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Die Gegenreformation
in Spittal setzt ein
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6.000 Personen aus ganz
Kärnten werden nach Spittal
vorgeladen und auf Ihren Glauben hin überprüft |
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Der Zug des "Ketzerhammers"
"In der Herren Grafen von Ortenburg Residentz des schönen Marcktes Spittal
haben die Herren Commissarien den Actum Reformationis den 19. Septembris
angefangen zu halten und dahin durch befelch erfordert die Pfarrleut von
Vellach (und andere) welche in grosser anzahl und ungefährlich 6.000
Burger und Bauern, sambt ihren Pfarrern, deren viel uxorati
[beweibt]
gewesen und fast alle das Sacrament su ubtraque specie
[unter
beiderlei Gestalt, also protestantisch] geraicht haben, erschienen. Und
hat Ihr Fürstlich Gnaden Herr Bischoff von Seccau zween Tag von dem
grossen Saal herab dem Volck gepredigt, und sonderlich das Volck von der
Communion unter einer Gestalt unterwisen.. Nachmahls hat man das Volck in
drey Theil abgesöndert, sie examiniert und letztlich den Aidt
[der
Bekehrung]
fürgehalten. Darneben ihnen aufferladen, dass sie innerhalb
drey Monaten Catholischerweiss beychten und unter einerlei Gestalt
communizieren, und nach verstrichener zeit Ihr Fürstlich Durchleucht Landt,
bey verlierung von Leib, Haab und Gut, und erstattung des zehenden
pfennings räumen sollten.
Es seyn auch im Gailthal die Predicanten darauss verjagt und das Volck zum
Gehorsam gebracht worden. In allen Pfarren hat man die Aberglaubischen
Bücher mit Feuer vertilgt, und seynd also die Herren Commissarien zu
bekehrung des volcks biss in die 14 tag zu Spittal verblieben".
Rosolenz
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Der abverlangte Eid bei
Androhung von Enteignung und Vertreibung |
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Wer folgenden Eid nicht
schwören wollte, hatte nach Verkauf seiner Habe und Liegenschaft sowie
Ablieferung des zehnten Teiles vom Verkaufserlös binnen dreier Monate das
Land zu verlassen. Der Zwangseid lautete:
Beichte und Eydt der
abgefallenen Christen
oder newen Catholischen:
"Ich armer elender Sünder
bekenne Euch Ehrwirdiger
Herr Priester anstatt
Gottes / und der lieben Jung-
frawen Maria / und allen
lieben Heiligen /das ich
solange und soviel Jahr /
(als etwa sein möchte)
der verführerischen /
verdammten / Gottlosen
Sektischen lehr /
beygewohnet / und in solchen
schrecklichen Irrthumb
gesteckt bin / auch in iren
grewlichen Sacrament nicht
anders empfangen als ein
schlechtes Beckenbrot / und
aus dem Kelch nichts anders
als schlechten
[schlichten - Anm. des Übersetzers]
Wein /
aus einem Faß. Solchen grewlichen Irrthumb und verdam-
licher Lehr
/ entsage ich und verspreche derselben
nimmermehr bey zu wohnen
/ so wahr mir Gott helfe und
alle Heiligen." /
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Ein Lied begleitet die "Exulanten"
Ende des 17. Jhdts. wurden
70 Dürnberger Knappen und ihre Familien des Landes verwiesen.
Höhepunkt und Abschluss der
Vertreibung war die Ausweisung von etwa 22.000 protestan-tischen
Salzburgern Mitte des 18. Jhdts., veranlasst
durch das Emigrationspatent
Erzbischof Firmians.
Viele der Vertriebenen überlebten
die beschwerliche Reise in ihre neuen Heimaten in Sachsen, Ostpreußen,
Holland und Amerika nicht.
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Theorie und Praxis des kurz
zuvor erlassenen Toleranzediktes |
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Ein Begräbnis mit Hindernissen
"In Spittal starb ein
Protestant. Bei der Beerdigung wurde der Leichenzug nicht zur ordentlichen
Kirchhofstür hereingelassen. Es wurde ein Loch in der Mauer gemacht, durch
welches der Sarg, der Leichenkondukt und der Geistliche, der damalige
Pastor Wolmuth aus Stockowoi (Stockenboi) bei Paternion, hindurch
schlüpfen mussten.
Das Kreisamt gab den
Protestanten die schönste Genugtuung. Der schon begrabene Tote wurde
wieder ausgegraben und zu dem nämlichen Loche wieder hinaus geschoben,
hierauf fing das Leichenbegängnis gleichsam von neuem an, die Tür des
Friedhofs musste eröffnet und der misshandelte Tote feierlich eingetragen
und so beerdigt werden. Ein Kommando Soldaten sorgte für die Ruhe bei
diesem Akt.
Anonymer Reisebericht "Reise
von Venedig..." 1793
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Schloss Porcia

Spittal um 1688

Schloss Porcia mit
"Predigtaltan" heute

Ruine Ortenburg

Burgplateau der
Ruine Ortenburg

Rekonstruktion
Zeichnung der Ortenburg

Epitaph Bischof Brenners
aus Seckau

Folterkammer des gräfl.
Landgerichtes

Josef Schaitberger,
(1658-1733)
Prediger, Bergmann,
Maler, Liederdichter
und "Exul Christi". Autor
des "Exulantenliedes"

Erzbischof Firmian
"Emigrantenpatent"

Burg Werfen bei
Salzburg, Kerker für Protestanten |