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Ausgerechnet die
"Bild"-Zeitung... |
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Am 8. August 2006 erinnerte die deutsche Boulevardzeitung "Bild"
an das "Nationalsozialistische Institut zur Erforschung
jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben".
Ziel dieser Einrichtung war die
„Entjudung“ der christlichen Bibel und eine
"Reinigung" der theologischen Ausbildung.
Hinter diesem "Institut" standen die
"Deutschen Christen’" – eine
nationalsozialistische Gruppierung innerhalb des deutschen
Protestantismus zur Zeit der Hitlerherrschaft, die ihre
Auswirkungen auch bis Österreich zeigte.
Das
"Entjudungsinstitut" wurde im Mai 1939 ausgerechnet in Eisenach gegründet.
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Überwindung des Judentums, um Jesu
"wahre Botschaft" zu verstehen... |
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Zum akademischen Direktor dieses
Instituts wurde der Neutestamentler Walter Grundmann
(1906-1976) berufen.
In seiner Eröffnungsrede verglich
Walter Grundmann das Ziel des
Institutes mit jenem der lutherischen Reformation:
Wie Martin Luther den „internationalistischen
Katholizismus“ habe überwinden müssen, so müsse der
Protestantismus heute das Judentum
überwinden, um "Jesu wahre Botschaft“ zu verstehen.
Walter Grundmann war nach seinem
ersten theologischen Examen von Oktober 1930 bis März 1932
Assistent beim berühmten Neutestamentler Gerhard Kittel.
Für dessen Standartwerk "Theologisches
Wörterbuch zum Neuen Testament" verfasste er
nicht weniger als zwanzig Artikel.
Bei Kittel schrieb er auch seine
Doktorarbeit über "Der Begriff der Kraft im Neuen Testament".
Sie erschien 1932 als Buch.
1938 wurde Walter Grundmann zum
ordentlichen Professor für Neues Testament und
"Völkische Theologie" in Jena ernannt. Seine Ernennungsurkunde trug Hitlers eigenhändige
Unterschrift.
Am 11. Februar 1939 hielt Grundmann
seine Antrittsvorlesung im Geiste der
historisch-kritischen Methode. |
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Christi Anliegen sei der Kampf
gegen das Judentum |
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Darin behauptete er, dass die
älteste Fassung der Bergpredigt in Luk 6,20-49 keine
jüdischen oder alttestamentlichen Motive enthalte. Diese habe erst
der Evangelist Matthäus hineingebracht.
Christi Anliegen sei der Kampf gegen das
Judentum gewesen.
Solche Thesen wurden auf Grundlage
der historisch-kritischen Methode vertreten, in
deren Rahmen auch weitere ähnliche Theorien vertreten wurden – zum Beispiel,
dass das Johannes-Evangelium „gnostisch“ oder
einzelne Paulusbrief „frühkatholisch“ verseucht
seien.
Unter den vielen vom
so genannten "Entjudungsinstitut" publizierten Werken war das Buch
„Deutsche mit Gott – ein deutsches Glaubensbuch“. Das Werk
erschien im Verlag "Deutsche Christen" in Weimar im
Jahr 1941. |
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Nazivergangenheit scheint kein Problem für die sozialistische DDR
zu sein |
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Nach dem 2.
Weltkrieg wurde der Nationalsozialist Walter Grundmann in der
sozialistischen DDR bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1975 zu
einem angesehenen theologischen Lehrer.
1974 verlieh ihm die
Kirchenleitung erneut den Titel eines „Kirchenrats“, um seine Arbeit anzuerkennen
(und seine Pension zu erhöhen)...
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Die "Deutschen
Christen" |
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Dass sich evangelische Christen gegen
ihre Glaubensgenossen jüdischen Ursprungs wandten, gab es jedoch nicht
erst seit Hitlers Machtübernahme.
Schon Ende der zwanziger Jahre hatte
sich jene neue Glaubensbewegung aufgetan, die sich
"Deutsche Christen" (DC) nannte.
Die Deutschen Christen wollten Gott
auf "deutsche Art" suchen und waren gegen alles, was sie als
gefährlich für das reine deutsche Volkstum ansahen: "...also
besonders gegen das Jüdische in Religion und Staat." |
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"Gottes neue
Sturmabteilung" |
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Als im Herbst 1932 die Kirchenwahlen in Deutschland bevorstanden, entfesselten die
"Deutschen Christen" einen Wahlkampf
getreu den Mustern der
NSDAP.
Überall marschierten Theologiestudenten, Pfarrer und Laien
zu einem Bittgottesdienst in brauner Uniform in die Kirchen, feldmarschmäßig
ausgerüstet, den Tornister auf dem Rücken – gelegentlich sogar mit
umgeschnallter Pistole oder geschultertem Karabiner. "Gottes neue
Sturm-Abteilung", so nannten sie sich stolz.
Evangelische
Jugendgruppen und -organisationen, die weiterhin fest zur Weimarer Demokratie standen,
wurden buchstäblich zerschlagen.
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Positive
Reaktionen aus Österreich |
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Als die
Nachricht von dieser öffentlichen Sympathiekundgebung
deutscher evangelischer Kirchenmenschen für den Nationalsozialismus durch
entsprechende in Deutschland erschienene Zeitungsartikel nach
Österreich dringt, zeigt sich zwar eine breite Sympathie
und große Zustimmung, zugleich aber auch eine sehr nüchterne
Einschätzung der Situation in Österreich.
So warnt SI Dr.
Heinzelmann ausdrücklich davor, dem deutschen Beispiel
nachzueifern, da er große Spannungen und ein Überschwappen
des anbrechenden Kirchenkampfes in Deutschland auf
Österreich befürchtet.
Er erinnert daran, dass man die
österreichische evang. Pfarrerschaft ohnehin schon
lange der Konspiration mit dem deutschen Reich und
der NSDAP verdächtige, man solle nicht noch
zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen.
Außerdem bezweifelt er, dass die
evang. Pfarrerschaft in Österreich mit "feldmarschmäßiger
Ausrüstung auftrumpfen könne, wenn nicht einmal
anständige, dem hohen Amte entsprechende Zivilkleidung
für die meisten unserer Amtsbrüder zur Verfügung stünden". |
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Die "Deutschen Christen" |
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Als die "Deutschen Christen" eine
zentralistische, von Hitler abhängige Reichskirche schaffen
wollen, verstärkt dies den Druck auf die Landeskirche
immer mehr. Die
"Deutschen Christen" drängen auf
eine Entscheidung. Sie fordern die "freiwillige"
Eingliederung der Landeskirchen.
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Auswirkungen auch in Österreich |
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Diese Entwicklungen wurden in der
österr. evang. Kirche mit gemischten Gefühlen betrachtet.
Näheres finden Sie dazu in der
Rubrik "Die evang.
Kirche Österreichs im Ständestaat".
Weitere Informationen zu den
"Deutschen Christen" finden
Sie unter diesem Link
Eine Entjudung von
Bibel und Gesangsbuch fand auch in
Österreich ihre Anhänger, allerdings erst im Nazireich. mehr
darüber unter der Rubrik
"Die evang. Kirche im NS-Reich" auf dieser
Homepage |
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