Geschichte der

    Evangelischen Gemeinde A. B. in Spittal                     Teil 2

 

 

Einweihung der neu erbauten Kirche

 

Am 31. Oktober 1909 wurde die neue Kirche in Spittal eingeweiht. Zahlreiche Glückwunschschreiben aus dem In- und Ausland trafen beim "hochlöblichen Presbyterium" der Pfarrgemeinde ein. Einige historisch interessanten Briefköpfe und Segenswünsche werden hier wieder gegeben:

 

 

 

 

 

Einige Briefköpfe der zahlreich eintreffenden Glückwunschschreiben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                   

 

       

 

 

 

 

 

 

 

Auch die K. K. Evang.-Theolog. Fakultät Wien gratulierte...

 

Der "Evangelische Bund

zur Wahrung der deutsch-

protestantischen

Interessen" sendet "Heilsgrüße"                  

 

 

 

 

 

Kirchengeschichte auf Amtssiegeln

 

Zwei besonders interessante Amtssiegel aus der "Muttergemeinde" Zlan und aus der Pfarre Unterhaus (dieses sogar mit der Angabe einer Bibelstelle aus 2Kor 5, 17-20) zeigen eine Aufschrift "Evang. Pfarramt A. C." (siehe untenstehenden Abdruck). Das war kein Irrtum des Stempelherstellers, sondern die seit den Tagen des Toleranzpatentes übliche Bezeichnung der Evangelischen Konfession als

"A-Catholisch", also "nicht katholisch".

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das erste Gustav-Adolf-Fest 1910

 

Am 26. Mai 1910 (Fronleichnam) feiert man in Spittal das erste Gustav-Adolf-Fest in der neu erbauten Kirche.

 

 

 

 

 

Personelle Ereignisse

im Wechsel der Jahre

 

Von September 1911 bis September 1916 versah Vikar W. Täuber in der Gemeinde Spittal die pfarrgemeindlichen Aufgaben

 

Am 17. September 1917 nach einem Jahr Vakanz der Pfarrstelle wird Oskar Hengstenberg als Vikar nach Spittal berufen

 

Am 24. April 1920 übergibt Bozen die Predigtstation Lienz zur Betreuung an Spittal

 

Am 17.Juli 1922 wird Oskar Hengstenberg als Pfarrer von Spittal bestätigt

 

Am 7. Juli 1923 wird die Predigtstation Lienz offiziell in die Pfarrgemeinde Spittal eingepfarrt.

 

 

 

 

 

Spittal wird selbständig

 

Am 13. Oktober 1923 wird Spittal selbständige Pfarrgemeinde. An den schwierigen Arbeitsbedingungen ändert sich dadurch allerdings nichts.

 

 

 

 

 

Mallnitz wird

Predigtstation

 

Ab 1925 (genaues Datum leider nicht mehr zu ermitteln) wird Mallnitz zur Predigtstation. Seit 1901 (? - andere Dokumente sprechen von 1905) werden dort bereits evangelische Gottesdienste gehalten.

 

 

 

 

 

Verschiedene Veränderungen

 

Am 30. September 1923 kommt Rothenthurn von Zlan zu Spittal, kehrt aber am 12. August 1926 zu Zlan zurück.

Damals kursierte in der Gemeinde der Spruch: "Einmal Rothenthurn und zurück, ist des Pfarrers größtes Glück" - ein Wort, das dem damaligen Kurator zugeschrieben wird :-)

 

 

 

 

 

 

 

Am 1. Oktober 1931 wird durch eine Abstimmung innerhalb der evang. Gemeinden die Ortschaft Unteramlach von Zlan nach Spittal umgepfarrt.

 

 

 

 

 

Spittal bekommt eine "Lutherkirche"

 

Am 31. Oktober 1934 wird die evangelische Kirche anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums als "Luther-Kirche" benannt.

 

 

 

 

 

"Hoffnungslose geldliche Lage"

 

1935 stellt die evang. Gemeinde Spittal an den Gustav-Adolf-Zweigverein Kärnten ein Ansuchen um Unterstützung "wegen einer geradezu hoffnungslosen geldlichen Lage". Im entsprechenden Schreiben wird der "eklatante Rückgang der Kirchensteuer-Einnahmen, die ständig größer werdenden Kosten für Reparaturen, die gestiegenen Portokosten, sowie die gestiegenen Gehälter für Pfarrer, Kirchendiener und sämtliche Ämterführer"  beklagt.

Außerdem wird berichtet, dass die Gemeinde "die Beiträge zur Pensions- und Krankenkasse, die an den Oberkirchenrat abzuliefern waren, schuldig bleiben musste".

Es wird auch daran erinnert, "dass man in der Gemeinde aus Rücksicht auf das in Spittal am 19. und 20. Juni stattfindende Vereinsfest des Gustav-Adolf-Zweigvereins Kärnten gewisse bauliche Maßnahmen treffen musste".

 

       
Filialgemeinde in Möllbrücke?   Im selben Jahr stellt die Predigtstation Möllbrücke(n) an die evang. Gemeinde Spittal den Antrag zur Gründung einer Filialgemeinde mit dem Sitz in Möllbrücke(n) und begründet diesen Wusch mit dem in absehbarer Zeit geplanten Beginn der Bauarbeiten für eine Kirche.

Im März 1936 stellt die Predigtstation Möllbrücke(n) das Ersuchen um Wahl eines Vertreters Möllbrücke(n)s  in das neu zu wählende Presbyterium.

 
       
Amtssitz des neuen 2. Vikars in Lienz?   Im Mai 1936 informiert die Pfarrgemeinde Spittal die Predigtstation Lienz davon, dass der "Deutsche Evangelische Bund" der Entsendung eines 2. Vikars ab 1. August 1936 zugestimmt hat und fragt an, ob der Amtssitz des neuen Vikars, W. Nordheim, Lienz sein solle.

Es wird aber letztendlich (mit dem Einverständnis der Predigtstation Lienz) doch Greifenburg als Amtssitz des neuen Vikars bestimmt, weil dieser Ort zentraler gelegen ist und auch einige andere Gründe nicht für ein Vikariat in Lienz sprachen (siehe weiter unten).

 
       
Gottesdienste in Schießhalle und Schule   Im Juni 1937 erteilt der Ortsschulrat von Greifenburg  "in jenen Fällen, wo die Schießhalle  nicht frei sein sollte, die Genehmigung zur Abhaltung der Gottesdienste im Schulhause." (Die evangelischen Gottesdienste wurden nämlich auch in Greifenburg im Sommer in einer Sportschützen-Übungshalle abgehalten).  
       
Amtssitz des neuen Vikars wird Greifenburg   Am 15. April 1938 übernimmt Vikar W. Nordheim die Predigtstation Greifenburg.

Allerdings gibt es Probleme mit der Bezahlung eines Zimmers für den Vikar. Eine entsprechende Unterkunft kostet 20 Schilling im Monat, und das kann die Predigtstation nicht aus eigener Tasche finanzieren.

Sie schlägt daher vor, auch andere im näheren Umfeld liegende Predigtstationen wie die in Steinfeld, Dellach/Drau u. a. zur Leistung eines Beitrages heran zu ziehen.

Ein gratis zur Verfügung stehendes "Zimmer" sei in einem so schlechten Zustand, dass es einem "Geistlichen nicht zumutbar sei, da es eher einem Stall denn einer Wohnung" gleiche

 
       
Turbulenzen in der Pfarrgemeinde Spittal   Im Jahr 1937/38 kommt es zu einigen Turbulenzen in der evang. Pfarrgemeinde Spittal zwischen Pfr. Oskar Hengstenberg und dem Spittaler Presbyterium.  

Nach gegenseitigen Misstrauenserklärungen kommt es erst nach einigen Interventionen von Seniorat und Oberkirchenrat zu einer Bereinigung dieses Konfliktes - es menschelt eben auch in den Pfarrgemeinden...

 
       
 

Amtssiegel A. C.

Unterhaus

 

Neuerbaute evang.

Kirche in Spittal


Amtssiegel der neuen evang. Gemeinde

Spittal a. d. Drau

 

Evang. Kirche

Unterhaus heute

 

Inneres der Kirche Zlan,

der "Muttergemeinde"

von Spittal

 

Die "Greifenburg",

die dem Ort den

Namen gibt

 

Burggrafen von Lienz

 

Lutherrose in der Lutherkirche Spittal

 

König Gustav Adolf

von Schweden

 

Das Logo des

Gustav-Adolf-Vereins Österreich

 

 

Unterseiten:

Geschichte der evang. Gemeinde Spittal 1

Geschichte der evang. Gemeinde Spittal 2

Geschichte der evang. Gemeinde Spittal 3

Geschichte der evang. Gemeinde Spittal 4