vermerk: "Dieses Blatt hing
bis 1977-10-22 im Kanzleikasten und wurde von mir an diesem Tage von dort
entfernt und in den Ordner GdI eingeordnet. 9800 1977-10-22 Till Geist"
(der damaligen Pfarrer, kurz nach seiner Amtsübernahme)
Es erstaunt schon sehr, dass diese Urkunde so lange im
Kanzleikasten hängen bleiben durfte und nicht sofort im Gemeindearchiv verschwand... |
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"Hermann muss er heißen, Herrmann muss
er heißen..." |
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Glockenabnahme zu Ende des
I. Weltkrieges.
So ähnlich kann man sich den
technischen Vorgang auch an der
evang. Kirche Spittal
vorstellen
Die Herstellung einer Glocke:

Der
Glockengießer errechnet
die "Rippe",
das Profil
der künftigen
Glocke.
Er zeichnet
sie auf ein Buchenbrett,
das später als
Schablone
dienen wird.

Die Schablone
wird entlang der
inneren Kontur
ausgeschnitten, an
einer Spindel
drehbar befestigt
und über dem
Formstand
in der "Grube"
angebracht.
Der Schablone
folgend,
wird der erste
Teil der Glockenform,
der "Kern"
hohl mit Ziegeln
aufgemauert.
Darauf wird Lehm mit Zusätzen von Hand aufgetragen.

Durch den
Hohlraum kann die
Kernform von
innen heraus beheizt werden, um auszutrocknen und
gebrannt zu
werden.
Das wird mit
immer feinerem Lehm
so lange
wiederholt und mit der Schablone rundum abgestrichen, bis
ein glatter
Kern entsteht. Er
entspricht dem
Inneren der Glocke,
dem Hohlraum.

Die Schablone
wird jetzt entlang der
äußeren Kontur
ausgeschnitten,
das Maß für
das Modell der Glocke
("Falsche
Glocke"). Sie entsteht durch fortgesetztes Auftragen immer feiner
werdender Lehmschichten, bis die Schablone ausgefüllt ist.
Zuletzt erhält
die "Falsche Glocke"
eine
Trennschicht aus Fett, auf die Verzierungen und Schriften aus
Wachs geklebt
werden. Sie ist ein genaues Abbild der künftigen Glocke.

Jetzt wird der
"Mantel" gefertigt.
Hierzu hat die Schablone ausgedient. Zunächst bringt man sehr feinen Lehm
auf die "Falsche Glocke".
Die
folgenden Schichten, die armiert werden, sind zunehmend gröber.
Wieder wird
die Form beheizt, jeder Lehmauftrag getrocknet, ehe der nächste folgt, bis
der
Mantel die
richtige Stärke hat.

Das Wachs der
Glockenzier auf der "Falschen" Glocke ist durch den Trockenvorgang weg
geschmolzen.
Beim Abheben
des Mantels zeigt
seine
Innenwand nun alle Schriften
und
Verzierungen im Negativ. Die "Falsche Glocke" hat nun ausgedient
und wird vorn
Kern entfernt.
Der Mantel
wird wieder über den
Kern gestülpt.
Dazwischen ist ein
Hohlraum
entstanden, der beim
Guss mit Bronze gefüllt
wird.
In die
Gussgrube wird schichtweise
Erde zwischen die Glockenformen
eingebracht und festgestampft,
damit die
Mantelformen den Druck
der Schmelze
beim Guss aushalten.
Schließlich
ragen nur die
"Windpfeifen"
und das Eingussloch
jeder
Glocke in die ebene Oberfläche
der obersten
Erdschicht. Auf ihr
mauert man
offene Rinnen, die das flüssige Metall zu den Gusslöchern
der einzelnen
Formen leiten.
Fortsetzung auf der
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