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Spatenstich |
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Der Spatenstich zur ersten evangelischen
Kirche in Spittal erfolgte im Jubiläumsjahr des 60. Regierungsjahres
"Seiner kaiserlichen und königlichen apostolischen Majestät" am
15. 11. 1908. Die Baugenehmigung musste nachträglich vom Oberkirchenrat
eingeholt werden, da man gezwungen war, noch 1908 mit dem Bau zu beginnen,
was aber aus finanziellen Gründen noch nicht möglich war. Deshalb plante
man erst einmal die Grundsteinlegung und die Durchführung der wichtigsten
Vorbereitungsarbeiten, um dem Kaufvertragsbedingungen zu entsprechen,
womit wenigstens der erste Schritt in diese Richtung getan war. Die Hälfte
der voraussichtlichen Baukosten hatte man allerdings schon
zusammengebracht, mit dem Bau sollte Anfang 1909 begonnen werden. |
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Ausführende Firma:
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Die ausführende Baufirma war das Bauunternehmen Anton Lerchbaumer
Vater und Sohn aus
Spittal, unterstützt durch unglaublich viele freiwillig geleistete Arbeitsstunden von
Gemeindegliedern und namhafte Materialspenden von Evangelischen und
verschiedenen wohlwollend gesinnten Firmen. Nur so war es möglich, dass schon ein Jahr später,
und zwar am Reformationstag (31. Oktober 1909) die ebenfalls
gestifteten Glocken zum feierlichen Gottesdienst in der neuen Kirche rufen
konnten. |
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Betrachtung |
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Viele Jahre sind seither
vergangen. Kirche und Pfarrhaus haben viel Freude und Lachen, aber auch
Leid und Weinen erlebt. Die Zeit mit ihrer wechselvollen Geschichte hat
Spuren hinterlassen, im Leben der Menschen und an den Bauten. Und wie
immer im Leben waren freudige und schmerzliche Situationen dabei, Triumph
und Niederlage lagen oft eng neben einander.
Politische Wirren, eine
weltweite Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit von unzähligen Menschen,
Hunger und Verzweiflung erlebten die Menschen in und um ihr. Wer weiß, wie
das Leben mancher Menschen verlaufen wäre, hätte es nicht in solchen
Zeiten eine Pfarrgemeinde, ein Pfarrhaus, gegeben.
Eine Anlaufstelle für ihre
Sorgen und Lasten und Nöte, aber auch für ihre Freuden und Glücksmomente.
So ist ein solcher Bau nicht
nur ein aus Ziegeln und Mörtel geformter Komplex, auch die Schicksale der
Menschen die in ihm aus- und eingehen, sind auf geheimnisvolle Weise in
die Mauern mit hinein verwoben...
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Geldentwertung
als Segen |
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In den Zwanzigerjahren wurde die Rückzahlung
des extrem hohen Darlehens durch die Geldentwertung massiv erleichtert, so
dass neben der vollständigen Rückzahlung auch 1926 die Anschaffung einer
kleinen Orgel möglich wurde (1926). Nähere Informationen zu unseren
verschiedenen Instrumenten können Sie auf der Seite "Unsere Orgeln" auf
dieser Homepage finden. |
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"Materialbedarf" |
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Das erste (gespendete) Geläute der neuen Kirche
hatte leider den massiven "Materialbedarf" des Ersten Weltkrieges
nicht überstanden. Das Heeresministerium zog die beiden größeren Glocken
ein, es verblieb nur eine kleine Notglocke im Turm. Für die brutale Militärmaschinerie des Naziregimes
war in Spittal allerdings nichts mehr zu holen. Zur Geschichte unseres
Geläutes
finden Sie mehr Informationen unter
"Unsere Glocken" auf dieser
Homepage. |
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Liebe und Opfer |
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In den weiteren Jahrzehnten hat die
Pfarrgemeinde (und damit jedes einzelne Mitglied) viel Liebe und
Opferbereitschaft auf "ihre" Kirche verwendet, und das auch in den
schwierigsten Zeiten nicht vergessen. So wurde z. B. 1958 eine
Elektroheizung installiert (allerdings zu einer Zeit, zu der man sich um
Energiekosten keine wesentlichen Gedanken zu machen brauchte). |
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Generalsanierung |
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Die Generalsanierung der letzten Jahre samt
der Wiederherstellung des Vorplatzes nach den ursprünglichen Plänen war
ein weiterer Höhepunkt für unsere Kirche. |
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Großzügige Unterstützung |
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Insgesamt haben das Land Kärnten und die
Stadtgemeinde Spittal mit großzügiger Unterstützung dieser Vorhaben ihre
Wertschätzung für die Arbeit der Evangelischen in Kärnten und im Bezirk
Spittal klar unter Beweis gestellt und ihre ökumenische
Einstellung erwiesen. Dafür sei allen Verantwortlichen an dieser Stelle
ausdrücklich gedankt! |
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Vernünftiges
Augenmaß |
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All diese Aktivitäten erfolgen stets mit großer
Behutsamkeit und - wie wir glauben - mit einem vernünftigen Augenmaß gegenüber dem
Gesamtensemble, das Kirche und Pfarrhaus nun einmal darstellt.
Dieses Gesamtobjekt ist einerseits als interessantes Zeitzeugnis des
Kunstschaffens und des Architekturverständnisses seiner Zeit zu
betrachten. Daher steht es auch unter dem besonderen Denkmalschutz der
UNO, welche das Gesamtobjekt Kirche und Pfarrhaus unter den Schutz der Haager Konvention
gestellt hat. |
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Neue Anforderungen
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Es ist aber andererseits sicher für Jedermann verständlich,
dass ein historischer Kirchenbau anderen Gottesdienstformen und
Gemeindeveranstaltungen nicht immer den idealen Rahmen verleiht. Manche
Neuerungen im Leben einer Gemeinde sind nicht oder nur provisorisch in
einem solchen Rahmen verwirklichbar. Man denke nur an einen für
Rollstuhlfahrer geeigneten Zugang ohne Barrieren...
Daher entschloss sich die
evangelische Pfarrgemeinde, ein multifunktionales Gemeindezentrum, das rückwärtig des
Kirchenkomplexes gelegen ist und im bewussten - nicht immer konfliktfreien
Kontrast zu Kirche und Pfarrhaus - in dem in den 70er-Jahren aktuellen
Sichtbetonbaustil errichtet wurde.
Näheres zur Baugeschichte und den Problemen,
die rund um dieses Projekt auftraten, können Sie auf der Webseite über
unser Gemeindezentrum nachlesen.
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Geplante
Gedenktafeln in
typischer Jugendstilschrift
Eine echte
"Blaupause" |
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Text Haupt- u. Zusatztafel |
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Haupttafel:
"Evangelische Kirche und
Pfarrhaus in Spittal a. d. Drau
Wurde mit Hilfe der
Glaubensgenossen in der Schweiz, im Deutschen Reiche, besonders
Württemberg, Holland und Schweden erbaut nach den Plänen der Architekten
Kl. M. Kattner und G. Knell in Wien und den Baumeistern A. Lerchbaumer und
Sohn Spittal a. d. Drau in den Jahren 1908 - 1900
Der Bau wurde begonnen am 6.
Oktober 1908
Die Grundsteinlegung war a.
15. Nov. Die Firstfeier war am 31. Juli 1909. Das Kreuz wurde aufgesetzt
a. 25. Sept. Das feierliche Probegeläut war a. 17. Oktober"
Die Feier des ersten
Gottesdienstes fand am 31. Oktober 1909 statt"
Zusatztafel:
"Während der Bauzeit war
Pfarrer in der Pfarrgemeinde Unterhaus G. Buchacher und Vikar in der
Filialgemeinde Spittal J. Schacht. Im Presbyterium, Bauausschuss und
Kirchenbauvereinsmitglieder waren L. Bruckmann Kurator, Berlinger,
Scheibel, Gatternig, Demith, Hartlieb, Kukutsch, Staudacher, Manhardt,
Winkler, Steierer, Wasserteurer, Koch, Bogensberger"
Leider gibt es keine
Aufzeichnungen darüber, ob, wann und wo diese Tafeln angefertigt und befestigt
wurden und später evtl. wieder entfernt wurden. Jedenfalls sind im
hinteren Teil des Kirchenschiffes dafür Nischen freigespart worden.
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Einige Ansichten unserer
Kirche im Wandel der Zeit

Die evangelische
Kirche im
Bau neben der
Gasser-Villa

Die damalige Allee vom
Bahnhof bis zur
evangelischen Kirche

Erste Farbpostkarte
von 1910

Die neue
Kirche mit dem Pfarrhaus

Kirche mit Pfarrhaus
vom Conrad-v.-Hötzendorf-Platz (dem heutigen Neuen Platz)
aus gesehen
Die Vorbilder:

Zwei andere Kirchen
vom selben Architektenteam, die evang. Kirche von Leoben...

...und Innsbruck
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