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Zweite Pfarrstelle für
Spittal |
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Noch vor Planung und Bau des
Gemeindezentrums in Spittal und des
Bethauses in Obervellach wurde für Spittal nach
zähen Verhandlungen und intensiv geführten Argumentationen von beiden
Seiten eine zweite Pfarrstelle durch den
Oberkirchenrat eingerichtet (siehe dazu auch
"Geschichte der evang. Kirche
Obervellach".
Dieser Pfarrer sollte vor
allem für das Oberland tätig sein, aber seinen Amtssitz vorläufig
noch in Spittal innehaben). |
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Bauliche Voraussetzungen |
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Es erscheint logisch, dass
die wachsenden Aufgaben einer Pfarrgemeinde auch entsprechende bauliche
Voraussetzungen erforderten. Um dem vielfältigen Gemeindeleben gerecht
werden zu können, wurde daher der Bau eines Gemeindezentrums angedacht.
Der Auftrag zur Planung erging nach einem Architektenwettbewerb an einen
gebürtigen Spittaler. Es handelte sich dabei um Dipl.-Ing.
Helmuth Rauch.
Dieser war zu dem Zeitpunkt
ein Mitarbeiter im Architekturbüro der Architekten Dipl.-Ing. Erich Egerer. Dipl.-Ing. Gerhard Kienzl und Mag. Helmut Santner. |
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Erster Entwurf von
Dipl.-Ing. Helmuth Rauch
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Kubische Baukörper
aus Sichtbeton
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Der von ihm aus mehreren
Quadern gestaltete kühle, beinahe etwas abweisend wirkende Baukörper wurde in der damals aktuellen
Sichtbetonbauweise errichtet und verursachte heftige
Kontroversen.
Die Wellen zwischen Befürwortern und Gegnern gingen
buchstäblich "hoch". In dem Buch "50 Jahre Spittal an der Drau"
heißt es im Kapitel "Der Wandel des Ortsbildes":
"Auch die evang. Kirche erfuhr in den Jahren 1975/1976 einen vielleicht
etwas zu sachlich wirkenden kubischen Anbau..." |
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Heftige Kontroversen |
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Dass dieser Zubau nach
anfänglich heftiger Ablehnung vom
städtischen Bauamt schlussendlich doch genehmigt wurde, schreibt man dem
Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen des damaligen Pfarrers
Herbert Seeberg-Elverfeldt zu. Dieser hatte eine besondere
Beziehung zu Architektur und Bauwesen. Er studierte von 1929-31 in Dorpat
(Tartu: Estland) Mathematik und Chemie, ehe er 1931 auf das Studium
der Evang. Theologie (1931 bis 1935 in Dorpat, von 1935 bis 1936 in
Berlin) umstieg. |
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Spittal als Schulstadt,
daher ein Pfarrer im
Schuldienst
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Die explosionsartige Entwicklung Spittals als Schulstadt
stellte für die Betreuung der Schüler ein großes Problem dar. 1977
besuchten täglich etwa 7.500 Schüler die verschiedeneren Schulen - davon
waren etwa 15%, also ca. 1.400
Schüler evangelisch. Dies zwang zur Errichtung einer
Pfarrstelle für einen Pfarrer im Schuldienst für die höheren Schulen.
Prof. Kurt Wieninger war in dieser Funktion von 1971 - 1988
in Spittal tätig. Der
Oberkirchenrat war aber nur unter der Voraussetzung dazu bereit, einen Pfarrer
in den Schuldienst zu berufen, wenn die
zweite Pfarrstelle in Spittal wieder aufgelöst werde.
Pfr. Seeberg-Elverfeldt
schreibt in seinem Rückblick anlässlich seines letzten Jahresberichtes für
1976 vor seiner Verabschiedung in den Ruhestand dazu folgendes: |
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Diskussion mit
Oberkirchenrat |
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"Wiewohl der
Oberkirchenrat keine gesetzliche Grundlage für dieses Handeln
hatte, gaben wir nach, um wenigstens das eine zu erreichen: die
Entlastung des Gemeindepfarrers von einem viel zu umfangreich
gewordenen Religionsunterricht und eine Verbesserung des
Unterrichts". |
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12 Religions-lehrerInnen
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Zu diesem Zeitpunkt waren in
Spittal an den Pflichtschulen 12 ReligionslehrerInnen
eingesetzt. Es war für den Gemeindepfarrer schwierig, zu allen den
Kontakt zu halten.
Wenn auch durch die Berufung
eines Schulpfarrers damit auch die größten Probleme im
Religionsunterricht behoben waren, blieb noch genügend Arbeit für
den Gemeindepfarrer. |
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Etliche Planungs-mängel
werden nachgebessert |
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Das Projekt des Planers
hatte allerdings einige gravierenden Mangel. Es fehlte in seinen Plänen
z. B. ein Keller, obwohl ein Stiegenabgang in den Keller in seinen
Plänen eingezeichnet war. Der Keller musste von der den Bau
ausführenden Firma
IL-BAU aus Spittal nachgeplant werden.
Auch die
Raumaufteilung wurde nachgebessert, ein Kamin eingeplant, eine
Innenisolierung des Wohnbereiches berücksichtigt und ein neuer Gesamtplan
durch die Fa. IL-BAU erstellt. |
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Der Bauplan der Fa. IL-BAU für
den Keller:
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Neue Baupläne als
Einreichungs-unterlagen |
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Raumaufteilung für das
Erdgeschoss:
Zwei Wohnungen im Obergeschoss: |
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Räumliche
Voraussetzungen |
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Kirchendiener und
Gemeindeschwester bewohnten das alte Pfarrhaus.
Der neue Gemeindepfarrer als
Nachfolger von Pfr. Seeberg-Elverfeldt, welcher sich
1976 in die Pension verabschieden würde, sollte eine Wohnung im
neuen Gemeindezentrum erhalten. (Pfr. Seeberg-Elverfeldt
hatte damals bereits eine Wohnung in einem Hochhaus in Edling
bezogen).
Als sein Nachfolger wurde
1977 Mag. Till Geist,
vorher Pfarrer in Arnoldstein, berufen, der diese
Pfarrstelle von 1977 bis 1984 inne hatte. Dies alles machte es
nötig, durch die Errichtung eines Gemeindezentrums an der Rückseite
der Lutherkirche neuen Wohnraum zu schaffen. |
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