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Verlegung des Amtssitzes
nach Lienz |
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Am 7.Juni 1938 stellt die
Predigtstation Lienz den Antrag an den Oberkirchenrat, den Amtssitz des
Vikars Wolfgang Nordheim nach Lienz zu verlegen. Als Begründung führt man an:
Lienz habe die größere evang. Gemeinde, Lienz liege zu den anderen
Stationen, die der Herr Vikar mit zu versorgen habe, zentraler, und Lienz
bekomme jetzt ein ganzes Regiment Militär, welche
Glaubensgenossen dann auch seelsorgerisch zu betreuen seien. |
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Schwierigkeiten befürchtet |
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"Wir wählten in der
Systemzeit [Ständestaat] Greifenburg als Sitz für den Vikar, weil ein
junger unerfahrener Vikar hier in Lienz am Sitz der
Bezirkshauptmannschaft zu leicht Schwierigkeiten bekommen hätte.
Heute ist das nun anders!"...
Gleichzeitig beantragt die
Predigtstation Lienz "dass die Herren Hilfsgeistlichen entsprechend
besoldet werden müssten. Mit RM 100,- kann hier kein Mann auch bei den
bescheidensten Ansprüchen leben, Lienz ist eine der teuersten Gegenden
Altösterreichs, der Mann wäre hier direkt ein Hungerleider und müsste
schließlich der NSV (Nationalsozialistische Versorgungskassa) zur
Last fallen, das wäre doch unter der Würde eines Geistlichen. RM 200,-
monatlich müsste ein Geistlicher hier mindestens an Gehalt
bekommen.
Heil Hitler! Der Vorstand
der Predigtstation H. Leopold". |
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Stillhalteabkommen bedeutet
Vereinsauflösungen |
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Am 9. Juni 1938 erreicht die
Pfarrgemeinde Spittal ein Beschluss des Landrates
für den Kreis Spittal, in welchem mitgeteilt wird, dass
"über Antrag des Stillhaltekommissärs für Vereine, Organisationen und
Verbände nachstehender Verein, und zwar: Evangelischer
Mädchenverein, Spittal a/Drau hiermit im Sinne des §3 des Gesetzes
vom 17. Mai 1939, GBl. 136, aufgelöst ist.
Gegen diesen
Bescheid ist ein Rechtsmittel nicht zulässig. Ergeht an: Evangelischer
Mädchenverein, Ortsgruppe Spittal a/Drau" |
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Neuer
Personalvikar für Lienz
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Am 22. Dezember 1939 wird Vikar
E. Kontetzny als neuer Personalvikar in Lienz
mit dem Amtssitz in Lienz berufen |
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Meldebogen für Bronzeglocken |
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Im Mai 1940 trifft ein
"Meldebogen für Glocken" zum Ausfüllen in der evang. Pfarrgemeinde ein.
Wie beinahe zu erwarten war, warf auch das Naziregime begehrliche Blicke
auf alles, was als Material für die Rüstungsindustrie dienen könnte.
In
diesem Meldebogen
schreibt der damalige Pfarrer, Oskar Hengstenberg
am 16. Mai 1940 in der Rubrik "Besondere Bemerkungen": "Im
(I.) Weltkrieg wurden die beiden größeren Glocken abgeliefert. Es ist unser
herzlichster Wunsch, dass wir die kleine Glocke behalten dürfen".
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Kluger Schachzug oder
göttliche Fügung
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Ein kluger Schachzug (oder
eine göttliche Fügung?) führt zum Abschluss eines Vertrages zwischen der
Heeresstandortverwaltung Spittal/Drau und der "Zivilkirchengemeinde" Spittal/Drau
(Pfr. Oskar Hengstenberg), genehmigt durch den
Standortoffizier über die Einwilligung, die Kirche als
Wehrmachtskirche der evangelischen Wehrmachtsgemeinde zur Verfügung zu
stellen.
Die Pfarrgemeinde hatte
damit die Verpflichtung übernommen, den Kirchenraum, Orgel, Glocke, Paramente und
Gottesdienstgeräte vertraglich zur Verfügung zu stellen.
Eine Wehrmachtskirche ohne
Glocke war wohl nicht vorstellbar, weshalb das Regime vermutlich auf die Einziehung
der letzten verbliebenen Glocke verzichtete. Genaueres dazu auf der Seite
"Unsere Glocken"
auf unserer Homepage.
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Ein Todesfall erschüttert
viele |
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Am 10. April 1940 verstirbt
völlig überraschend der Kurator und Kassenwart Hans
Prasch. Wie bekannt und hoch geschätzt dieser Mensch gewesen ist,
wird an den zahlreichen Beileidschreiben aus ganz Österreich sichtbar |
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Ein Fest für Pfr. Oskar
Hengstenberg |
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Am 20. September 1942
feiert die Gemeinde das 25-jährige Wirken von Pfr. Oskar Hengstenberg in
Spittal. Die Gemeinde spricht ihm herzlichen Dank und tiefe Anerkennung aus |
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Flüchtlinge in Spittal
("Displaced people"
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Im Jahre 1945 werden nach
dem Zusammenbruch des Naziregimes zwischen der heutigen
Fridtjof-Nansen-Straße und der Lagerstraße in den ehemaligen
Wehrmachtsbaracken Flüchtlinge und Vertriebene auf engstem Raum
untergebracht.
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Das so genannte "Lager" für "Displaced
People" *) entsteht. Schon 1945 wird für diese
Menschen im Eigenverlag ein "Kleiner Katechismus" gedruckt |
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Spezielle Ausgabe des
"Kleinen Katechismus" |
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*) DP-Lager (engl.: DP-Camps) waren Einrichtungen zur
vorübergehenden Unterbringung so genannter
Displaced Persons
(DPs = verschleppte Personen) nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in
Deutschland, Österreich und Italien. |
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Innenminister Helmer in
Spittal |
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Am 16. März 1946 besucht der
damalige Innenminister Oskar Helmer Spittal, "um sich ein
Bild von der Sicherheitslage in der schönen Oberkärntner Bezirksstadt zu
machen" |
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Bundespräsident Renner in
Spittal
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Am 10. August 1946 besucht
Bundespräsident Renner das Land Kärnten und
auch Spittal. Er wird vom damaligen Bürgermeister
Michael Pfeifer als "der erste Kämpfer für die Unteilbarkeit Kärntens
und die Rechte Südtirols" gelobt.
BM Pfeiffer
mahnt alle örtlichen Vereine, Körperschaften und Bürger zum Besuch dieser
Feierlichkeit, um damit die Verbundenheit mit dem wieder erstandenen
Österreich, dessen Repräsentant Dr. Karl Renner sei, auszudrücken |
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Seelenstandsbericht
1947 |
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Mit 12. Juni 1947
dokumentiert der (mehrfach überarbeitete und korrigierte) Seelenstandsbericht zum Jahre 1946 eine Mitgliederzahl der evang. Gemeinde
Spittal/Drau von 2215 Gemeindegliedern |
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Einweihung der
"Barackenkirche" Lienz |
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Am 8. Dezember 1947 wird die
Barackenkirche im Lienzer Draupark durch Superintendent
Dr. Fritz Zerbst
eingeweiht |
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40-Jahr-Jubiläum der
Lutherkirche
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Im Jahre 1949 feiert die
Pfarrgemeinde das 40-Jahr-Jubiläum ihrer Lutherkirche. Dazu treffen
interessante Glückwunschschreiben und -telegramme aus dem In- und Ausland
ein. Bischof Dr. G. May findet sehr persönliche und herzliche Worte. |
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Ein sehr berührender
Brief
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Pfr. i. R Georg Buchacher schreibt einen sehr
bewegenden Brief, in dem er aus gesundheitlichen Gründen absagt. Er
schreibt u. a.: "Ich bedaure sehr, dass ich infolge meines Leidenszustandes als
langjähriger einbeiniger Invalide nicht in der Lage bin teilzunehmen, auch deshalb, weil ich leider keine
Fahrgelegenheit gefunden habe..." |
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Interessantes
Dokument aus Arriach
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Ein schrifthistorisch
interessantes Schreiben kommt aus der Pfarrgemeinde Arriach,
auf einer Schreibmaschine mit Frakturtypen geschrieben - eine echte
Rarität!

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Veranstaltungen an
verschiedenen Orten |
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Zahlreiche
Veranstaltungen zum Kirchenjubiläum finden im
Volksheimsaal in der Bahnhofstraße (heute Lutherstraße) statt. Es gibt Vorträge, Gottesdienste parallel zum
Festgottesdienst, einen Familienabend im Saal des Feuerwehrhauses,
Vorträge im Gemeindesaal, einen evangelischen Film aus Schweden mit dem
Titel: "Das Himmelsspiel" in den "Park-Lichtspielen"
u. v. a. |
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1. Ökumenischer Gottesdienst
in Spittal |
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Am 10. Dezember 1950 findet
in der evang. Kirche in Spittal auf Anregung des englischen
Militärpfarrers der erste ökumenische Gottesdienst statt.
Es treffen sich
Anglikaner, Lutheraner, und ungarische
Calvinisten (sie kamen aus dem "Lager"
im Osten der Stadt) mit den evang. Mitgliedern A. B. aus der
Pfarrgemeinde Spittal.
Anschließend gibt es ein
gemütliches Beisammensein im Saal des Volksheimes bei Tee und Gebäck (aus englischen Militärbeständen
und Gaben von Mitgliedern der Spittaler evang. Gemeinde) |
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Schwedischer Pastor in
Spittal auf der Kanzel
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Am 1. Juli 1951 steht ein
schwedischer Pastor auf der Kanzel in der Lutherkirche.
Es
handelte sich dabei um Ernst Erlin aus Lund. Er war
Leiter des schwedischen Gustav-Adolf-Vereines, dessen Patenkind die
Gemeinde Spittal in den Nachkriegsjahren war |
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Visitation |
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Ende Februar 1952 gibt es
eine Visitation der Gemeinde durch den Superintendenten Dr. Fritz
Zerbst aus Villach, die trotz aller anfänglicher Bedenken und
Befürchtungen in der Gemeinde für alle Beteiligten sehr aufbauend und
ermutigend wirkte |
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Lehrlingsheim des
Weltkirchenrates |
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Im Jahre 1953 wird vom
Evangelischen Weltkirchenrat aus Genf eine Lehrwerkstätte
für holz- und metallverarbeitende Berufe mitten im damaligen
Lagerbereich gegründet. Jugendliche mit problematischer Vergangenheit
finden dort Ausbildung und Erziehung.
Ab 1969 dient sie als Haushaltungsschule für 40
Mädchen mit Internat und ist heute ein Alten- und Pflegeheim |
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Personelle Veränderungen |
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Am 31. 12. 1954 tritt Pfr.
O. Hengstenberg in den Ruhestand
Am 15. Juli 1955 wird durch
Wahl nach vorhergegangener Probepredigt
Herbert Seeberg-Elverfeldt
zum Pfarrer von Spittal bestellt und am 13.November 1955 in sein Amt
eingeführt
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Lienz wird selbständig |
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Am 10. Dezember 1957 wird
Lienz eine selbständige Pfarrgemeinde
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Elektroheizung |
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Am 21.Dezember 1958 wird die
elektrische Beheizung der Kirche in Betrieb genommen |
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50-Jahr-Jubiläum der
Lutherkirche
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Am 31. Oktober 1959 feiert
die Gemeinde Spittal das 50-Jahr-Jubiläum der Lutherkirche.
Ein
reichhaltiges Programm sorgt für festliche Stimmung.
Es treffen wiederum
zahlreiche Glückwunschschreiben ein - die meisten allerdings verbunden mit Absagen -
von denen einige auszugsweise wiedergegeben werden: |
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"Vivat crescat floreat!"
/ Silvia Carbonaro |
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"Euer Hochwürden,
lieber Herr Pfarrer. Danke für die Einladung zu Ihrer Jubelfeier.
Leider kann ich nicht teilnehmen, weil in dieser Woche eine
Hausmission in unserer Kirche stattfindet. Meine Glückwünsche
begleiten Sie. Andreas Dollinger, Dechant"
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Renovierung und Festessen |
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Am 23. Oktober 1959 wird die
Kirche innen renoviert und ausgemalt.
Am 1.November 1959
werden alle Gemeindevertreter als Dank für ihre Hilfe zu einem gemeinsamen Essen im
Gasthof Weiß
eingeladen.
Der Gedeckpreis für Nudelsuppe, Hirschschlögl in Rahmsauce,
gemischtem Salat und Preiselbeeren, Knödel oder Kartoffeln und Kompott
beträgt S 16,- und muss allerdings selbst bezahlt werden...
Ein richtiger
Skandal sowas :-) |
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