Evangelisch-Sein

Hinter dem „Evangelisch-Sein“ steckt die Überzeugung Evangelischer Christinnen und Christen, dass jeder Mensch dieselben Rechte und Freiheiten vor Gott hat. Deswegen sind Evangelische Kirchen demokratisch organisiert und alle Ämter stehen Frauen und Männern gleichermaßen offen.

Als freie Menschen wissen sich Evangelische allein ihrem Gewissen verpflichtet – das bedeutet eine hohe Selbstverantwortung. Darum gibt es aber auch keine „typischen Evangelischen Positionen“, sondern eher „typisch Evangelische Haltungen“.

Martin Luther hat das „typisch Evangelische“ in vier Grundsätzen formuliert:

  • Allein Christus: Jesus Christus wendet sich jedem und jeder direkt zu, niemand kann sich zwischen uns und Jesus Christus stellen.
  • Allein die Gnade: Gott hat uns zugesagt, dass er uns annimmt; seine Liebe macht uns gut und neu.
  • Allein die Bibel: Die Bibel ist die Grundlage für den Glauben und die Kirche; alle kirchlichen und theologischen Aussagen müssen sich an der Bibel messen lassen.
  • Allein durch den Glauben: Gott schenkt uns Vertrauen und ermutigt uns, ihm zu vertrauen; wir müssen uns Gottes Vertrauen nicht mit guten Taten „erwerben“ (Gott ist unbestechlich), sondern wir können gelassen sein und uns über Gottes geschenktes Vertrauen freuen.

 

Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-lutherischen Kirche sind eine Sammlung von Bekenntnistexten aus dem 16. Jahrhundert, die in Folge der Reformation von Martin Luther entstanden. Zum Beispiel das „Augsburger Bekenntnis“ (A.B), nach welchem sich die Evangelische Kirche A.B. benennt. Hier finden Sie die Bekenntnisschriften.